The Next Level - Creed of Shadows

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The Next Level - Creed of Shadows

Beitrag  Cho Izanami am Do März 31, 2011 6:12 pm

Amy sah aus dem Fenster hinaus. Sie hing ihren Gedanken nach, was beim Äpfel schneiden nicht unbedingt eine gute Idee war. Schnell riss sich sich los und sah wieder auf ihre Finger. Eineinhalb Wochen war es jetzt her, das ihre beste Freundin Nala verschwunden war. Vor eineinhalb Wochen war Nalas Cousine aufgetaucht, aus heiterem Himmel. Millenia hieß sie und niemand schien vorher gewusst zu haben, das es sie überhaupt gab. Eineinhalb Wochen war es her, das Anjali, Nalas Mutter, erfahren hatte das ihre Schwester Angelus ermordet worden war. Eineinhalb Wochen war es her, das Nala durch ein dunkles Loch in ihrer eignen Küche gezogen worden war. Anjali, Millenia und ihre Begleiterin Dyshana waren ihr gefolgt, Amy war zurückgeblieben. Was hätte sie schon tun können. Laut Millenia war Nalas Entführer ein mächtiger Hexenmeister. Und Amy war nur eine junge Schülerin! Sie machte sich entsetzliche Sorgen. Jetzt machte sie erstmal den Apfel für ihren Bruder fertig. Ihre Mutter Malis war noch nicht von der Arbeit zurück, sie musste Überstunden machen. Malis arbeitete halbtags in einem kleinen Lebensmittelgeschäft. Amys Vater war auf Geschäftsreise in Deutschland. Ihr kleiner Bruder hatte seine Hausaufgaben gemacht und bei Anbruch der Abenddämmerung über Hunger geklagt. Amy brachte ihm etwas zu essen. „Danke!“ freute er sich. „Es wird langsam spät, gleich gehen mal alle hier ins Bett, hm?“ Amy lächelte. „Und wann kommt Mama?“ fragte Jake. Amy zuckte mit den Schultern. „Vermutlich in ein, zwei Stunden. Bis dahin solltest du im Bett liegen, ja?“
„Okeeeeeey.“ Jake huschte ins Bad, um sich umzuziehen und dann zu essen. Amy ging zurück in die Küche, um schnell aufzuräumen. Vor dem Esstisch fiel ihr ein kleiner dunkler Fleck ins Auge. Amy ging in die Knie. 'Huch, das ist ja Blut!' Die winzige Pfütze schimmerte sie frech an. Amy suchte den Boden ab und fand Pfotenabdrücke. Ihr Kater Caith hatte sich wohl mal wieder verletzt. 'Herrje, immer das selbe mit ihm.' Amy ging zur Tür und sah Caith auf dem Bürgersteig vor dem Haus hocken. Sie öffnete die Tür. „Caith, komm her. Lass mich mal gucken, was du dir schon wieder getan hast.“
'Da binde ich ihm schon eine Glocke um und es hilft immernoch nichts.' Vorsichtig kam sie die Veranda herunter und zu ihrem Kater. Der sah ihr zu, wie sie langsam herankam und wedelte ab und zu mit dem Schwanz. Dann, als Amy keine 2 Meter mehr weg war von ihm, drehte er sich um und lief über die Straße. Amy sah ihm nach. 'So so, Fangen spielen mal wieder.'
„Caith, komm her. Mietz, Mietz.“ So folgte Amy ihm durch das halbe Viertel. Immer, wenn sie ihn fast hatte, huschte er um die nächste Ecke und das Glöckchen bimmelte in der Dunkelheit, die sich mit der Nacht über die Stadt senkte. „Caith, lass das jetzt. Komm her, ich will dir doch bloß helfen.“ Amy verlor die Geduld. Caith war in eine Sackgasse gehuscht und Amy folgte ihm um die Ecke. „Caith.“ Die Katze saß schwanzwedelnd mitten in der Gasse und sah Amy mit seinen Laternenaugen an. „Ja, so ists fein.“ sagte Amy und näherte sich ihm langsam. Dann traf sie ein warmer, etwas stickiger Windhauch. Amy hob den Blick. „Nanu, was ist denn das, ein Loch in der Wand?“ In der Mauer klaffte tatsächlich ein Loch, groß wie ein Tunneleingang. Caith sah hinein und miaute leise, dann erhob er sich und lief klingelnd hinein. „Caith, nein, halt, halt, halt.“ Aber Caith war schon weg, nur das leise Glöckchen war noch zu hören. Amy zögerte, aber sie konnte ja die verletzte Katze nicht einfach sonstwohin laufen lassen, nachher handelte sich der abenteuerlustige Kater noch eine Blutvergiftung ein. Also folgte sie ihm zögerlich. „Caith? Komm her. Komm her, mein Dicker.“ Es war stockefinster und Amy bedauerte es, ihre Taschenlampe nicht mitzuhaben. Trotzdem hatte sie das Gefühl, das es mit jedem Schritt wärmer wurde. Die Gänsehaut aus der Gasse legte sich. Es roch nach Sommer, Sand und... gekochten Bohnen. Dann sah sie das Ende des Tunnels. Da flackerte Licht. Amy vergaß die Katze, als sie die Schatten an der Wand sah. 'Was, lebt hier etwa jemand? In diesem Loch?' Amy trat aus der Tunnelöffnung. Und stand in einer Höhle aus hellem Gestein. 'Häh?' In der rechten Wand, relativ weit hinten, befand sich eine Öffnung, aus der goldenes Sonenlicht und eine sanfte Brise kamen. In der Öffnung lag goldener Sand auf dem felsigen Boden. In der linken Ecke war ein Lager aus Stoff und Stroh gelegt, in der Mitte prasselte ein fröhlich knisternes Feuer,über dem noch ein Messingtopf hing. Daneben saß unbewegt eine Gestalt. Ein Mann, den Schultern nach zu urteilen. Sein Haar war weiß und stand wild in alle Richtungen ab. Er trug einen langen, lilafarbenen Umhang und er schien im Sitzen zu schlafen. 'Oje, bin ich etwa in einem alten Vergnügungspark gelandet?' Amy trat aus dem Tunnel und sah sich nach Caith um, aber der Kater war nicht zu sehen. „Entschuldigung?“ sagte sie deshalb zu dem Mann. „Haben Sie zufällig...“ Mit einem Schrei sprang der Kerl auf und starrte sie an. Sogar seine Augen waren lila, um seinen Hals funkelten goldene Ringe und an seinen Ohren baumelten lange, spitze Ohrringe. Er trug eine sandfarbene Hose und kein Oberteil. Amy sah weg. „Wiewiewiewiewie... kommst denn du hier rein?“ fragte er erschrocken und starrte sie an, als sei sie ein Geist. „Na, durch den Tunnel da.“ sagte sie und zeigte darauf. „Was für ein Tunnel?“ fragte der Mann ganz überrascht. „Na, der da.“ Amy hob den den Finger deutlicher. „Aaaaargh, nicht schon wieder!“ Er schüttelte einen etwa faustgroßen runden Stein in seiner Hand, als klebe etwas daran. „Du dummes Teil, was machst du schon wieder, sieh dir das an!“ Er hielt den Stein Richtung Tunnel, als wolle er ihm zeigen, was da in der Wand war. Der Stein glitzerte auf und dann war der Tunnel verschwunden. Amy stutze. „Aber was...?“
„NEEEEIN, du blödes blödes blödes...“ Er schüttelte den Stein erneut. Ein leises Poff ertönte und mitten in der Luft erschien ein... „Da isn Loch.“ sagte Amy. „Du-sollst-keine-Löcher-machen-ohne-mich-zu-fragen!“ brüllte der Kerl und warf den Stein gegen die Wand. Anstatt zu zerbrechen prallte er von der Wand ab wie ein Flummi und zischte durch die Höhle. Amy duckte sich, aber der Mann bekam den Stein ins Gesicht und kippte um wie ein gefällter Baum. Amy krabbelte herüber. „Ähm, ist alles in Ordnung?“ Seine Augen schauten in unterschiedliche Richtungen. „Hä...hähä... S-sonne, Mond und Ster-Sterne...“
„Oje.“ Amy schüttelte den Kopf und stand auf. Sie zerrte den armen Kerl auf sein Lager, dann trat sie an die Öffnung und wollte nochmal nach Caith sehen, aber das Glöckchen bimmelte auch nicht mehr. Was sie sah, erstaunte sie. Soweit das Auge reichte nur Sand, Himmel und eine im Untergang begriffene Sonne. 'Was ein großes Gelände für einen Vergnügungspark.' staunte sie. Etwas zu ihrer Linken gelegen konnte sie in der Ferne sogar eine Stadt erkennen. Sie ging zurück zur Wand und suchte nach dem Tunnel, aber der war wirklich nicht mehr da. 'Ich dachte, jetzt wird vielleicht einfach nur was drüberprojeziert, aber der Weg ist ja Tatsache weg!' Amy trat noch einmal aus der Höhle und sah zur Stadt herüber. 'Da sollte es einen Ausgang geben.' Sie wand sich um. „Ähm, ich weiß, hier täuschen die Entfernungen sicherlich. Wie weit ist die Stadt denn weg?“ Der Mann setzte sich auf und sah sie an. Er schaute auch wieder geradeaus. „Die Stadt? Oja, in der Wüste täuschen Entfernungen sehr schnell, Kleine. Die Stadt ist einen Tagesritt entfernt und nachts wird’s hier ziemlich kalt.“ Er grinste jetzt. „Und wie viele Kilometer sind das nun?“ fragte Amy etwas ungläubig. 'So ein Gelände mitten in der Stadt wäre mir doch sicher schon früher aufgefallen, der will mich bestimmt auf den Arm nehmen.'
„Kilo...was?“ fragte er und schaute ganz dämlich aus der Wäsche. „Na, dann halt Meilen.“ sagte Amy. „Nie gehört.“ sagte der Kerl. Der Stein lag jetzt neben ihm. „Wenn du in die Stadt willst, bring ich dich hin, aber nich jetzt. Ich bin müde. Und Nachts reiten ist auch dumm, da merkt man nicht, wenn sich was anschleicht.“ Amy nickte. „Ahhhhhh ja, dann.. ähm, danke, aber ich muss eigentlich dringend nach Hause und hab keine Zeit, jetzt noch zu warten.“ Der Kerl sah sie an. „Vergiss es, es ist schon viel zu spät.“ Amy sah in trotzig an. „Ich gehe aber trotzdem, mein Bruder ist jetzt immerhin alleine zu Hause.“ Damit wand sie sich ab und stapfte in die Nacht hinaus.
Der Mann hatte Recht gehabt, es wurde wirklich ziemlich kalt. Amy trieb der Gedanke voran, sich um ihren Bruder zu kümmern, ihre Mutter würde sicher wütend werden, wenn Amy den Kleinen alleine ließ. Bald aber war es wirklich eisig kalt und Amy fror in ihren Sommerklamotten ziemlich. Sie ärgerte sich, das sie so stur gewesen war. Aber sie hatte gedacht, das die Stadt viel näher sein musste, immerhin würde kein Park so eine lange Distanz nicht mit einer Attraktion verbinden, einer Achterbahn oder sowas. Aber hier war wirklich gar nichts. Ob der Park längst still lag? Amy blieb stehen, denn ihre Beine wurden schwer, und rieb sich die Hände. 'Eben war es noch so heiß.' Amy sah zur Stadt hin und hatte nicht das Gefühl, das sie ihr in irgendeiner Hinsicht näher gekommen war als vor einer Stunde. Nur die Höhle hinter ihr am Fuß des Berges war nicht mehr zu sehen. Amy fluchte leise. Dann hörte sie Schritte. Schritte von etwas sehr großem. Das in ihre Richtung kam. Amy hielt die Luft an und sah sich nach einem Versteck um. Die Düne hinunter kam sie niemals schnell genug. 'Verdammt, was jetzt?' Über den Sandhügel hinter ihr kam ein Kamel. „Maaan, du bist auch so blöd.“ sagte der zerzauselte Kerl. Amy starrte ihn mit offenem Mund an. War er ihr etwa nachgeritten? „Ich hab dir doch gesagt, das man nachts nicht durch die Wüste soll.“ Er hielt das Tier neben ihr an.. „Ach.“ sagte Amy und versuchte, ihren angeknacksten Stolz wieder herzustellen. „Und du bist jetzt mit dem Kamel besser oder was? Was reitest du denn dann hier rum?“
„Ich konnte nicht schlafen.“ Amy sah ihn immer noch an. 'Hat er sich etwa... Sorgen gemacht?'
„Ich will jetzt unbedingt die Prinzessin sehen!“ Amy taumelte bei dem Aufschrei. „Was, welche Prinzessin?“ Seine Augen glitzerten im Mondlicht. „Die Tochter des Pharao. Sie soll wunderschön sein, so wunderschön! Und sie lebt da in dieser Stadt! Seit die Gerüchte umgehen, das sie endlich aufgetaucht sei, denke ich an sie. Ich will sie so gerne sehen! Man kann ja den meisten Gerüchten nicht trauen.“ Amy musste sich erst wieder fangen. 'Also... also sowas... Moment mal, Pharao? Ist das Thema hier Ägypten?' Jetzt hielt er ihr die Hand hin. „Dann nehm ich dich auch mit, wenn du magst.“ Amy war eine Sekunde perplex, dann girff sie nach seinen brauen Fingern. „Ähm... ja. Klar, natürlich.“ Er zog sie hoch und manövrierte sie hinter sich auf das Kamel. Dann setzte sich das große Tier schwankend in Bewegung. Amy hoffte nur, das sie nicht seekrank werden würde. Schnell suchte sie nach etwas, denn eine unangenehme Stille hatte sich über sie gelegt. „Ähm... also... wie heißt du eigentlich? Ich will nicht immer nur Du oder Sie sagen, ich...“Er sah sie überrascht an. „Mein Name? Du willst meinen Namen wissen? Wirklich?“ Amy wunderte sich. „Ja, will ich.“
'Was ist denn dabei?' Er lächelte. „Marik. Ich bin Marik.“ Amy nickte. „Ich heiße Amy. Freut mich, dich kennen zu lernen.“

Sie kamen am Nachmittag in der Stadt an. Amy hatte sich unter einem Tuch vor der Sonne versteckt, nachdem sie wieder aufgewacht war. Das sie eine Weile im Sattel geschlafen hatte, war ihr peinlich gewesen. Sie ritten mit einem Zug von Wagen durch das Stadttor. „Sind das alles Händler?“ wunderte sich das Mädchen. Marik nickte. „Ja, sie kommen und tauschen ihre Waren gegen Wasser oder Gewürze, wenn sie denn gut betucht sind.“ Auf einem Platz rief jemand etwas und Marik richtete sich im Sattel auf. „Oh, wir haben Glück, der Pharao und seine Familie werden gleich vom Markt kommen und dann können wir sie sehen!“ Er manövrierte das Kamel in eine schattige Ecke und es legte sich hin. Er rutschte hinab und band es fest. Amy stieg langsam und vorsichtig ab. Ihr taten jetzt die Beine weh. 'Oje, einmal und nie wieder.' Marik schlüpfte durch ein kleines Gässchen in Richtung Hauptstraße. „Komm mit, komm. Sie soll die schönste Frau der Welt sein. Komm her.“ Amy schüttelte den Kopf und lief ihm nach. 'Naja, was solls.' Langsam begann sie zu zweifeln, ob sie wirklich noch in der Stadt war, in der sie zur Schule ging. Ihr Handy hatte hier überhaupt kein Netz und sie hatte auch noch keine Flugzeuge gesehen. 'Was ist bloß mit mir passiert?' Marik hatte sich auf eine kleine Erhöhung vor einem Haus gedrängt und zog Amy hoch, als sie ankam. Er zeigte die Straße hinunter, die von hieraus gut einsehbar war. „Von dort müssen sie kommen.“ Amy schaute in die Richtung, aber die Straße war leer. Nur ein paar Wachen hielten sie frei von anderen Personen, damit der Pharao und seine Familie sie sicher passieren konnten. Erst nach ein paar Minuten tauchten auf der Straße noch mehr Soldaten auf. Marik wurde neben ihr immer hibbeliger. „Oh, ich will sie unbedingt sehen. Unbedingt.“ Amy schüttelte den Kopf. Aber inzwischen war auch sie neugierig geworden auf die angeblich so hübsche Prinzessin. Dann tauchte eine Art Hofstaat auf, ein Baldachin, ein paar Diener und die königliche Familie. Amy stockte der Atem. Den jungen Mann mit der Krone, der offenbar der Pharao war, kannte sie nicht. Aber die Frau an seiner Seite, ihr wallendes Blau und silbernes Haar, das kannte sie. 'Mrs. Matour? Das kann doch nicht sein!' Amy lehnte sich vor und sah hinter die Zwei. Und tatsächlich. Ein paar Schritte hinter ihrer Mutter lief Nala und unterhielt sich mit ihrer Cousine. „Nala.“ sagte Amy erstaunt. Marik sah sie an. „Was, du kennst sie?“ Amy nickte wie in Trance. „Ja. Sie ist meine beste Freundin, seit ein paar Tagen ist sie spurlos verschwunden.“ Marik sah von der noch einige Meter entfernten Nala zu Amy und zurück. „Und... und die hübsche Frau neben ihr?“ fragte er. „Ihre Cousine Millenia.“ sagte Amy automatisch. „Hach, die ganze Familie ist mit so einer Schönheit gesegnet. Auch die Königin selbst. Der Waaaaaahnsinn.“ Amy machte einen Schritt vorwärts. „Nala!“ rief sie. „Nala!“ Sie wollte zu ihr laufen, an den Straßenrand, aber Marik hielt sie zurück. „Lauf da doch nicht rein.“
„Nein, lass mich bitte los, ich will sie sehen, ich habe gedacht... Nala!“ Die Prinzessin hob den Kopf und schien Millenia verwirrt etwas zu fragen. „Nein, bleib schon hier, dann kommt sie her und ich kann sie von nahem sehen.“ bat Marik. Amy erlahmte. 'So ein Fanboy, das ist ja echt...' Nala trat jetzt zu ihrer Mutter und fragte auch sie. Amy holte tief Luft und rief noch einmal nach ihr. Marik sah sie überrascht an. Jetzt richtete Nala den Blick zu ihnen herüber, über all die Gesichter der am Straßenrand jubelnden Menge. Marik hatte Recht, wäre Amy hinabgelaufen, wäre sie niemals hindurch gekommen. Erstaunen huschte über Nalas Gesicht, als sie erkannte, das sie doch keine Halluzination vor sich hatte. Als sie auf den Rand der Straße zuging, machte ihr das Volk respektvoll Platz und die, die sich nicht rührten, wurden von den herbeieilenden Soldaten an Seite gereiht. Marik ließ jetzt los und Amy konnte von der Anhöhung hinunterklettern, das Tuch war längst heruntergefallen, und Nala ein paar Schritte entgegengehen. Nala sah sie an, als traue sie ihren Augen nicht. „Amy? Wie... was...?“ Amy ließ sie nichtmal ausreden, sie fiel ihr um den Hals und brach, obwohl sie sich vorgenommen hatte, es nicht zu tun, sofort in Tränen aus. „Oh, Nala, ich habe gedacht, du bist vielleicht tot!“ Nala war so überrascht, das sie zuerst nicht mal wusste, was sie machen sollte. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Amy ließ sie los und sah sie an. „Du siehst so gesund aus.“ Nala fand ihre Stimme wieder. „Bin ich auch. Aber... Amy, was machst du denn hier?“ Marik war die Anhöhe heruntergeklettert und Nala richtete ihren Blick auf ihn. „Und wer ist das?“ So direkt von ihr angesprochen lief Marik so rot an wie ein Radieschen mit Sonnenbrand. „Gestattet, Mylady, das ich euch sage, das die Gerüchte stimmen, wirklich, Ihr seit wunderschön. Ich bin Marik, Marik Ishtar. Prinzessin.“ Marik verneigte sich fast bis zum Boden. „Er ist vermutlich der Grund, das ich hier bin.“ fügte Amy an. „Erheb dich doch bitte.“ sagte Nala. Offenbar war ihr diese Unterwürfigkeit etwas unangenehm. Marik richtete sich rasch auf und sah sie dann an, während sie mit Amy redete. „Wie bist du hergekommen?“
„Durch einen Tunnel, der in seine Höhle führte. Der Tunnel ist jetzt weg, dummerweise. Er hat mit einem Stein gefuchtelt und...“
„Einem Stein?“ unterbach sie Nala. Sofort warf sich Marik wieder auf den Boden. „Ja, Verzeiht mir, schöne Prinzessin, Verzeiht, doch er wollte nicht mir nicht gehorchen und es passieren immer wieder seltsame Dinge, obwohl ich...“ Nala hob die Hand und sein Redeschwall stoppte. Sie wand sich zu ihrem Vater und ihrer Mutter um. Der Pharao legte die Stirn in Falten. Jetzt, aus der Nähe, war seine einzigartige Frisur noch eindrucksvoller als aus der Ferne. „Von einem Stein hab ich noch nie was gehört.“ Auch Millenia zuckte mit den Schultern. „Naja, jedenfalls sind wir dann hergekommen.“ schloß Amy. Nala nickte und lächelte. “Lasst uns in den Palast gehen, dort können wir in Ruhe reden.“
„Was, was ich auch?“ fragte Marik verwirrt. Der Pharao nickte. „Ja, komm.“ Der Herr und Anjali zogen weiter, Marik stand noch herum wie eine Salzsäule. „Steh nicht da rum, Marik, komm.“ sagte Amy. Marik machte einen Luftsprung und wischte sich die Freudentränen aus den Augen. „Im Palast haben wir Ruhe und es ist kühl dort. Wir können uns in den Garten setzen oder in den Thronsaal und dann erzähle ich dir, was passiert ist, in Ordnung?“ fragte Nala. Amy nickte. Sie war froh, das sich endlich alles klären würde.
„Soso...erzählen. Das glaube ich nicht.“ Aus heiterem Himmel stieß jemand auf Nala herab. Amy spürte nur einen kräftigen Stoß und da lag sie schon auf der Straße. Nala schrie auf und Amy rappelte sich auf die Knie auf. „Nala!“ In der Luft stand ein Mann. Auch seine Haare waren weiß und wild, hingen aber eher wie eine Mähne über seinen Rücken. Er feixte, hatte Nalas Oberarme gegriffen und hielt sie in der Luft. Nala wehrte sich, aber wenn er sie losließ, würde sie sich beim Sturz verletzten. Millenia war vorgesprungen, ein Schwert in der Hand, die Luft um sie vibrierte plötzlich. Amy sah sie an. 'Was ist denn jetzt...?' Aus dem Gefolgte war ein junger Mann herbeigeeilt, der auch eben schon nahe an Millenia gegangen war. Er hatte braunes Haar und ein entschlossenes Gesicht. „Millenia!“ sagte er. „Wir müssen vorsichtig sein.“ Millenia nickte. Wenn sie nicht aufpassten, würden sie Nala verletzten. Millenia knurrte. „Nimm die Finger von ihr, Bakura, sofort!“ Der Angesprochene lachte nur und es klang kalt und grausam. Amy überlief es eiskalt. Nala schloß die Augen, als wolle sie in sich gehen und auch um sie schien plötzlich alles zu flimmern. „Nala, was...?“ Bakura hörte zu lachen auf. „Du bist nicht in der Postion, Forderungen zu stellen, Millenia. Und schon bald gehört ihr mir, ihr beide.“ Millenia schnaubte. „Da heirate ich ja lieber einen Tintenfisch.“ Der braunhaarige Mann sah sie ganz seltsam an. Bakuras Gesicht lief rot an vor Wut und fast hätte er Nala losgelassen, dachte aber dann doch noch daran, die junge Prinzessin fest zu halten. Obwohl die sich sofort heftig wehrte, als sie spürte, das sein Griff schwächer wurde. Bakura hob Nala hoch und legte sie sich über die Schulter. Sofort begann diese, auf seine Schultern einzuhämmern. „Lass mich runter!“ Bakura hob die jetzt freie Hand und alles flimmerte erneut. „Kopf runter!“ rief der junge Mann. Es staubte und Amy spürte eine Hitzewelle über ihren Körper laufen. Sie drückte sich flach zu Boden, spürte jemand neben sich, hustete den Sand aus. Als sich die Wolke verzog, war Bakura nicht mehr da, ein paar Fußspuren waren im Sand geblieben. „Das wird er mir büßen!“ schrie Millenia wütend. „Worauf wartet ihr denn alle?“ wunderte sich Anjali. „Ihm nach!“ Sofort setzten sich alle Wachen, sowie Millenia und der junge Kerl chaotisch in Bewegung und liefen den Spuren nach. „Dieses Geflimmer...“ wunderte sich Amy. Marik rappelte sich neben ihr hoch und half ihr auf. „Ein Flimmern?“ fragte er. Amy nickte. „Um seine Hand.“
„Du siehst magische Aufladung.“ sagte der Pharao zu ihr. „Das kann auch nicht jeder.“ Dann lief auch er den Fußspuren nach. „Hol sie wieder.“ rief Anjali ihm nach, denn er war um einiges schneller um die Ecke verschwunden als sie. „Er darf sie nicht behalten, sonst verlieren wir die Schatten.... und ich...“ Sie blieb kurz stehen und wischte sich die Augen. Sie sah so traurig aus, so furchtbar ängstlich und zerbrechlich, das es Amy im Herzen wehtat. Es war das Leid einer Mutter, die bereits jemanden verloren hatte. Amy wollte sie gern in den Arm nehmen, aber Anjali machte, das sie den Pharao einholte. Marik starrte ihr nach, vor Verwunderung hatte er vergessen, Amys Hand loszulassen. „Die Tochter... der Schatten?“ Amy sah ihn an. Sie verstand kein Wort, aber Marik offenbar. „Oh, dieser Hund! Na warte, Bakura, das jag ich dir wieder ab!“ Amy wich zurück vor ihm, als die Luft um ihn in Bewegung geriet. 'Was zur Hölle...?'
„Ma-Marik, was machst du?“ Marik schnaubte, dann begann er zu lachen, aber es war ein anderes Lachen und eine andere Stimme als noch vor wenigen Minuten. Es war auch ein anderer Blick. Es war ein anderer Marik. Amy bekam es mit der Angst zu tun. Sie hatte bisher nur Angst um Nala gehabt, jetzt hatte sie auch Angst um sich. Aber Marik ließ ihre Hand sofort los und das Hitzeflimmern vermischte sich mit der Magie. Marik nutzte einen Teleport und war verschwunden. Amy blieb auf der Straße zurück. 'Was ist da grade... passiert...?'

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Kapitel 1 - No easy reunion

Beitrag  Cho Izanami am Mo Apr 04, 2011 6:42 pm

Bakura grummelte vor sich hin, während der durch die Wüste stapfte. Er hatte sich inmitten der Staubwolke zurückziehen wollen, aber er hatte sich nicht genug für einen Teleport konzentrieren können: Nala hatte ihn in die Schulter gebissen. Zur Strafe hatte er sie geschüttelt. Jetzt pochte noch Schmerz in seiner Schulter nach. Nala war wenigstens für einen Moment irritiert, meinte dann aber, ihn nerven zu müssen. „Warum fliegst du nicht?“ Da hatte sie ihn auf dem falschen Fuß erwischt. „Warum, warum, du bist einfach zu schwer!“ Nala blies die Backen auf. „Wiiiie bitte? Das ist überhaupt nicht wahr! Du bist einfach unfähig!“
„Was hast du gesagt?“ Wieder schüttelte Bakura die junge Prinzessin. Nala wurde ganz schwummerig. Ein lauter Knall veranlasste den Grabräuber dazu, sich umzudrehen. Aus der Stadt strömten Soldaten. Er grinste. „Die Kavallerie rückt an. Sollen sie kommen. Und mir auch die liebliche Millenia mitbringen. Au!“ Nala hatte ihm die Fäuste in den Rücken und die Zähne in die Schulter gejagt. „Laff deife Schmupffina fon meifer Coufine.“ Bakura ließ los und Nala landete im Sand. „Aua!“ Bakura rieb sich die Schulter. „Verdammt, das tut doch weh!“ Nala grinste. Jetzt hatten die anderen Zeit, sie einzuholen. Bakura packte Nala wieder, an den Haaren. Nala sog scharf die Luft ein. Das tat ziemlich weh. „Du bist ganz schön frech, du Göre.“ Bakura ließ plötzlich los und drehte sich weg, Sand spritze unter Millenias Klinge auf. Sie knurrte. Orphen steckte die Waffe weg und ging in die Knie. „Nala, ist alles ok?“ Nala nickte und rieb sich den Kopf. Bakura betrachtete die Szene. „Ich wusste doch, das ihr am schnellsten hier sein würdet.“
„Pass auf, Leni, er ist auch hinter dir her!“ sagte Nala schnell und Bakuras Mine verdunkelte sich. Millenia grinste. „Ist er? Ist vermutlich ohne unsre Macht zu schwach. Ha! So ein Versager.“ Bakura funkelte sie an. „Passt auf, was ihr sagt, ihr seit ja noch Kinder.“ Millenia lachte. „Ich zeig dir gleich, was diese Kinder mit dir machen!“ Dann sprang sie auf ihn los. Bakura wich wieder aus, aber Millenia verlagerte ihr Gewicht, um sich zu drehen und nochmal zuzuschlagen. Bakura duckte sich gerade noch. Dann produzierte er eine Menge Licht und Qualm, um ein paar Schritte zurückweichen zu können. Er lud eine Handvoll dunkler Magie auf, aber Orphen sprang vor. „Wa ga yubisaki ni kohaku no tate!“* Der Schild hielt dem Angriff stand, sodass Millenia dahinter hervorspringen konnte, um erneut anzugreifen. Bakura zog sein Schwert und parierte. Millenia knurrte. „So schön...“ sagte Bakura. „Und so temperamentvoll... Jaa, was braucht man mehr?“
„Halt die Klappe, Arschloch!“ Millenia erhöhte den Druck auf ihn, Blitze wanderten über die Klinge. Bakura lachte und wich dann zurück. Millenia sprang ihm nach und Bakura hob die Hand, sie gehörte gleich ihm, sie würde in seine Falle laufen... Etwas zischte zwischen ihnen hindurch und beide mussten zurückweichen. Bakura funkelte in die Richtung, aus der der Energieangriff gekommen war. Irgendjemand hatte ihm gerade seinen tollen Plan versaut. „Marik! Was soll das?“ Millenia wunderte sich. Was machte der Spinner hier? Und warum sah er plötzlich so fies drein? „Was das soll? Meinst du, ich stehe hier rum und gucke zu, wie du dir Schatten und Chaos unter den Nagel reißt? Nee, mein Freund, nich mit mir. Gib mir was ab.“ Bakura lachte. „Vergiss es.“ Marik knurrte. „Dann nehm ich es mir halt.“ Damit sprang er auf Nala los. „Denn immerhin sie gehört mir.“ Nala schrie auf, aber Orphen sprang dazwischen und hob die Hand. „Ware wa hanatsu hikari no hakujin!“** Marik riss es von den Füßen und Nala rappelte sich auf. Sie sah zu Millenia hinüber... und ihre Augen weiteten sich. „Leni!“ Millenia löste die Augen von ihr und riss grade noch rechtzeitig das Schwert hoch, um die Klinge abzufangen. Bakura betrachtete sie, als wolle er sie scannen. Millenia drückte ihn weg, aber diesmal lehnte er sich vor und hielt dagegen. Er zog das Schwert ein Stück zurück und kam ihr so mit den Gesicht näher. Millenia hob die freie Hand und jagte ihm eine magische Kugel entgegen. Orphen hatte eine Hand am Griff, die andere an die flache Klinge gelegt, um Marik standzuhalten. Nala sah zu ihm, dann schloß sie die Augen und konzentrierte sich. Magie schlug um ihre Füße, sie kroch über den Boden und bildete einen steten Fluss um sie. Der Fluss wurde stärker, Nala drehte sich auf dem Fuß um die eigene Achse und schleuderte Marik bei der Drehung mit dem Arm einen dunklen Schweif entgegen. Sofort ließ er von Orphen ab. Millenia wich zu den Beiden zurück. Auch sie öffnete das kleine Törchen zu ihrer Macht und schon tanzte die Magie um sie. Sie griff nach Nalas erhobener Hand und formte in der anderen eine Kugel aus Energie, die sie in sich zurückzog und über die verbundenen Hände mit Nala teilte. Nalas Arm begann zu glühen und sie spannte einen Bogen. Den Pfeil schoss sie auf Bakura ab. Der spannte einen Schild, aber der Pfeil stieß hindurch und traf den Grabräuber in die Brust. Seine Augen weiteten sich vor Schreck, aber lange konnte man das nicht sehen. Eine Rauchwolke stieg auf und als sie sich legte, war Bakura verschwunden. Die beiden Mädchen wanden sich jetzt Marik zu. Der wich zurück, hörte dann die Tritte im Sand. Die Soldaten nahten. „Tse, so hat das keinen Sinn.“ Mit dem Aufblitzen von dunklem Licht zog sich Marik zurück. Ein sanfter Wüstenwind kam auf. Nala hob die Hand, um ihr schönes Haar zurückzuhalten. Der Bogen war verschwunden, auch Millenia hatte das Schwert eingesteckt. Der Wind spielte mit ihrem Haar.
Mit dem Soldaten kam der Pharao und auch seine Frau. Anjali nahm Nala in den Arm und drückte sie fest an sich. „Gott sei Dank...“ flüsterte sie, dann schob sie die Tochter ein wenig von sich und betrachtete sie, aber Nala war unverletzt. Auch Millenia nahm Anjali daraufhin in eine Umarmung. Sie kehrten zusammen und redend zum Palast zurück. Am Palasttor warteten Amy und die Göttin Dyshana, die Amy auf der Straße getroffen und zum Palast gebracht hatte. Sie zogen sich in den Thronsaal zurück, wo erst Amy und dann Nala berichtete, was passiert war. Der Pharao nickte vor sich hin. „Vor Bakura und Marik werden wir gefeiht sein müssen in den nächsten Wochen. Besonders Bakura wird nicht nachlassen, bis er besiegt wird.“ Millenia lachte. „Dem werden wir schon zeigen, wo der Hammer hängt.“ Nala nickte zustimmend. „Unterschätzt ihn nur nicht.“ warnte Anjali die Mädchen. Auch der Magier Orphen nickte. „Ich bin sicher, er hat nicht mal auf einen Bruchteil seiner Magie zurückgegriffen und wer weiß, was er sich einfallen lässt, um das zu bekommen, was er haben will.“ Atemu richtete sich in seinem Thron auf. „Wir dürfen ihm keine Schwäche offenbaren, sonst nutzt er sie gnadenlos aus.“ Einen Moment herrschte Stille, dann wand sich Nala und sah auf. „Ich würde gerne... ein Bad nehmen, Mutter. Ich komme mir sehr schmutzig vor und ich habe noch überall Sand in der Kleidung.“ Anjali erhob sich und nahm die Tochter an der Schulter. „Dann komm, mein Kind. Was ist mir, Leni?“ Millenia nickte. Ein bisschen heißes Wasser zum Entspannen und nachdenken konnte sie gut brauchen. Amy sah die beiden durch die Tür verschwinden. Der Pharao wand sich an sie und er lächelte dabei sanft. „Und du, Amy, du wirst wohl so schnell nicht zurückkommen in deine Welt. Jemanden durch die Zeit zu schicken übersteigt meine Macht und auch die von Orphen.“ Amy sah von einem zum anderen. „Damit habe ich gerechnet.“ Einen Moment dachte sie an ihre Familie und ließ die Schultern hängen. Der einzige Trost war ihr, das Caith offenbar durch den Zeittunnel zurück gehuscht war, bevor er sich geschlossen hatte. Dann richtete sie sich wieder auf. „Nala ist in Gefahr, habe ich Recht? Ich weiß nicht genau, ob diese Männer sie wegen ihrer Magie oder ihrem Status gejagt haben, aber sie jagen sie.“ Der Pharao blickte jetzt ernster, aber er nickte. Amy sah ihn entschlossen an. „Dann bleibe ich hier und stelle meine bescheidenen Fähigkeiten in Euren Dienst, um Nala beizustehen. Wisst Ihr...“ sagte sie und eine Windböe aus den Fenstern griff sanft nach ihrem Haar. „... ich habe immer von einem Abenteuer geträumt, schon als ganz kleines Kind. Aber ich kann nicht kämpfen, ich bin nicht besonders sportlich und auch nicht gelehrter als Nala. Ich kann nichtmal eine Waffe führen. Im Kampf kann ich Nala also nicht beistehen. Aber Nala hat mir nach unserem Umzug in ihre Stadt geholfen und jetzt möchte ich ihr helfen, mit dem kleinen bisschen, was ich kann. Wenn ich schon nicht für sie kämpfen kann, dann möchte ich immerhin für sie da sein, wenn sie Beistand braucht.“ Der Pharao nickte. „Nun, ich denke, dann weiß ich schon, was eine gute Position für dich wäre.“

* Bernsteinschild aus meinen Fingerspitzen
** Ich setzte dich frei, Schwert des Lichtes

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Kapitel 2 – A very hairy Fight

Beitrag  Cho Izanami am Di Apr 05, 2011 7:05 pm

Es wurde langsam morgen über Ägypten. Trotz der frühen Stunde war im Palast schon geschäftiges Summen. Eine Woche war nach dem ersten Kampf mit Bakura vergangen und bisher war alles ruhig geblieben. Den einzigen Krach hatten Millenia und Orphen veranstaltet, weil sie sich in die Haare bekommen hatten, aber ansonsten war es bequem im Palast. Zu dieser frühen Stunde war nur der Pharao, ein echter Frühaufsteher, und ein paar Diener bereits auf den Beinen. Sie kochten bereits oder putzen die Gänge oder erledigten morgendliche Botengänge und Einkäufe und halfen dem Pharao bei dem Papyrus-Kram, den er zu erledigen hatte. „Jedes Herrschergeschäft hat zu viel mit Payrus und Politik zu tun.“ sagte der junge Herrscher auch heute morgen und schüttelte den Kopf.
Es wurde nach moderner Zeitrechnung halb neun, als Amy Nalas Zimmer mit dem Frühstück betrat. „Guten Morgen, Nala.“ lächelte sie. Nala rieb sich die Augen, sie saß in ihrem Bett und streckte sich. „Oh, Guten Morgen. Wie spät ist es?“ Amy stellte das Tablett auf dem niedrigen Tisch ab. „Die dritte Stunde nach Sonnenaufgang, also nach acht.“ sagte sie. Nala stand auf und tapste zur Waschschüssel. Das es kein fließendes Wasser gab, daran hatte sie sich erst gewöhnen müssen. Dann setzte sie sich an den Tisch. „Wie sieht der Tag aus?“ fragte sie Amy. „Herrlich.“ antwortete sie. „Der Himmel ist blau und den Nil hinauf kommt eine sanfte Brise. Es ist jetzt schon sehr warm.“ Nala nickte. Sie beendete ihr Frühstück und Amy half ihr beim Ankleiden. Dann ging Nala hinaus. Sie hielt sich gerne im Garten auf und bemühte sich, das Lesen der Hyroglyphen zu lernen. Leider gab es davon so viele, das Nala auch jetzt noch Probleme hatte. Amy stand hinter ihrer Bank. Sie war zu Nalas persönlicher Hilfe geworden und kümmerte sich gerne um sie. Ähnlich wie Nala hatte auch Amy gerne den ganzen Tag zu tun und kümmerte sich nicht nur um Nala, sondern kochte oder erledigte Botengänge. Nala hatte sich inzwischen aklimatisiert. Millenia hatte nicht so lange dafür gebraucht, sie war schon oft in andere Welten gereist und den Umschwung von Klima und Wetter gewohnt. Nala nicht, aber sie hatte ägyptische Gene und eine gebräuntere Haut. Amy nicht. Ihr war es immer noch ungewohnt, das es so heiß war. Nala verbrachte fast den gesamten Morgen im Garten, aber als es gegen Mittag ging, musste sie sich ins Innere des Palastes zurückziehen, wo es kühler war. Sie ging ins Arbeitszimmer ihres Vaters und begrüßte ihn erfreut. „Hall, Vater, ich habe nicht damit gerechnet, das du hier bist.“ Der Pharao legte die Rolle weg, die er gerade las, und lächelte. „Bleib doch hier, Kind, du störst doch nicht. Komm, setz dich hierher, ich helfe dir. Übst du noch lesen?“ Nala nickte eifrig. Er half ihr beim Lernen. Nach einer Weile kam auch Anjali herein und dann auch Millenia. Anjali saß in einem Stuhl weiter hinten im Raum und reparierte einen weiten Rock und Millenia setzte sich bei sie und sah ihr zu. Schließlich begann Anjali, Millenia Geschichten aus ihrer und Amys Zeit zu erzählen und Millenias Lachen lockerte die ganze Atmosphäre auf. Erst als es später Nachmittag wurde, legte Nala die Schriften beiseite. „Ich werde mal in meine Gemächer zurückgehen und mich waschen und am besten etwas leichtes essen. Ich habe grade wirklich Lust auf ein oder zwei Stück Obst.“ Der Pharao wand sich an Amy. „Könntest du meiner Tochter Wasser und frisches Obst in ihr Zimmer bringen?“ Amy nickte. „Natürlich, ich werde es frisch vom Markt holen gehen.“ Eigentlich wollte Nala ihr sagen, das sie auch gerne Obst aus der Küche nahm, aber Amy war schon davongehuscht. „Also...“ Der Pharao lachte. „Ich wusste doch, das diese Position für sie geeignet ist.“ Nala ging also zurück zu ihren Zimmern und legte das Kleid ab, wusch sich, denn in der Hitze schwitze sie oft sehr, dann zog sie sich um.
Amy war zum Markt gehuscht, hatte Obst geholt und war nun auf dem Rückweg. Sie folgte wie immer der Hauptstraße, aber die Sonne schien darauf und Amy hielt den Sonnenschirm gut über den Kopf. Dann blieb sie stehen, denn mitten auf der Straße lag jemand. 'Oh nein, ein Verletzter!' Amy kniete neben dem jungen Mann und legte die Hand auf seine Stirn. Er war glühend heiß. 'Er muss aus der Sonne.' Amy legte den Schirm ab und zerrte den Mann in den Schatten der Palastmauer. Dann öffnete sie ihren Wasserschlauch und befeuchtete ihr Taschentuch mit dem Wasser. Vorsichtig strich sie ihm damit über das Gesicht. Seine Lider zuckten und Amy hob den Wasserschlauch. „Vorsicht, ich gebe Euch etwas Wasser.“ sagte sie. „Schluckt vorsichtig.“ Sie flößte dem Dunkelhaarigen etwas Wasser ein und er öffnete die müden Augen. Er hob die Hand und hielt sich den Kopf. „Au... Wo bin ich?“ Amy lächelte. „Ihr seit vor den Toren des Palastes. Auf der Straße seit ihr wohl unter der Hitze kollabiert. Hier, trinkt noch etwas.“ Sie reichte ihm den Wasserschlauch. Der Mann nahm ihn dankend an und trank. Amy musterte ihn. Er sah wirklich etwas dehydriert aus.Er hatte schwarzes Haar und war noch relativ jung. An seiner Seite hing ein Schwert in einer kunstvoll verziehrten Scheide. Seine Augen waren eisblau. Amy hatte nie ein so helles Blau in den Augen eines Menschen gesehen. Er hielt ihr den Wasserschlauch hin und sie verstaute ihn wieder an ihrem Gürtel. „Wie fühlt Ihr Euch?“ fragte sie. „Besser. Ich möchte gerne aufstehen.“ Amy stützte ihn dabei. Er stand erstaunlich stabil. Jetzt musterte er seinerseits das Mädchen. „Du bist Dienerin des Pharao, habe ich Recht?“ Amy nickte. „Woher stammst du? Ich habe noch nie Haare in dieser Farbe gesehen.“
„Ich komme von einem anderen Kontinent.“ sagte Amy. Der Mann nickte. „Man hört es an der Art, wie du sprichst.“ Amy fiel das Ägyptisch noch ab und zu schwer. Besonders morgens kam es vor, das sie noch Englisch sprach. Und fluchen tat sie sowieso in ihrer Heimatsprache. „Oh, wo sind meine Manieren?“ sagte sie und verneigte sich tief, wie sie es gelernt hatte. „Mein Name ist Amy, ruft mich, wenn Ihr mich benötigt.“ Ein flüchtiges Lächeln ob des fremden Namens huschte über sein Gesicht. „Ich bin Abraxas, es freut mich und ich danke dir für die Hilfe.“ Amy lächelte. „Aber das war doch eine Selbstverständlichkeit.“ Lautes Getöse und Gerumpel unterbrach das Gespräch. „Was war das?“ fragte Amy und sah in die Richtung, aus der der Radau kam. „Es kam vom Palast, habe ich recht?“ fragte Abraxas. Sie eilten zur Seite der Palastmauer. In der Wand des Palastes auf Höhe des zweiten Stockwerks klaffte ein großes Loch und aus dem Fenstern quoll etwas. „Sind das etwa Haare?“ fragte Amy, aber in dem Moment durchschnitt ein Schrei die trügerische Stille. „Nala!“ Amy wollte loseilen, doch Abraxas hielt sie auf. „Nicht, warte. Du kannst doch da nicht kopflos hineinstürmen. Wer weiß, wer da drin ist.“ Amy sah ihn an. „Aber ich muss ihr doch helfen. Huh?“ Aus dem Loch schoßen Haare wie eine Lanze, ein gewaltiger Strom. Die Wachen an der Mauer stoben auseinander. Abraxas legte einen Arm um Amys Taille. „Festhalten!“ Dann ging er in die Knie und sprang ab. Die Haare rauschten unter ihm hindurch. 'Was für eine Sprungkraft!' Sie landeten im Loch und Abraxas ließ sofort los. „Versteck dich!“ sagte er. Amy nickte und huschte zur Seite davon. Abraxas zog das Schwert und machte sich auf den Weg durch die dunklen Gänge, denn die Fenster waren von Haaren verstopft.
Anjali und der Pharao hatten sich im Thronsaal aufgehalten, als jemand das Loch in den Palast gesprengt hatte. Atemu war zur Tür geeilt, aber sofort waren die Haare durch das Loch gequollen. „Was ist das?“ Er lehnte sich mit seinem gesamten Gewicht gegen die Tür und drückte sie zu, doch ein fester Stoß von außen war ihn zu Boden und die Tür aus den Angeln. Anjali wich zurück, Atemu rollte sich zur Seite weg, bevor die Tür ihn unter sich begrub. Er sprang zu ihr zurück, um sie verteidigen zu können. Durch das Loch in der Wand trat eine schlanke Frauengestalt. „Hallo, Anjali. Lange nicht gesehen.“ Anjali wich noch einen Schritt zurück. „DarkShaddow.“
„Hi.“ Sie grinste. „Gut siehst du aus. Erholt. Hast ganz schön auf dich warten lassen. Und ich wollte dich doch so gerne wiedersehen.“ Sie kam näher und der Pharao und Anjali wichen zurück bis vor die Stufen des Throns. Die Dämonin lachte. „Jetzt endlich kann ich mich an euch allen rächen und mir danach sogar noch Schatten und Chaos nehmen, ohne dich am Leben lassen zu müssen.“ Anjali zitterte und sah sie an. „Was hast du mit meiner Tochter gemacht?“ DarkShaddow lachte wieder. „Ich habe sie bereits abreisefertig verpackt, aber zuerst seit ihr dran!“
Abraxas war leise durch die Flure geschlichen und hatte leise in die Zimmer geschaut, bisher aber nichts gefunden. Jetzt öffnete er Nalas Zimmertür und eilte dann neben das Bett. „Prinzessin! Alles in Ordnung?“ Nala saß in einem regelrechten Kokon aus Haaren, an einigen Stellen eng eingeschnürt, an anderen lockerer, und versuchte, sich herauszuwinden. „Ja, aber...“ Abraxas nahm das Schwert. „Haltet still.“ Mit mehreren kräftigen Rucks befreite er Nala aus der haarigen Situation und half ihr auf. Sie klopfte sich ab. Bis auf ein paar kleine Schnitte war sie unverletzt. „Danke, aber... Wer genau bist du?“
„Mein Name ist Abraxas, ich komme eigentlich um eine Audienz mit dem Pharao zu erbitten, als ich sah, das der Palast in Nöten war.“ Nala nickte. „Meine Mutter... ich muss meine Mutter finden. Schnell. Die Frau, die mich gefesselt hat, sagte, sie suche nach ihr.“ Die Beiden liefen aus dem Raum und hinunter.

„Nicht bewegen.“ Die Haare hatten Millenia fast bis unter die Decke gezerrt, weil sie sich kräftig gewehrt hatte. Jetzt kam sie nicht an ihr Schwert. Orphen war gerade hereingekommen, als Millenia nach ihrer Magie gegriffen hatte. „Mich hier hängen lassen wie eine Fledermaus, ich glaub, es hackt!“ Leni entlud ihre Magie und die Haare rissen. Sie sackte ab, aber schnell wanden sich die gerissenen Enden wieder um ihren Körper und hinterließen Schnitte, wenn sie sich bewegte. „MAAAN!“
„Jetzt halt ne Sekunde still, verdammt!“ schimpfte Orphen. „Ware wa kizuku, taiyou no sentou!*“ Eine Flammensäule schoß empor und sofort brannten die Haare herunter. Millenia landete elegant neben dem Magier, richtete sich auf, ballte die Faust und schlug ihm auf den Kopf. „Auuu!“ Orphen rieb sich die Beule. „Was soll denn das?“
„Bist du bekloppt, mich anzufackeln? Du hättest mich grillen können, du Idiot!“ keifte die Drachin. „Das hätte dich auch nicht heißer gemacht.“ sagte Orphen, hielt dann aber schnell den Mund. „WIEEE BITTEEEEEE?“ Er zog den Kopf ein. „Der Pharao. Retten wir schnell den Pharao.“ Millenia zog zurück. „Ja, du hast recht. Los, komm mit!“ Damit hetzte sie aus dem Zimmer und Orphen konnte sehen, das er an ihr dran blieb.

Abraxas schlich vor Nala durch die Gänge, schnitt Wege frei und spähte um Ecken, aber niemand stellte sich den Beiden in den Weg. Aus dem Thronsaal halte das klirren von Stahl. Nala schloß die Augen und griff nach ihrer Magie. Abraxas sah ihr fasziniert bei der Verwandlung zu. Dann stürmte Nala hinein. „Mama!“ DarkShaddow hielt in ihrem Kampf mit dem Pharao inne, der seine Frau beschützte. „Verdammt, wie ist die nur da rausgekommen? Argh!“ Atemu hatte aus ausgeschlagen und die Dämonin sprang zurück und blieb auf einer der Ziersäulen stehen. Nala war zu ihrer Mutter gelaufen und hatte sich vor ihr aufgebaut. „Nala... Sei vorsichtig.“ sagte sie flehend. „Wie die Mutter, so die Tochter, immer das Gleiche.“ sagte DarkShaddow. „Beides Nervensägen, aber willensstarke Nervensägen. Aber geh mir besser aus dem Weg, Kleines, dann muss ich dir nicht wehtun.“
„Lass die Finger von meinen Eltern!“ antwortete Nala giftig. Abraxas war ihr gefolgt und sah die Frau ebenfalls feindselig an. „Na gut, dann muss ich dich wohl aus dem Weg räumen.“ DarkShaddow hob die Hand und durch die Fenster drangen Bahnen von Haare in den Saal ein. Atemu deckte Anjalis linke Seite, Abraxas kam hinzugeeilt, um Nala zu helfen, die mit ihrer Schattenmagie die Haare fernzuhalten versuchte. „Verdammt, das hört ja gar nicht mehr auf.“ DarkShaddow lachte. Mit einem Krachen flog die zweite Tür auf und Millenia und Orphen kamen herein. Millenia riss sofort das Schwert hoch. „Aloha.“
„Na, hier ist ja was los.“ staunte Orphen und hob die Waffe. DarkShaddow schickte auch ihnen mit einer Handbewegung eine Ladung Haare entgegen. Nala fiel etwas auf. „Einige der Haare laufen zu ihr zurück, siehst du?“ fragte sie Abraxas. Der nickte. „Ihr habt Recht.“
„Wir können sie über diese Haare direkt angreifen.“ sagte Nala. „Ware wa kizuku, taiyou no sentou!“ Die Haare zerfielen. Nala sprang aus der Einkesselung heraus und griff nach einer Strähne, bevor sie sich zurückziehen konnte. „Die hier!“ rief sie. Millenia riss eine Fackel aus der Halterung an der Wand und lief damit zu Nala, Orphen brannte ihr den Weg frei. „Schnell, bevor sie euch wieder trennt!“ Millenia warf die Fackel auf die Strähne in Nalas Händen. Sofort loderten Flammen auf und Nala ließ los, ein wenig verbrannt hatte sie sich. Das Feuer fraß sich in Sekundenschnelle zu der dunklen Dämonin hin. „Argh!“ Ihre Kleidung fing Feuer und sie sank zusammen. Als Millenia auf sie lossprang, verschwand sie. „Feige Socke!“ giftete die Drachin, aber sofort verschwanden all die Haare und der Palast ruhte wieder im Licht der Sonne.

Die Aufräumarbeiten waren noch nicht ganz abgeschlossen, aber im Thronsaal saßen nun schon wieder alle beisammen. Abraxas sollte seine Audienz bekommen. „Ich komme aus meinen Reich, um Euch zu warnen, oh Pharao. Die Dämonen sammeln sich, sie sind kriegswütig und haben sich von Bakura beschwatzen lassen. Ich fürchte, Ihr müsst mit einem Angriff rechnen.“ Atemu musterte ihn streng. „Also bist auch du ein Dämon?“ Abraxas spannte die Kiefermuskeln an. „Ja, oh Pharao.“ Eine unruhige Reaktion ging durch den Raum. Millenia legte die Hand an den Schwertknauf, Orphen spannte die Armmuskeln an, Anjali blickte rasch zu ihrem Mann und Nala war ein paar Schritte zurückgewichen. „Warum dann kommst du und warnst uns?“ fragte Atemu scharf. „Es ist wegen meinem Vater.“ sagte Abraxas ehrlich. „Ich glaube nicht, das Bakura etwas Gutes im Schilde führt. Sollte er die Kräfte der Prinzessinnen erlangen, wird er auch uns vernichten. Und die Welt, wie wir sie kennen, wird untergehen. Das darf nicht passieren.“ Der Pharao nickte. Aber Abraxas war noch nicht fertig. Er ging auf den Pharao zu, zog sein Schwert, alle sprangen sofort auf, aber er sank auf ein Knie hinab und bot dem Pharao sein Schwert auf den Handflächen dar. „Ich bitte Euch, erlaubt mir, meine Kräfte in Euren Dienst zu stellen und Eure Tochter wie Eure Nichte zu verteidigen mit all meiner Kraft und gegebenenfalls auch mit meinem Leben.“ Einen Moment war Stille, dann griff der Pharao das Schwert und betrachtete es. „Dies ist eine feine Schmiedearbeit, Abraxas, Prinz der Dämonen.“ Sanft legte er dem jungen Mann die Spitze des Schwertes auf den Kopf. „Schwörst du, das du mich, mein Amt oder meine Familie niemals hintergehst?“
„Ich schwöre bei meinem Leben.“ sagte der Prinz ernst. Der Pharao hob das Schwert. „Dann erhebe dich.“ Abraxas erhob sich und nahm sein Schwert wieder in Empfang. „Willkommen im Dienst des Pharao.“

* Ich bilde dich. Turm der Sonne

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Kapitel 3: Interlude - This Thing called Love

Beitrag  Cho Izanami am Di Apr 05, 2011 9:31 pm

Nalas Augen wanderten immer wieder von den Seiten der Schriften zu dem Dämon hinüber. So ganz traute sie ihm nicht, aber er hatte ihr das Leben gerettet. Trotzdem wusste sie nicht, was sie von dem Dämon halten sollte, viel hatte sie für Dämonen nicht übrig. Aber bei Abraxas war das was anderes. Eine Art mystische Anziehungskraft war an ihm. Seit einer Woche verhielt er sich still, aber ihr gegenüber etwas seltsam. Im Moment wirkte er selbst irgendwie glücklich. Sie waren im Garten und ein Beet Blumen, Bäume und Gras trennte sie voneinander. Inzwischen hatte sich gezeigt, das er offenbar eine gespaltene Persönlichkeit besaß, was Nala etwas bizzar fand.

Tief über das Beet gebeugt fand sie ihn, genau wie erwartet. „Hallo, Caim.“ sagte Amy und er wand sich um mit einem Gesicht, als habe sie ihn beim Schreiben eines Liebesbriefes erwischt. „Alles ok?“ Er nickte eifrig. „Ja, ich habe dich nur nicht kommen gehört. Hallo, Amy.“
„Oh, tut mir Leid, ich wollte dich nicht erschrecken.“ sagte Amy schnell, aber Caim winkte ab. „Ist schon ok.“ Caim, das war der andere Teil, der ab und zu in Abraxas wach wurde. Es war eine schüchterne Seite, ein einfacher Mann, ein lieber höflicher Junge. Als Amy ihn auf sein Zimmer geführt hatte, hatten sie sich das erste Mal unterhalten, inzwischen waren sie ganz gute Freunde geworden, sie und Caim. Aber so konnte er auch nicht wirklich verstecken, was er so gerne tat. „Ich kümmere mich gerne um Pflanzen.“ sagte Caim. „Sie gedeihen so gut, wenn man sie mit der Hand pflegt. Irgendwie beruhigt mich diese Arbeit.“ Amy lächelte. „Du beobachtest Nala, habe ich Recht?“ Sofort wurde er knallrot. 'Erwischt!' dachte sich Amy. „G-Gar nicht.“ sagte er. Amy lachte. „Oh Caim, das muss dir doch nicht peinlich sein.“ Caim malte mit dem Finger Kreise auf den Boden. „Ich weiß auch nicht, ich kann einfach nicht anders. Sie zieht meine Blicke fast schon magisch an, ihre Haare, die Art wie sie sich bewegt, einfach alles.“ Amy sah zu Nala hinüber. „Ja, das kann ich verstehen. Nala ist ja auch unheimlich hübsch. Sie ist so elegant und ihr Haar ist so schön. „Amy stieß einen Seufzer aus. Nala sah zu ihr herüber und Amy winkte. „Bist du neidisch?“ fragte Caim vorsichtig. Da sich Nala wieder dem Papyrus zugewand hatte, nahm Amy die Hand hinunter. „Naja, ein bisschen vielleicht. Aber der Mensch will immer das, was er nicht hat. Ich hätte gerne ihre schönen Haare und ihren grazilen Körper.“ Caim sah zu ihr hin, mit rotem Gesicht. „Ja... du hast recht, sie ist wirklich.... sehr hübsch.“ Amy lächelte. Caim brauchte eben ab und zu einen kleinen Anschubser. „Ja, nicht wahr?“ Caim nickte jetzt. Offenbar tat es ihm gut, darüber mit jemandem zu reden, der seine Meinung teilte. „Wenn ich ehrlich sein soll, dann ist sie die schönste Frau, die ich je gesehen habe.“ Er seufzte. „Aber wie soll ich ihr das sagen? So wie ich das gehört habe, mag sie keine Dämonen.“ Amy gab ihm einen Klaps auf die Schulter. „Kopf hoch, Buddy. Du bist doch kein normaler Dämon, kein dahergelaufener Kerl. Du bist du, Abraxas der Prinz und Caim, der Junge. Etwas mehr Confidence, hm?“ Caim lächelte. Er hatte sich daran gewöhnt, das Amy fremde Worte in ihre Sätze baute. „Aber... Aber meinst du, jemand wie ich und... und eine Prinzessin wie sie...?“ Amy lachte wieder. „Vergiss doch mal den Status. Nala ist zwar Prinzessin, aber in erster Linie ist sie Nala und Nala ist ein Mädchen, ya know? Warum soll ein Mann sie nicht beeindrucken können?“ Caim wand sich. „Ich bin sicher nicht ihr Typ....“ Amy sah ihn streng an. „Sag das doch nicht, mein Junge.“ Sie drohte ihm mit dem Zeigefinger wie eine strenge Mutter und er wich zurück wie ein eingeschüchteter Sohn. „Wenn du nur du bist und Nala davon überzeugen kannst, wie wunderbar das Du von Abraxas ist, dann wird alles gut.“ Er starrte sie an. „Wi... wirklich?“ Amy nickte.
Amy stand schon wieder eien Weile im Flur, als sie Nala rufen hörte. „Amy, könntest du mir etwas zu essen machen lassen? Nicht viel, aber ich habe Hunger und bei der Hitze heute Nachmittag habe ich nicht viel essen können.“
'Das ist DIE Chance!' freute sich Amy. „Natürlich Nala, ich rufe den besten Koch des Palastes.“ Sie huschte hinaus und in den Garten. „Caim! Hier steckst du. Los, komm mit!“ Ohne Wiederrede zuzulassen schleifte sie ihn in die Küche. „W-Was ist denn los?“ Amy lächelte fein. „Nala hat etwas Hunger und du kochst doch so toll. Der Koch ist krank und ich persönlich koche immer etwas.... naja, seltsam. Hilf mir doch bitte.“ Caim sah sie an. „Aber wieso denn ich? Ihr habt doch mehr als einen Koch.“
„Liebe geht durch den Magen.“ belehrte ihn Amy. Caim war wirklich ein guter Koch. Er briet Fleisch an, machte Salat und richtete alles wunderbar her, Amy half ihm dabei. Sie lernte viel. Dann bestand sie darauf, das er ihr half, Essen, Obstteller und Wasser hinauf zu Nala zu bringen. Überrascht schaute Nala auf. „Wow, das sieht lecker aus.“ Sie aß mit gutem Appetit alles auf und bedankte sich freundlich bei dem Ersatzkoch, lobte das Essen und Caim lief sofort rot an, stotterte etwas vor sich hin und huschte hinaus. „Was hat er denn?“ fragte Nala. „Ach, er hat wohl den Satz 'Es war mir eine Ehre, für solch eine Schönheit zu kochen' nicht rausgebracht.“ Nala sah ihre Freundin mit geröteten Wangen an. Amy lächelte und ging hinaus. 'Was hat sie da gesagt? Heißt das etwa.... heißt das, das Caim etwas.... für mich empfindet?' Nala spürte, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg. 'Oje, Hilfe, mit sowas kenne ich mich doch gar nicht aus!'

„Was? Du hast den Verdacht, das Abraxas in dich verliebt ist?“
„Psssht, Leni, doch nicht so laut!“ Nala sah sich hastig im Garten um. Leni starrte sie an. „Is nich wahr?“ Nala nickte. „Amy hat so eine Andeutung gemacht und sie... naja, sie kennt ihn ja schon ganz gut, zumindest habe ich das Gefühl, aber...“ Nala brach ab. Millenia wartete einen Moment, dann hakte sie nach. „Aber was?“ Nala wand sich auf der Gartenbank. Samten zog sich der Sternenhimmel über die Cousinnen. „Naja, er ist ein Dämon, Leni. Und außerdem hatte ich bisher eher das Gefühl, das er....“Sie brach wieder ab. „Ja?“ fragte Leni. „Naja, ich habe eher gedacht, das er Amy lieber hat als mich.“ Leni lachte. „Hey, son Prinz ist doch ne gute Partie. Schau an, was mir am Buckel klebt.“ Nala kicherte. „Du redest über Orphen, als wäre er ein Rucksack.“
„Manchmal kommt er mir so vor.“ sagte Millenia ehrlich. Nala lachte. „Aber du magst ihn.“
„Klar.“ Millenia kickte etwas Kies herum. „Er ist ja schon ganz nett. Ein Depp, aber immerhin ein netter Depp.“ Selbst im Dunkeln bemerkte Nala den Anflug von Verlegenheit bei ihrer Cousine. Sie seufzte. „Tja, da sitzen wir nun beide mit unseren Problemen.“ sagte sie. Leni nickte. „Ja, immer die Männer.“

Caim tapste leise in den Garten. Am anderen Ende der Anlage, weit genug von Nala und Millenia, als das ihr Lachen nicht herüberwehte, saß Amy auf einem Stein, die Augen geschlossen, die Hände gefaltet. Caim betrachtete sie einen Moment. „Amy? Was machst du da?“ Amy sah nicht auf. „Ich habe eine Sternschnuppe gesehen und wünsche mir etwas.“ Caim setzte sich neben sie. „Was wünscht du dir?“ Amy kicherte und sah ihn an. „Das darf ich dir nicht sagen, sonst geht er nicht in Erfüllung.“ Caim sah zu den Sternen auf. „Schade.“ Es vergingen ein paar Minuten. „Ich wünsche mir aber immer dasselbe.“ sagte Amy. Caim sah zu ihr, aber sie betrachtete noch die Sterne. „Schon seit Jahren habe ich nur einen einzigen Wunsch und jedesmal, wenn ich eine Sternschnuppe sehe, dann wünsche ich mir ganz fest, das er in Erfüllung geht. So sehr, das ich immer wieder nach Sternschnuppen suche.“

Der nächste Tag brach bereits mit wunderbarem Sonnenschein an und Nala nutzte das, um in den grünen Gebieten am Nil spazieren zu gehen. Sie hatte Abraxas mitgenommen, um ihm zu zeigen, wie schön Ägypten war. Und er staunte auch nicht schlecht. Nala war stolz auf ihr land und seine Bewunderung erfüllte sie mit einer gewissen Zufriedenheit. Während er stehenblieb, um eine Lotusblüte am Wegesrand zu bewundern, war Nala vorgeeilt und sah sich um. Erst das Zischen alamierte sie, aber da war es natürlich schon fast zu spät. Die Prinzessin erstarrte augenblicklich. Direkt vor ihr, wirklich nur ein- oder zwei Schritte voraus, richtete sich die Schlange mit eine bedrohlichen Zischen auf. Nala wäre fast auf sie getreten. Sie konnte die Wut des Tieres verstehen, aber sofort packte sie auch die Angst. Abraxas hatte inzwischen aufgeschlossen. „Nicht bewegen.“ sagte er leise. „Tu ich nicht.“ flüsterte Nala, ohne die Augen von dem aufgebrachten Lebewesen zu nehmen. Abraxas bewegte sich ganz langsam, er hatte das Schwert samt der Scheide vom Gürtel gelöst. „Abraxas, das ist eine Hornviper.“ sagte Nala ganz leise. „Wenn sie dich beißt, stirbst du, bevor Hilfe hier ist.“
„Ganz ruhig.“ sagte Abraxas. „Nur keine Angst. Ich schaffe sie weg.“ Nala wand ihm die Augen zu. „Bitte tu ihr nichts, sie verteidigt sich ja nur.“ Abraxas nickte. Als die Schlange ihm den Kopf zuwand, bewegte Nala ihren eigenen und sofort hatte sie die Aufmerksamkeit des Reptils wieder. Die Viper zischte und richtete sich noch weiter auf. Abraxas, der sich bisher in Zeitlupe bewegt hatte, machte jetzt eine schnelle Bewegung und katapultierte das Tier mit der Schwertscheide ein paar Meter zur Seite. „Schnell!“ Beide ergriffen die Flucht. Erst nach ca. 100 Metern waren sie sich sicher, das das Tier ihnen nicht folgte und Nala sank zu Boden und schöpfte Atmen. „Oh... Man... das... war aber.... knapp...“ Abraxas hatte die Hände auf die Knie gestützt und nickte. Beide schnauften, sahen einander an und mussten dann lachen. „Was ein Abenteuer!“ lachte Nala. „Das war eigentlich ganz schön gefährlich.“ sagte Abraxas und richtete sich wieder auf, dann reichte er der Prinzessin die Hand und zog sie hoch. „Ja, war es, aber du warst ja bei mir.“ sagte Nala und umschlang seinen Arm. „Gott sei Dank.“ Sie spürte, wie er seinen Rücken versteifte. Damit schien er nicht gerechnet zu haben. In dem Moment war Nalas Unsicherheit verflogen. Wenn er gekommen war als Verräter, hätte er die Schlange reizen könne, bis sie zugebissen hätte und das Ganze wäre ein tragischer Unfall mit Todesfolge gewesen. Jetzt aber konnte sie sich sicher sein: Abraxas meinte seinen Schwur wirklich ernst. Und damit war er kein hinterhältiger Dämon mehr, sondern nur noch ein verdammt attraktiver Mann.

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ACHTUNG ADULT! Kapitel 4: Interlude – Desire is a burning flame

Beitrag  Cho Izanami am Mi Apr 06, 2011 2:10 am

Mit Schwung knallte Leni die Tür zu. „Man, mit dem kann man keine zwei Sätze wechseln ohne das er einen aufregt!“ Sie schlug mit der Faust gegen ihren Schrank und sofort klaffte ein tiefes Loch darin. Sie wand sich zur Tür und brüllte sie an: „Arschloch!“ Sofort flog die Tür auf und Orphen kam herein. „Das habe ich gehört!“
„Na und? Ich sage nur die Wahrheit!“ keifte Leni zurück und Orphen griff nach ihr und drückte sie an die Wand. „Hör auf!“ Aber Millenia war auf 180. Dabei hatten sie sich nur wegen einer Kleinigkeit in die Haare bekommen. Aber irgendwie schaffte es nur Orphen, sie derart auf die Palme zu treiben. „Wer hat den angefangen mit den blöden Kommentaren? Lass mich bloß...“ Orphen riss sie an sich und drückte seine Lippen auf ihre. Immerhin waren seine Hände damit beschäftigt, sie festzuhalten, da konnte er die nicht dazu benutzten, das sie die Klappe hielt. Einen Moment war Millenia total perplex, dann kochte ein wahnsinniges Gefühl in ihr hoch und sie legte die Arme um ihn und drückte sich an ihn, ein Bein schlang sie um seinen Unterleib. 'Ich brenne... mein Körper... steht in Flammen...' Sie zerrte ihn mit sich, ohne den Kuss zu unterbrechen, sie wollte nicht, das er seine Zunge aus ihrem Mund nahm. Mit den Kniekehlen stieß sie gegen ihr Bett. Da hob der Magier sie hoch und warf sie darauf. Sofort griff sie wieder nach ihm und zerrte ihn auf sich, sie wollte seine Wärme spüren und seine Haut. Deswegen riss sie sein Shirt hoch und drückte die Hände gegen seine heiße Brust, schnell schlug sein Herz gegen ihre Finger. Mit seinem gesamten Gewicht drückte er sie in die Matratze, aber Millenia konnte gar nicht genug von ihm bekommen. Sie wusste nicht warum, aber sie hatte das dringende Bedürfnis, ihn zu berühren, ihn zu spüren, so nah es ging. Sie war sich sicher, denn sonst würde sie verrückt werden. Sie krallte sich in den Stoff über seiner Brust und riss ihn entzwei, dann legte sie die Lippen daran und fuhr mit der Zunge die Zeichnung seiner Rippen und die Bauchmuskeln nach, die unter ihrer Berührung zu flattern schienen. Er hielt sie nicht auf, also ging sie tiefer, bis sie mit den Zähnen den Verschluß seiner Hose aufriss und sie bis zu seinen Knien hinabzog. Darunter trug er nichts mehr. Mit dem Fingernagel fuhr sie seine Länge nach und scharf sog er Luft zwischen den Zähnen ein. Einen Moment glaubte Millenia, sie habe diesen kleinen Kampf gewonnen und er ließe sie machen, da packte er sie und riss ihr mit einer ungewohnten Begierde die Kleidung vom Leib. Sagen ließ er sie nichts, wieder küsste er sie und fachte damit das Feuer weiter an, das in der jungen Drachin brannte. Er legte die Hände in ihre Kniekehlen und drückte ihre Beine mit sanfter Gewalt auseinander und nach oben. Millenia spürte ihn mehr als deutlich, als er in sie eindrang und quittierte das Ganze mit einem Aufstöhnen. Eine Weile hielt er sie so, während die kräftige Stöße ihren Körper zum Beben brachten und Leni ihm in den Hals biss und über sein Schlüsselbein leckte, dann zog er sich aus ihr zurück, hob sie an und drehte sie herum, sodass sie mit dem Bauch auf der Matratze lag. Er umfasste ihre Hüften, massierte die empfindliche Stelle, an der die Beine mit dem Hintern verschmelzen und zog sie nach oben. Dann stieß er wieder zu. Millenia biß sich auf die Lippe, konnte das Aufstöhnen aber nicht mehr unterdrücken. Sie stemmte sich auf die Hände und veränderte so den Winkel, Orphen entfuhr nun ebenfalls einen Stöhnen und er beugte sich über ihren Rücken, spielte mit seiner Zunge an ihrem Ohrläppchen und leckte ihren Hals, eine Hand massierte und reizte ihre Brust, die andere legte er zuerst auf ihren Bauch, wanderte dann zwischen ihre Beine und massierte ihren Kitzler, Millenia stöhnte auf. „Aaah... Aaaah... Orph.... Aaaaah... Orphen, ich.... Aaaah... Aaaaah...“ Millenia riss sich wirklich zusammen, aber dem hier hatte sie nichts entgegen zu setzen. Er zuckte und pulsierte in ihr und dann kam er: Das aber heizte Millenia nur noch mehr an. Sie schrie auf, als der Orgasmus sie überrollte. Orphen zog sich fast sofort zurück und Millenia blieb auf dem Bett liegen, während das postorgasmischen Zittern ihren Körper schüttelte. Mühsam stemmte sie sich auf die Hände hoch, aber Orphen hatte bereits nach der Decke gegriffen und warf sie über Millenia und sich. Millenia ließ sich in ihre Kissen fallen und hob den Kopf, damit er seinen Arm darunter schieben konnte. Eng drängte sich das frierende Mädchen an seinen warmen Körper. Sie keuchten noch vor sich hin, aber nach ein paar Minuten lachte Millenia und Orphen sah sie an. „Ich wusste doch... im Streiten sind wir wirklich super.“ Jetzt lachte auch Orphen. „Allerdings, aber ich glaube, darin waren wir schon immer gut.“

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Kapitel 5 – Enter Marik!

Beitrag  Cho Izanami am Do Apr 07, 2011 10:20 pm

Fast unmerklich war der ägyptische Frühling in den Sommer übergegangen. Der Palast wirkte lebendiger denn je. Atemu und Anjali genoßen das Wetter, wann immer sie konnten, und wirkten sich näher als je zuvor. Nala freute das ungemein, denn sie hatte ihre Mutter lange schon nicht mehr so viel Lachen gehört und obwohl immer noch eine gewissen Gefahr über ihnen allen lag, wirkte sie glücklicher als Nala sie jemals gesehen hatte. Das ging auch Nala so. Obwohl sie offiziell noch kein Paar waren, entdeckte sie jetzt jeden Tag neue Seiten an Abraxas und aus Schwärmerei wurde immer mehr. Sie genoß seine Nähe immer mehr und wenn sie mit ihm im Garten spazierte oder mit ihm im Saal saß, dann hatte sie Spaß. Das wiederrum schien ihrer Mutter zu gefallen. Nichts aber war so geladen wie die Beziehung zwischen Orphen und Millenia. Wirklich turteln taten sie nicht, sie verstanden sich etwas besser, stritten aber immernoch gewohnt laut. Jetzt aber überfiel sie ab und zu das Verlangen. Nala war das etwas peinlich, aber vielleicht auch nur, weil sie selbst noch Jungfrau war und nicht so genau wusste, ob sie Abraxas jetzt liebte oder nicht. Sie fand es noch etwas befremdlich, das er sich ab und zu veränderte. Aber Caim mochte sie auch immer mehr. In Sachen Liebe suchte sie oft das Gespräch mit Millenia, sie war erfahrener in einigen Dingen.
Auch an diesem Morgen war Nala in den Garten gegangen. Abraxas hatte sie noch nicht gesehen, aber meistens suchte er im Garten nach ihr. Heute kam aber zuerst Millenia in den Garten gewankt und sie war etwas blaß. Nala legte das Papier weg. „Guten Morgen, Leni. Ist alles ok?“ Millenia schüttelte den Kopf. „Nein, ich fühle mich wie gerädert.“ Nala stand auf und legte ihr die Hand auf die Stirn. „Du bist ganz warm, bist du krank?“
„Mir ist nur so übeeeel.“ jammerte sie. „Möchtest du vielleicht...?“ Millenia wand sich ab und rannte weg. „Leni, warte!“ Nala folgte ihr, aber Millenia war schon vor einem Busch in die Knie gegangen und hatte sich übergeben. Rasch schaufelte jetzt Sand darüber, um den Geruch zu ersticken. Besorgt kniete sich Nala neben sie. „Hast du etwas falsches gegessen?“ Millenia zuckte die Schultern. „Ich weiß es nicht...“
„Komm, ich bring dich aus der Sonne, das ist nicht gut für dich.“ Sie hob Leni auf und half ihr beim Laufen. Am Bogen kam ihnen Amy entgegen. „Amy, ich fürchte, Leni ist krank.“ sagte Nala. Amy sah Millenia ins Gesicht. „Symptome?“
„Ihr ist schlecht und sie sagt, sie fühlt sich erschöpft.“ antwortete Nala, aber Millenia stand schon wieder aus eigener Kraft. „Geht aber schon wieder.“ Amy legte ihr die Hand auf die Stirn und in den Nacken. „Und wann tritt das auf?“ fragte sie. „Normalerweise morgens.“ antwortete Millenia wie aus der Pistole geschossen. „Hast du denn auch mehr Hunger und mehr Harndrang als sonst?“ kam die Gegenfrage. „Eher Freßattacken, aber ja, ich habe mehr Hunger.“ sagte Millenia. „Warum?“ Sie und Nala fragten gleichzeitig. Amy lachte. „Ich fürchte, Millenia ist nicht krank.“ Unverständliche Blicke. Amy sah von Einer zur Anderen. „Na, es sieht eher so aus, als wäre sie schwanger.“
„WAAAAAAS!?!!“

Nala fand auch am Abend nur schwer Ruhe. Abraxas saß in ihrem Zimmer auf einem Stuhl, während sie auf und ab ging. Von ihrer Mutter wusste sie inzwischen, das Drachen früher geschlechtsreif wurden und normalerweise auch früher ihren Nachwuchs bekamen als Menschen, aber etwas seltsam war das schon, jetzt schon Tante zu werden. Sie würde erst in drei Monaten 17 werden! Und Millenia und Orphen waren nicht verheiratet. Manchmal kamen sie nicht einmal miteinander aus! „Nicht aufregen.“ sagte Abraxas. „Ich bin nervös, das ist alles.“ sagte sie. Abraxas erhob sich, es war spät. Zum ersten Mal nahm er sie ganz sanft in den Arm. „Mach dich nicht verrückt, vielleicht ist es auch gar nicht so schlimm. Amy war sich ja auch nicht sicher.“ Nala nickte. Amy war keine Krankenschwester, sie konnte sich irren. „Aber Amy war schon 7, als ihre Mutter wieder schwanger wurde. Sie kennt die Anzeichen so halbwegs.“
„Und deine Eltern kennen sie noch besser, Nala.“ sagte Abraxas. „Und du willst doch nicht sagen, das Millenia eine schlechte Mutter ist?“ Nala sah ihn an. „Um Himmels Willen, nein, nur... unsere Situation...“ Abraxas lächelte und ließ sie los. „Wir werden es ja sehen. Aber eure Situation wird sich wohl so bald nicht ändern. Ich denke, deswegen ist deine Mutter damals fortgegangen.“ Nala nickte. Abraxas wand sich um und verneigte sich. „Ich wünsche dir eine Gute Nacht, Prinzessin.“ Nala lief zu ihm und drückte sich an ihn. Er wirkte perplex. „Ich bin nur so durcheinander.“ sagte sie. Er strich ihr übers Haar. „Nicht doch. Schlaf jetzt ein bisschen. Morgen sieht alles schon ganz anders aus.“
Nala schlief auch ruhig und langsam senkte sich die Nacht über den Palast. Trotz der Unsicherheit fand auch Millenia Schlaf. Nur ein paar Nachtdiener waren noch wach. Amy stand am Fenster und suchte nach Sternschnuppen, aber in dieser Nacht sollte sie kein Glück haben. Schließlich gab sie mit einem Seufzer auf und wand sich ab. Sie machte sich auf den Weg durch den Gang zurück zu ihrem Quartier, als sie einen lauten Tapser hörte. Sie wand sich um und traute ihren Augen nicht: Aus der Wand schälte sich der Grabwächter Marik „Marik? Was zum...?“ Rasch eilte er hinzu und trat ganz nah an sie heran. Amy wich einen Schritt zurück, da hielt er ihr einen goldenen Stock unter die Nase. Amy flatterten die Augenlider, dann sank sie zusammen. Marik fing sie ab und versteckte den schlafenden Körper hinter einer Statue. Er war nicht gekommen, um das Mädchen zu sehen, das er hergebracht hatte. Und Alarm schlagen sollte sie nun wirklich nicht. Leise schlich er durch den Palast. An Nalas Zimmer angekommen, legte er den Stein, mit dem er herumgefuchtelt hatte, an die Tür und konnte sie so passieren.
Millenia erwachte von einem Schrei. „Nala!“ Sofort sprang sie aus dem Bett, stürmte aus ihrem Zimmer und rannte Orphen dabei einfach über den Haufen. „Hilfe, was war denn das?“ wunderte er sich, als sein Steißbein Bekanntschaft mit dem Boden machte. Millenia zog das Schwert mit einer Hand, mit der Anderen stieß sie die Tür zu Nalas Zimmer auf . Aber sie sah nur noch Nalas Fuß durch die Wand verschwinden. „Was zum...?“ Sie rannte zur Wand und klopfte dagegen, aber sie war stabil. „Was geht hier vor?“

Nala wand sich aus dem Griff. „Was soll das?“ fragte sie. Aber Marik gab keine Antwort, er starrte sie nur an, wie sie im Nachtkleid vor ihm stand. Er hatte sie schnell in eine Art Tempel gebraucht, ein altes Gebäude, das eigentlich für den Zutritt gesperrt war. „Aaaaah, der Wahnsinn!“ schrie er herum und Nala zog den Kopf ein. 'Der ist ja total irre!' Marik führte einen kleinen Freudenstanz auf. „Ich habe die Prinzehessin, lalalalaaalala.“ Nala sah ihm dabei zu. 'Der hat sie echt nicht mehr alle.' Marik blieb vor ihr stehen. „Zieh das aus!“ Nalas Hand schnellte durch die Luft. „AUUUAAA!“ Marik rieb sich die Wange. Nala hatte die Arme vor dem Oberkörper verschränkt. „Du perverses Schwein!“
„Nein, ich habe doch nicht 'Zieh dich aus' gesagt, ich will doch nur, das du das Nachtkleid ablegst, ich habe ein Kleid für dich hier.“ Nala sah ihn verwundert an. „Was bitte?“
Er half ihr, obwohl sie darauf bestand, das Unterkleid allein anzulegen. Es war ein zauberhaftes und sehr aufwändiges Kleid und Marik kam aus dem Schwärmen und Loben gar nicht mehr heraus. „Wenn du mir ein Kleid schenken willst, hättest du mich nicht herbringen müssen.“ sagte Nala. Marik grinste. „Oh doch, das muss ich.“

„Verdammt, wo kann er denn hin sein?“ Im Kreis stapften sie um den Palast herum, bei jeder Runde bewegten sie sich ein Stück weiter, so hatten sie die besten Chance, eine Spur zu entdecken. Millenia ging das zu langsam, sie war einfach ungeduldig und machte sich Sorgen. Wer wusste schon genau, wer Nala entführt hatte... und warum? Abraxas blieb stehen und bückte sich, dann sah er auf. „Hier ist ein Fußabdruck und der ist noch nicht alt.“
„Das muss er also sein!“ triumphierte die Drachin. „Der Abdruck zeigt in diese Richtung.“ Abraxas deutete nach Norden. „Also mitten in die Stadt.“ Diese Nachricht verpasste Millenia einen Dämpfer. „Sollen wir jedes Haus einzeln absuchen oder was?“ Abraxas sah zu ihr auf und schüttelte den Kopf. „Nein, du wirst sie finden.“
„Was, ich?!“ Jetzt lachte auch Orphen. „Klar. Nala kontrolliert die Schatten. Du bist das Chaos und das zu recht....“
„Was hast du gesagt?!“ Orphen fuhr unbeirrt fort. „... du solltest also in der Lage sein, ihre Energiesignatur zu spüren.“ Millenia sah ihn an. „Bin ich ein Radar?“ Orphen schob sie Richtung Stadt. „Ja, für den Moment schon. Leg los.“ Millenia wollte ihm ordentlich Kontra geben, verschob das Ganze aber auf später. Nala ging vor. Sie schloß die Augen und tastete sich in Gedanken durch die Gassen, aber die Stadt war einfach zu groß. Also überlegten sie, ob sie Gebiete ausschließen konnten, aber da sie den Entführer nicht kannten, brachte sie das auch nicht weiter. „Na, dann gehen wir einfach in die Richtung, in die der Abdruck zeigt und Leni schlägt Alarm, wenn sie was merkt.“ beschloß Orphen schließlich. „Los, auf!“ So eilten sie mitten in der Nacht durch die Straßen von Ägypten. Sie waren erst 10 Minuten unterwegs, als Millenia stehenblieb. „Sie ist hier.“ sagte sie leise. Orphen betrachtete das heruntergekommene Gebäude. „Sicher?“
„Ich finde, es sieht vielversprechend aus. Hier sucht so schnell sicher niemand.“ fand Abraxas und trat auf die ersten Stufen. Millenia überholte ihn einfach und trat die Tür ein. Tatsache, Nala war dort und sie wand sich um, ein Lächeln auf dem Gesicht. „Leni! Schau mal.“ Marik hinter ihr richtete sich auf und legte den Arm um ihren Rücken. Mit der anderen Hand hob er den Stab in seiner Hand. Nala sah ihn perplex an. Sein Gesicht hatte erneut eine Wandlung durch gemacht, sein Blick wurde hart und alles, was vorher noch darin war, wich nun einer gewissen Kälte. „Komm, Nala, lass uns nach Hause gehen.“ sagte Leni. „Nein.“ gab Marik zur Antwort. „Sie muss hier bleiben. Sie wird mit mir nach Süden gehen.“
„Werd ich?“ wunderte sich Nala. Sie bewegte sich, um sich loszumachen, aber Marik drückte sie jetzt fest an sich und Nala schnappte nach Luft. Millenia zog das Schwert. „Gut, dann sag ich eben so noch: Nala, wir gehen jetzt nach Hause.“ Marik grinste und hob den Stab. Sofort hob im Raum ein sehr hohes Piepen an. Sie ließ das Schwert los, presste die Hände auf die Ohren und machte sich klein. „Argh, was ist das?“ Den Jungs ging es nicht besser, vor allem Abraxas feine Ohren litten unter dem Radau. Marik lachte und hielt den Stock jetzt Nala vor das Gesicht. „Dies ist mein Milleniumsstab, mit dem ich den Willen der Menschen kontrolliere. Die Prinzessin wird mit mir gehen, sie wird mich heiraten und mir ihre Kräfte zur Verfügung stellen und niemand wird mich aufhalten können! Ahahahaha!“ Nala sah wie hypnotisiert auf den Stab, während seine Worte langsam wie Sirup in ihr Gedächnis sickerten. 'Fortgehen... fort aus dem Palast gehen.... Nein.... Heiraten.... ja, eine Hochzeit.... aber nicht er, nein nicht er... Nein, er bekommt mich nicht!' Nala schüttelte den Kopf, dann stieß sie gegen den Stock. „Weg..... weg...“ Diese Sekunde an Ablenkung war alles, was Millenia brauchte. Sie sprang auf und schlug dem Grabwächter den Stab aus der Hand, klirrend rutschte er über die Fliesen. Dann schlug sie ihm mit den Handballen ins Gesicht. Abraxas schnappte sich Nala, die jetzt vollkommen aus der Manipulation erwachte, Orphen reichte Millenia ihr Schwert. Marik wich zurück und hob die Hand. „Ich gebe mich nicht geschlagen. Ich beschwöre dich und weise dich an, steh mir zur Seite: Viser Des!“ Um seine Füße bildete sich ein Kreis und ein Monster erschien hinter ihm, es wirkte wie eine Maschine, gab aber ein dämonisches Kreischen von sich. Millenia wich ein paar Schritte zurück. „Was um alles in der Welt...?“ Marik lachte. „Bring mir die Prinzessin, Viser Des, und vernichte den Rest!“ Das Wesen brüllte auf Blitze tanzten durch den Raum. „Wenn es dich in seinen Schraubstock in der Mitte bekommt, bist du geliefert.“ rief Orphen durch den Lärm. „Dann vermeide ich das halt.“ gab Millenia zurück und konzentrierte sich, um sich kampffertig zu machen. Abraxas half Nala auf. „Bist du verletzt?“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, keine Sorge.“ Sie lächelte, dann schloß sie die Augen und ließ die Magie um sich tanzen, ihre Kleidung änderte sich, sie war bereit. Millenia hob die Hand. „Chaos Blast!“ Viser Des kreischte laut auf und ging in einen steilen Sturzflug über, Leni wich mit einer Rolle seitlich aus. Orphen hob die Hand. „Ware wa utsu, koreki no madan!*“ Viser Des schlug auf dem Boden auf, Abraxas schlug mit dem Schwert zu und dem Wesen entfuhr ein Kreischen. Nala gab eine Welle Schattenmagie ab, aber das Wesen rappelte sich wieder auf. Es setzte den ganzen Raum unter Elektrizität. „Argh!“ Sie sanken auf die Knie. Das Wesen stieg in die Luft, um wieder anzugreifen. Abraxas rappelte sich auf und hob seine eigene Klinge. Die Luft um ihn sirrte, als seine Klinge zu leuchten begann. Nala sah zu ihm auf. „Energiestoß!“ Viser Des prallte gegen den Angriff und sank zu Boden. „Schnell!“ rief der Dämon. Nala legte die Hände auf ihr Herz, generierte eine kleine Kugel an Energie und sandte sie zu ihrer Cousine. Orphen attackierte das Wesen mit Magie, während Leni die Magier ihrer Cousine in sich aufnahm und sie in ihr Schwert legte. Dann pumpte sie eigene Kraft in die Klinge und sprang vor. „Nimm DAS!“ Sie teilte das hässliche Wesen in zwei teile, die zu Sand zerfielen, als sie den Boden berührten. „Marik ist abgehauen.“ stellte Abraxas fest. Millenia nickte und spuckte Sand. „Pfui, bäh!“

Nala saß friedlich im Garten und genoß die Sonne, als Millenia hinausgerannt kam. „NALA!“
„Argh!“ Nala fiel vor Schreck fast von der Bank. „Musst du mich so erschrecken?“ Millenia sah sie an. „Ich werde wirklich Mutter werden!“ Nala sah sie an. „Du freust dich ja sehr.“ Leni nickte. „Naja, wieso auch nicht? Träumt nicht irgendwo jede Frau von einer kleinen Familie? Nur... ich weiß nicht, wegen Orphen... Eine unverheiratete Mutter ist ein absolutes No-Go, aber... So wirklich heiraten will ich ihn jetzt auch nicht.“ Nala lächelte sie an. „Lass dir Zeit, Leni.“



* Ich schleudere dich, magische Kugel der Blitze

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Kapitel 6 – Touch of Death

Beitrag  Cho Izanami am Mo Apr 11, 2011 6:02 pm

In der Mittagshitze schien alles zu flimmern. Selbst im kühleren Palast war es jetzt sehr warm und Nala machte von ihrem Fächer redlichen Gebrauch. Inzwischen hatte sie sich an den Gedanken gewöhnt, das Millenia Mutter werden würde. Orphen ging es da um einiges übler, der konnte sich mit dem Gedanken noch nicht so ganz anfreunden. Millenia war am Anfang auch etwas besorgt gewesen, aber Anjali hatte ihr versprochen, ihr zu helfen, wenn sie Hilfe brauchte und das hatte sie etwas beruhigt. Jetzt hatte sie mehr damit zu schaffen, das sie eine kleine Kugel vor sich herschob und sich an den größeren Körperumfang gewöhnen musste. Da Drachen nicht so lange austragen wie Menschen, wuchs ihr Bauch auch entsprechend schneller. „Ich komme mir vor wie ein Nilpferd.“ schnaufte sie und Nala lachte. Sie spazierten im Garten. „Aber Leni, so grau bist du doch nicht.“ Diesmal lachten beide. „Hach, dabei ist Orphen wirklich nicht mein Traummann.“ Nala sah sie an. „Tja, so ist das im Leben, man kann nicht alles haben.“
„Ich will aaaaabaaa.“ motze Leni und Nala musste wieder lachen. Inzwischen war es sogar Nachts warm und Nala warf regelmässig ihre Decke aus dem Bett, um nicht zu schwitzen. Aber heute Nacht war es einfach zu viel. Sie stand auf und trat auf den Flur. Amy stand am Flurfenster und sah in den Himmel, ganz leise summte sie vor sich hin. „I'm looking at you throuth the glass, don't know how much time has past... Oh, Nala, kannst du nicht schlafen?“ Nala nickte. „Es ist zu warm.“ Amy kicherte. „Naja, die Hitze scheint auch unseren Gegnern nicht gut zu tun, immerhin haben wir jetzt seit fast vier Monaten nichts gehört. Und deinen Geburtstag haben wir auch bei tollen Wetter feiern können. War doch klasse.“ Nala kicherte in sich hinein, als sie daran dachte. „Ja.“ Es war wirklich relativ ruhig gewesen. Nala überlegte schon, ob sich das Gesindel aus Respekt vor Lenis Schwangerschaft zurückhielt, aber das glaubte sie nicht. Vielleicht waren ihnen einfach die Ideen ausgegangen. Um einen Frontalangriff zu wagen, war der Palast zu gut befestigt und zu stark besetzt. 'Es wäre schön, wenn sie einfach... aufgegeben haben und uns für immer in Ruhe lassen. Wir tun ihnen ja auch nichts.' Nala seufzte. Amy lächelte. „Ich stelle dir ein paar Schalen Wasser ins Zimmer. Das verdunstende Wasser kühlt dein Zimmer ein bisschen. Eine Klimaanlage können wir hier ja nicht erwarten.“ Sie ging nach unten, um Wasser zu holen. Nala folgte ihr neugierig. Viele Bereiche durften nur die Diener und Sklaven betreten, da hatte sie nichts drin zu suchen. Auch vor dem Lager hob Amy die Hand. „Wartete bitte hier, Prinzessin.“ Aber Nala spinzte trotzdem. Das Lager war in den Wüstensand gegraben und befestigt, um die Lebensmittel kühl lagern zu können. Amy holte ein paar Schalen und Wasser. Nala nahm ihr die Schalen ab und half ihr. Amy verteilte die Schalen um Nalas Bett und füllte sie mit Wasser. „So, jetzt sollte es bald besser werden.“ sagte sie. „Gute Nacht. Ich werde kurz nach Millenia sehen.“
Nala erwachte nur eine halbe Stunde später von einem Tumult auf dem Gang. Sie hörte Stimmen, Gerangel und dachte im ersten Moment, Orphen und Millenia hätten sich mal wieder in die Haare bekommen, dann hörte sie einen Magiespruch, Lachen, irgendwo zerbrach etwas und dann folgte ein Schrei. „Amy?“ Nala sprang auf, riss die Tür auf und eilte den Gang hinunter, an Abraxas vorbei. „Was ist denn das?“ fragte er, folgte ihr dann. Nur ein paar Meter von Millenias Zimmer entfernt saß Amy mitten im Flur und rieb sich das Steißbein. „Was ist denn los?“ fragte Nala sie. „Ich habe Krach gehört und wollte nachsehen, da kommt so ein Kerl aus dem Zimmer geplatzt und rennt mich über den Haufen. Nala... er hatte Millenia auf der Schulter und ist da einfach aus dem Fenster gesprungen. Orphen folgt ihm schon.“ Nala sah den Gang hinunter. „Er wird Hilfe brauchen... Amy, weck meinen Vater und schlag Alarm. Ich und Abraxas folgen ihm.“ Der Dämon nickte bekräftigend. Amy hielt Nala kurz am Ärmel fest. „Passt bitte auf euch auf, der Kerl hat mir nicht gefallen.“ Nala nickte. „Keine Angst.“ Dann verwandelte sie sich und gemeinsam mit Abraxas nahmen sie die Verfolgung auf, während Amy sich aufrappelte, um den Pharao zu wecken.

Bald schon erreichten sie Orphen, der offenbar nicht mit der Geschwindigkeit des Entführers hatte mithalten können. „Er ist wahnsinnig schnell.“ sagte er. „Und den Spuren nach einfach in die Wüste gerannt.“ Abraxas schüttelte den Kopf. „Dann wird es schwer, ihn einzuholen. Die Wüste ist Nachts besonders gefährlich.“ Nala sah zu den Dünen hin. „Aber wir können doch Leni nicht im Stich lassen!“ Orphen richtete sich auf. „Nein, können wir nicht. Wüste hin, Nacht her, den lass ich nicht abhauen.“ Also setzten sie die Verfolgung fort. Nachts schien die Wüste zu leben: Überall krabbelte und wand es sich. Abraxas hatte die besten Nachtaugen, also ging er voran und Nala und Orphen folgten ihm. Der Dämon schüttelte den Kopf. „Das diese Spuren keine Wärme beinhalten...“ Der Sand selbst war auch noch etwas warm von der Sonne, die tagsüber erbarmungslos auf dieses Ödland herunterbrannte. Fast 2 Stunden lang folgten sie den wenigen Spuren, die sie fanden, und wichen Schlangen, Skorpionen und anderem Krabbelgetiers aus. Die ganze Zeit sahen und hörten sie nichts von der zwielichten Gestalt. Nur Orphen beschrieb den Mann: hoch aufgeschossen, dunkelhaarig, helle Augen, blasse Haut und dunkle Kleidung. „Er ist stark und schnell.“ warnte er. Schließlich wurden die Dünen noch höher und warfen jetzt scharfe Schatten im Mondlicht. „Jetzt ist es hier aber ganz schön düster.“ murmelte Nala leise. Dann hörte sie das Lachen, das in den Dünen zwischen ihnen hin und her sprang. „Wer ist da?“ rief Abraxas, aber es antwortete nur nich mehr Gelächter. Dann kam die Düne vor ihnen ins Rutschen. „Lauft!“ rief Orphen und fuchtelte mit den Händen. „Lauft!“ Nala drehte sich um und rannte. Leider war keiner von ihnen schnell genug. Das Lachen steigerte sich mit dem Gerumpel des Sandes, dann hörte es auf, als die Sandmassen zum Stillstand kamen.

Nala überkam panische Angst. Lebendig begraben... was ein Alptraum! Sie versuchte, nicht durchzudrehen und wühlte sich mit den Händen nach oben. Sie sah nichts und Luft bekam sie auch nicht, nicht mal um Hilfe rufen konnte sie. Sie wusste auch nicht, wie viel Sand auf ihr lag, aber es musste viel sein, es drückte so. Nala wurde immer panischer, während sie versuchte, sich nach oben zu buddeln. Der Sauerstoffmangel stach in ihrer Lunge, der Druck verhinderte, das sie sich richtig bewegen konnte. Nala spürte, wie ihre Kräfte schwanden, dann auch ihre Sinne. Ihr letzter Gedanke war, das sie so nicht sterben wollte, dann verlor sie das Bewusstsein.

„... eine ganz neue Strategie zurechtlegen.“ Nala spürte Wind auf ihrem Gesicht und Stoff an ihren Händen. Sie öffnete die Augen und fühlte sich unheimlich müde. Sie sah noch nichts genaues. Weiter hinten war ein Feuer entzündet worden, darum saßen mehrere Gestalten. Auch neben ihr saß jemand, der im Moment das Gesicht zu den Sprechenden Am Feuer gedreht hatte, sich jetzt aber umwandte. „Oh, Nala, du bist wach? Wie geht es dir?“ Es war Amy. „Wie...kommst du denn... hier her?“ fragte Nala perplex. Amy zeigte zum Feuer. „Ich habe mich den Soldaten angeschlossen, die ausgerückt sind, um euch den Rücken freizuhalten. Als kleiner Packesel sozusagen. Als wir hier ankamen, hatte Abraxas dich schon gut ausgebuddelt, wir haben ihm dann geholfen.“ Nala setzte sich auf, Amy half ihr und reichte ihr Wasser. „Gott sei Dank konnten wir euch aus dem Sand holen, bevor euch komplett die Luft ausging.“ Nala sah sich um. „Was ist mit leni? Wie lang war ich bewusstlos?“ Amy lächelte beruhigend. „Eine Stunde ungefähr. Noch haben wir nichts von Leni gehört, wir haben uns aber umgesehen und was gefunden, was wir für eine Höhle halten. Alle Spuren führen dort hin.“ Nala nickte sanft. Abraxas Schatten fiel auf sie. „Wie fühlst du dich?“ Nala lächelte. „Sehr gut. Wir haben viel zu viel Zeit vertrödelt.“
„Du solltest dich noch ausruhen.“ sagte Abraxas, aber Nala schüttelte den Kopf. „Nein, Leni braucht uns. Wer weiß, was sie mit ihr machen, während wir hier sitzen und reden.“

Die Höhle war ein alter Minenschacht, dunkel und rissig. Und kalt. Nala gefiel es gar nicht. Amy hatte ihr ihre Kette als kleinen Glücksbringer mitgegeben: Ein kleines silbernes Kreuz an einer Kette. Sie schlich mit Abraxas als Vor- und Orphen als Nachhut die Gänge hinunter. „Was auch immer hier haust, es stellt keine hohen Ansprüche.“ flüsterte Orphen. Sie durchkämmten mehrere Haupt- und Nebenstollen, fanden eine kleine Wasserstelle, einen Haufen Kleidung und Knochen. Nala schauderte es. Das Höhlensystem schien kein Ende zu nehmen. „Wir sollten uns aufteilen, sonst suchen wir nächste Woche noch.“ schlug Orphen vor. Es gab eine kleine Diskussion, dann wählte jeder einen anderen Gang. Nala tastete sich langsam voran, es wurde immer dunkler. Eine Präsenz hing in der Luft, aber Nala war noch niemandem begegnet. Aber wenn sie hier richtig waren, dann war auch Lenis Entführer hier irgendwo. Nala durchstreifte den westlichen Teil des Minensystems und gelangte schließlich in ein kleines Räumchen ganz am Ende eines Stollens. Die Decke war an einer Stelle eingebrochen und ein wenig Licht fiel herein. Nala sog erschrocken die Luft ein. „Leni...“ Sie war hier, gegenüber des Eingangs, an einer Holzkonstruktion festgebunden, die sie ein Stück über dem Boden hielt. Nala stolperte zu ihr hin. Aus dem Schatten sprang sie etwas an. Ein Mensch, aber ein seltsames Fauchen entwich ihm. Nala nutze den Schwung, mit dem er sie zu Boden warf, um die Beine anzuziehen und zuzutreten. Der Schwung und der Tritt katapultierten das Biest über sie hinweg. Nala rappelte sich auf, da kam er wieder auf sie zu, griff nach ihrer Kehle und drückte zu. Nala packte seine Hand, dann jaulte er auf und zog zurück, es roch nach angesengtem Fleisch. Ein kreuzförmiger Abdruck hatte sich in seine Hand gebrannt. 'Die Kette, klar, die ist aus Silber.' Nala richtete sich auf und rieb sich den Hals. Als das Biest wieder auf sie lossprang, jagte sie ihm einen dunklen Ball Energie entgegen. Der Angreifer landete mit einem Wimmern auf seinen vier Buchstaben. Nala lud neu auf und der Kerl nahm die Beine in die Hand. „Leni!“ Sie lief hinüber und band sie los. Sofort hatte sie Blut an den Händen. Über Millenias Bauch war die Kleidung zerrissen. Nala erstarrte: Es sah aus, als habe sie ein Tier in den Bauch gebissen. 'Oh mein Gott, nein.... Abraxas! Orphen! Kommt her, ich hab sie gefunden!!' Nala hob Millenia auf und setzte sich mit ihr in Bewegung, aber da versperrten erneut Schatten den Eingang. Nala hob die Hand. „Platz da!“ Jemand lachte, der größte von ihnen. „Lass sie los.“ Nala schüttelte den Kopf. „Nein!“ Ein Seufzen erklang. „Na gut, dann halt auf die harte Tour... Abendessen, Leute.“ Jemand trat aus dem Schatten. Nala wich nur ein paar Zentimeter zurück. 'Also doch Vampire.' Den Verdacht hatte sie seit der Sache mit der Kette gehabt. Nala legte Leni hinter sich ab und empfing die Angreifer mit einer Welle an Magie. Aber Nala war allein und bei weitem jünger und körperlich schwächer. Sie hielt sich tapfer, bis ihr jemand in den Magen schlug, sofort sank sie zusammen und schnappte nach Luft. Ein Mann stieß sie um. Danr n zischte Magie in den Raum, Feuer brach aus. Sofort sahen alle auf. Nala zuckte zuück, als dem Mann über ihr plötzlich der Kopf fehlte. Abraxas zog sie auf die Beine. „Alles in Ordnung?“ Nala nickte. Inzwischen hatte irgendwo altes Holz Feuer gefangen. Orphen hob Millenia auf. „Nichts wie raus hier!“

Nala verzog das Gesicht. „Aua!“
„Tut mir Leid, Nala, aber ich muss die Wunde desinfizieren.“ Amy tupfte mit einem Bausch Stoff und Alkohol ihre Platzwunde am Kopf ab. „Was ist mit Leni?“ fragte Nala. „Sie wird wieder gesund, den Kindern ist nichts passiert. Aber sie werden wohl doch etwas früher kommen als geplant.“
„Was, sie? Zwei?“ Nala starrte sie an. Amy nickte. „Ja, so siehts zumindest aus.“ Nala war etwas überrumpelt. „Oje oje, dann haben wir ja bald zwei Plagegeister hier.“ Amy lachte.

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Kapitel 7 : Interlude – The Foundling

Beitrag  Cho Izanami am Di Apr 12, 2011 6:30 pm

Nala genoß die Sonne. Sie liebte es, morgens unter freiem Himmel zu sein, wenn es noch nicht ganz so heiß war. Sie räkelte sich. Auf der Straße blieben die Menschen stehen, wenn sie sich näherte, und verneigten sich. Nala lehnte sich vor und klopfte ihrer Stute Stybba den Hals. „Feines Mädchen.“ Heute hatte sie darauf bestanden, das Pferd selbst auszureiten. Stybba war ein Geschenk des Pharao, ein edles Pferd, ein gutes Schlachtroß. Aber Nala hoffte inständig, das schöne Tier niemals in eine Schlacht verwickeln zu müssen. Zurück in den Palast musste sie jetzt aber. Immerhin wartete Millenia auf sie. Sie war bei den Gärten draußen gewesen, vor der Stadt und ritt jetzt zurück, aber ein kleiner Tumult brachte sie dazu, anzuhalten. Entsetzt ritt sie näher heran. Ein Standbesitzer hatte eine kleine Diebin erwischt. „Wage es nicht noch einmal, deine schmutzigen Finger an meine Waren zu legen!“ Erst als alle anderen Umstehenden sich vom Geschehen ab- und Nala zugewand und respektvoll die Köpfe geneigt hatten, bemerkte er, das die Prinzessin hinter ihm war und wand sich um. Hastig verneigte er sich bis zum Boden. „Oh Prinzessin, welch eine Ehre!“ Nala sah hart auf ihn herab. „Was soll das hier? Du kannst doch kein Kind schlagen! Wisst ihr denn nicht, wie zerbrechlich Kinder sind? Du wirst morgen vergessen haben, das du das Kind geschlagen hast, aber das Kind wird es nie vergessen und diese Erinnerung wird es ewig begleiten. Schande auf dich und alle, die Kinder schlagen, seien es nun Straßenkinder oder nicht!“ Die Umstehenden zogen die Köpfe ein. „Sie hat gestohlen, meine Prinzessin.“ versuchte sich der Mann zu verteidigen. Nala glitt von ihrem Pferd, einer ihrer Wachen griff sofort nach den Zügeln. „Na und? Wovon soll sie sonst leben? Wie viele Kinder hier haben keine Eltern? Warum hilft ihnen keiner?“ Der Mann druckste herum, ebenso wie die Umstehenden, aber niemand sagte etwas. Nala ging zu dem Mädchen in der Ecke. Mit großen Augen sah das Kind zu ihr hoch. „Sind wir Älteren denn nicht dazu berufen, die Kinder zu beschützen, die immerhin unsere Zukunft bedeuten?“ Nala ging in die Knie und betrachtete das Mädchen. Sie hatte fast weißes Haar, in das die Sonne lilane Akzente setzte. Auch ihre tränengefüllten Augen waren lila. Sie war so klein und zerbrechlich, ihre Knie aufgeschürft, die Beine und Hände schmutzig, das Gesicht gerötet, wo die Hand des Mannes sie getroffen hatte. Sie drückte sich an die Wand, denn weiter zurückweichen konnte sie nicht. „Keine Angst,“ sagte Nala sanft. „ich tu dir nichts. Ich bin Nala. Und du?“ Sie schüttelte den Kopf. Nala blieb ruhig. „Nicht so schlimm. Oje, deine Beine sehen aber nicht gut aus. Na komm, ich kümmere mich darum und gebe dir etwas zu essen, in Ordnung?“ Die Kleine sah Nala noch immer nur mit großen Augen an. Dann aber kroch sie voran und ließ sich von Nala hochheben. Nala richtete sich auf. „Ich will, das der Mann eine Woche nicht erlaubt ist, seinen Stand auf dem großen Markt zu öffnen.“ sagte sie laut. Gemurmel unter den Umstehenden. „Diese Strafe soll ab jetzt für alle gelten, die Kinder schlagen, ob mit der Hand, der Peitsche oder etwas anderem.“ Sie stieg auf Stybba und ihre Begleiter setzten das Mädchen vor ihr auf den Sattel. Nala ließ das Pferd antraben und kehrte so zurück zum Palast.

Millenia lachte. „Tja, dem hast dus gegeben, der wird’s sich ab jetzt zweimal überlegen.“ Der Pharao nickte. Der vehemente Einsatz seiner Tochter gefiel ihm. Nala hatte das Mädchen im Thronsaal auf einen Hocker gesetzt und sich von Amy ein paar Dinge zum Desinfizieren geben lassen. Mit lauwarmem Wasser wusch sie die Wunden aus und desinfizierte dann. Sofort zog ihr das Mädchen das Knie weg. „Entschuldige. Ich weiß, das tut weh, aber ich muss die Wunde sauber machen, sonst bekommst du nachher noch eine Blutvergiftung und daran kannst du sterben.“ Die Kleine sah Nala einen Moment lang an und gab ihr dann das Bein wieder. Amy kam herein. „Nala? Ich habe noch ein paar Kleidungsstücke gefunden, die ihr passen könnten.“ Nala nickte. „Gut. In diesen Lumpen hier muss sie nachts furchtbar frieren.“ Amy gab der Kleinen die Sachen und sie halfen ihr beim Umziehen. „Ist das ok so?“ fragte Nala. Die Kleine schaute sie nur an. Als Amy aber ihre alten Sachen aufhob und damit den Raum verlassen wollte, griff sie plötzlich schnell nach dem groben Stoff und riss daran. Amy hielt inne. „Keine Sorge, ich will das nur waschen. Du bekommst es dann auch wieder.“ Aber sie schüttelte den Kopf, zog an dem Stoff und sah dabei so ängstlich aus. Amy ging in die Knie und ließ die Sachen los, gab sie der Kleinen, die sie sofort an sich drückte. „Ok, dann mache ich dir den Vorschlag, das wir morgen zusammen zum Fluß gehen und dann kannst du mir zusehen, wie ich sie wasche, in Ordnung? Dann siehst du genau, was damit passiert.“ Sie sah Amy an, etwas feindseliges im Blick, dann nickte sie. Amy lächelte. „In Ordnung.“
„Ich komme dann aber auch mit.“ sagte Nala. „Ich wollte schon immer mal zusehen.“ Der Pharao lachte. „Wäsche-Voyeure, wo gibt’s denn sowas?“ Auch Millenia lachte. Hinter ihr hockte der Jüngere ihrer Zwillinge. Der Angriff der Vampire und der Biss waren nicht ohne Folgen geblieben: Beide Kinder waren Daywalker, Vampire, die sich im Sonnenlicht ungehindert bewegen konnten. Der Jüngere der beiden hieß Subaru und er benahm sich auch wie der Jüngere. Er war etwas zurückhaltender, nicht so abenteuerlustig und ruhiger als sein Bruder, Kamui. Und er tat sich nicht so oft weh. Beide wuchsen durch die Vampir- und Drachengene sehr schnell. Sie sagen jetzt schon aus wie Vierjährige, waren aber erst zwei Monate alt. Caim hatte schnell etwas zu essen gemacht und Nala ging mit der Kleinen in ihr Zimmer, um dort zu essen. Zuerst war das Kind sehr skeptisch. Kamui sah sie über den Tisch hinweg genau an. „Keine Angst.“ sagte er laut. „Das schmeckt gut, guck.“ Und er fiel über seinen Teller her. Die Anderen schauten ihn an und mussten lachen. Immerhin zerstreute seine Fressattacke die Befürchtungen des Kindes und es aß seinen Teller leer. Während man aß und sich unterhielt, senkte sich die Nacht über den Palast. Nala ließ der Kleinen ein Bett herrichten. Erst war sie überhaupt nicht geneigt, sich schlafen zu legen und blieb wach in einer Ecke sitzen, bald aber schlief sie ein und Nala brachte sie in ihr Bettchen. Nala hatte das Lager in ihrem Zimmer machen lassen und erwachte auch nachts von einem Aufschrei. Die Kleine saß kerzengrade im Bett und weinte. Nala ging zu ihr hin und redete beruhigend auf sie ein. Erst wollte sie sich nicht anfassen lassen, dann ließ sie zu, das Nala sie umarmte und ließ sich trösten. Nala beschloß, das Kind in ihrem Bett schlafen zu lassen, wie eine Mutter ihr Kind, wenn es einen Alptraum hatte. Am nächsten Morgen beim Frühstück wirkte das Mädchen etwas geknickt. „Ist alles in Ordnung?“ fragte Nala vorsichtig. Die Kleine starrte in ihren Teller. „....Ki...same...“ Überrascht sah Nala sie an. Sie hatte das erste Mal gesprochen. „Das ist ein schöner Name, Kisame.“ sagte sie mit einem Lächeln. Kisame sah auf und wirkte erleichtert, als sie sah, das Nala lächelte. Wie versprochen gingen sie nach dem Essen mit Amy an den Nil, um Kisames Kleidung zu waschen. Noch immer gab das Mädchen kaum und wenn, dann nur knappe Antworten. Sie wirkte furchtbar verängstigt, vor allem Fremden gegenüber. Auch Amy gegenüber reagierte sie noch scheuer als bei Nala. Nachmittags saßen sie alle im Garten. Kisame saß auf der Wiese und sah Kamui beim Spielen zu. Sein Vater hatte ihm aus einem Stück Holz ein Schwert geschnitzt und damit rannte der Junge über die Wiese und erschlug imaginäre Monster. Subaru saß neben den Knien seiner Mutter, ein Holztier in der Hand und betrachtete es, als wolle er eine geheime Sprache darauf lesen. Millenia unterhielt sich mit Nala über das Kind. „Was machst du mit ihr? Sie lebt auf der Straße.“ Nala sah zu ihr herüber. Sie kicherte grade, weil Kamui Grimassen schnitt, während er so tat, als sei er ein Monster, das einen Helden verhöhne. „Ich will sie gar nicht wieder fortlassen.“ sagte Nala. „Aber wenn sie fort will, werde ich sie nicht halten können. Ich bin nicht ihre Mutter.“ Der Gedanke, das Kind wieder auf der Straße leben lassen zu müssen, war Nala zuwider. Aber sie konnte das Mädchen schlecht zwingen, bei ihr zu bleiben, wo sie ihr grade erst vertraute. Millenia sah zu den Kindern hin. Kamui war zu dem Mädchen gegangen und kniete vor ihr, wie vor einer Königin. Sie sah ihn verwundert an, aber Kamui reckte die Brust wie ein großer Ritter. Seinem Spiel zuzusehen war wirklich lustig, er war noch so süß und klein. „Ist es nicht knuffig, wie er sich als Held aufspielt?“ Leni lachte. Nala nickte. „Ja, sie sind schon irgendwo ein süßes Pärchen, oder nicht?“

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Kapitel 8: Into the desert

Beitrag  Cho Izanami am So Apr 17, 2011 7:49 pm

Die nächsten zwei Tage blieb Kisame tatsächlich im Palast und Nala wurde ruhiger. Trotzdem blieb die Befürchtung, das sich Kisame wieder lösen würde. Inzwischen war das Mädchen etwas aufgetaut, sprach mehr, wenn auch immernoch nicht wirklich viel. Mit Kamui kam sie immer besser aus, aber auch zu Subaru war sie nett, wenn auch noch vorsichtiger, aber das beruhte auf Gegenseitigkeit. Sie war wohl kaum jünger als die Beiden.... in Menschenjahren gerechnet. Aber sie war noch immer zurückhaltend und still und abends stand sie oft noch am Fenster und sah in die Sterne. An diesem Abend trat Nala zu ihr. „Es ist schon spät, Kisame. Bist du nicht müde?“ Sie nickte. „Doch...“ Nala wollte sie noch nicht bedrängen und hob jetzt ebenfalls den Blick gen Himmel. „Ra...na...“ Nala sah überrascht zu Kisame. „Was? Wer ist denn Rana?“ Kisame hielt sich am Geländer fest und schaukelte leicht hin und her. „Meine beste Freundin.“ Obwohl sie es natürlich wusste, machte es Nala traurig, zu hören, das es noch mehr kleine Kinder auf der Straße gab. „Möchtest du nach ihr sehen?“ frage Nala vorsichtig und Kisame nickte. „Wollen wir sie morgen früh mal suchen gehen?“ Kisame sah umher, als sei ihr etwas peinlich, aber die Sorge um die Freundin schien zu siegen. Sie nickte rasch. Nala lächelte. „Gut, dann tun wir das auch.“
Die Sonne stand noch nicht besonders hoch, als Kisame mit Nala im Schlepptau durch die Gasse Alexandrias streifte. Sie wirkte total nervös, als sei irgendwas. Nala vermutete, das es Kisame peinlich war, Nala zu zeigen, wo sie bisher gelebt hatte. Vielleicht wollte sie auch den Kindern, die noch dort waren, nicht wieder gegenüber treten, nachdem sie mehrere Tage lang verschwunden gewesen war. Sie investierten drei Stunden in die Suche in den Straßen. Dann kaufte Nala auf dem Markt Wasser und Obst und sie machten im Schatten eines Tempels Pause. „Tja, offenbar haben wor einfach nicht viel Glück grade, was?“ Kisame hielt den Blick auf ihre Datteln gerichtet und nickte eifrig. „Wenn sie... nicht in der Stadt.... ist, dann.... vielleicht noch drinnen....“ sagte sie langsam. Nala sah sie an. 'Überrascht es dich wirklich, das die Kinder sich zusammentun oder von Älteren organisiert werden, ob sie das nun wollen oder nicht? Nein, eigentlich überrascht mich das gar nicht.' Nala lächelte. „Na, dann gehen wir doch da hin und suchen sie.“ Kisame sah ängstlich zu Nala. „...das...gefährlich...“ sagte Kisame. Nala nickte. „Ich hab keine Angst. Aber Rana vielleicht.“ Kisame nickte. Rana hatte sicher Angst. „Gut, dann holen wir sie zu uns, ja?“ Kisame schluckte, dann nickte sie wieder. Sie machten sich wieder auf den Weg und Kisame führte Nala aus der Stadt an den Rand der Wüste. 'Wo soll denn hier ein Unterschlupf sein?' Die Luft flimmerte in der Hitze und Nala zog das Tuch weit über den Kopf. Kisame stapfte durch den Sand und sah um sich. Ein ganzes Stück liefen sie so in die Wüste hinein. „Sag, Kisame, wonach suchst du denn eigentlich genau?“ Nala hörte etwas und wand sich um. Der Schatten war aber genau in dieser Sekunde bereits an ihr vorbeigehuscht und hatte sich Kisame gegriffen. Die Kleine stieß vor Schreck einen spitzen Schrei aus. Nala griff nach der Person, aber diese entzog sich ihr mit einem Sprung und musterte sie von dort, wo er jetzt stand. Er trug einen Wüstenumhang in schwarz. Nala trat einen Schritt auf ihn zu. „Lassen Sie das Kind los!“ Er schüttelte den Kopf. Nala legte das Tuch ab und verwandelte sich. „Sofort!“ Er trat zurück und schüttelte erneut den Kopf. Nala trat erneut auf ihn zu und in dem Moment traf sie eine unheimliche Windböe. Sie riss die Arme vors Gesicht, um ihre Augen vor dem Sand zu schützen. „Was ist das denn?“ Sie war in einer Art Windhose gefangen und versank langsam im Sand. Entsetzt sah sie auf ihre Füße. „Was um alles in der Welt...?“ Sie konnte ihre Füße nicht mehr bewegen. 'Hilfe! Leni, Leni, hilf mir!'

Millenia hob den Kopf. Irgendetwas war nicht in Ordnung, das spürte sie. Sie stemmte den Kopf auf die Hand. 'Nala.... sie ist in.... Gefahr....' Millenia stand auf und berichtete dem Pharao von der Stimme, die sie sich eingebildet hatte. Atmeu lehnte sich in seinem Thron zurück, froh, aus dem politischen Krams einen Moment herausgerissen worden zu sein. „Ich werde eine Suchmanschaft losschicken.“ sagte er. „Wenn Nala etwas passiert ist, finden sie es heraus.“ Millenia verneigte sich „Ich danke Euch.“ Als sie den Thronsaal verließ, wartete Subaru vor der Tür auf sie. „Hoppla, was machst du denn hier?“ Er sah sie mit seinen großen Augen an. „Nur Hunger...“ Millenia hob ihn hoch und ging mit ihm zur Küche, um ihm etwas zu essen machen zu lassen. Subaru war immer etwas zurückhaltend und wenn er schon zu ihr kam und etwas sagte, dann war es schon ernst. Jetzt saß er an einem Tisch in Millenias Zimmer und aß vorsichtig, denn er hatte gezahnt und oft noch Zahnweh. Millenia trank nur Wasser und aß ein wenig Obst, denn sie war nervös. Es dauerte eine halbe Stunde, bis der Suchtrupp zurück war und der Anführer im Thronsaal verschwand. Millenia ging nervös auf und ab. Subaru sah ihr dabei zu. Immerhin durfte sie nicht stören, das war der Gipfel der Unhöflichkeit. Trotzdem stürmte sie in den Thronsaal, als sie endlich gebeten wurde, vor den Pharao zu treten. Abraxas stand schon vor dem Thron, die Hände hinter dem Rücken. Millenia sah von einem zum Anderen. Anjali saß ebenfalls dort auf einem Hocker dabei, sie knetete ihre Hände im Schoß und war nervös. Orphen kam jetzt durch die Tür gestolpert. „Wo brennts?“ fragte er. „Tür zu.“ befahl der Pharao und die Diener schloßen die Türen. „Sie haben Nalas Tuch gefunden.“ sagte Atemu. „Und da es blau gezeichnet ist, ist es auch ganz sicher ihres.“ Er kam Millenias Frage damit zuvor. Sie knirschte mit den Zähnen. 'Verdammt!' Atemu nickte ernst. „Ich habe beschloßen, von dem Ort, wo es gefunden wurde, nach ihr zu suchen.“ Millenia trat vor. „Gebt mir jemanden vom Suchtrupp und ich suche sofort los.“ Atemu lächelte seicht. „Das habe ich mir gedacht. Ihr Drei werdet vorgehen.“
Millenia band die Haare hoch. Amy hatte ihr beim Umkleiden geholfen. „Ich möchte mitkommen.“ sagte sie, aber Millenia schüttelte den Kopf. „Nein, Amy, das wird vermutlich sehr gefährlich. Wenn du in Gefahr geräts.... Nala verzeihts mir nie.“ Amy ließ den Kopf hängen. Millenia sah sie an. „Aber ich würde dich bitten, ein Auge auf meine Kinder zu haben.“ Amy sah sie überrascht an. Millenia nickte. „Ich kann die Zwei nicht mitnehmen, sie sind einfach noch zu klein. Ich vertraue sie dir solange an. Kümmer dich ein bisschen um die Rabauken, das sie essen und nicht zu lange in der prallen Sonne sind und pünktlich schlafen und so weiter. Ich weiß ja noch nicht, wie lange ich weg sein werde.“ Amy nickte fleissig. „Klar, gerne.“ Millenia traf die Jungs im Flur und ein Soldat führte sie in die Wüste. „Hier.“ sagte er und deutete auf den Sand. Millenia sah sich um. „Sie war auf jeden Fall hier.“ sagte Abraxas. „Hier sind Fußspuren und ihre Energiesignatur ist hier.“ Orphen stapfte umher. „Aber wo kann sie dann sein?“
„Ich weiß es nicht.“ gestand Abraxas. „Die Spuren enden hier einfach.“ Millenia trat neben ihn und sah sich um. „Dann kann sie ja nur weggeflogen oder sich eingebuddelt haben. Oder sie ist teleportiert worden.“ Sie nickten vor sich hin. 'Aber.... ich spüre sie doch...'
„Weit kann sie nicht sein...“ murmelte Millenia. „Ich spüre sie.“ Abraxas schloß die Augen und nickte. „Ja.... ja, sie ist nicht weit.“ Millenia horchte in sich, was ihr Gespür ihr sagte. Dann richtete sie die Hände zu Boden. „Chaos Stroke!“ Es knallte, Sand wirbelte auf und dann fielen sie, mit viel viel Sand, in einen kreisrunden Raum. „Überraschung.“ sagte Orphen rappelte sich auf und klopfte sich den Sand aus der Kleidung. „Nicht verzagen, Leni fragen. Wer hätte das gedacht?“
„Wer das hier wohl gebaut hat?“ fragte sich Abraxas. „Meinetwegen ein Kamel, ich will erstmal Nala finden.“ Millenia deutete auf die Tür ihnen gegenüber. „Orphen, mach auf!“
„Ware mane kereru fumare zaru mon!“ Unter Orphens leuchtenden Fingern sprang die Tür auf. „Los. Aber leise.“ Sie huschten hinaus, schloßen die Tür hinter sich und schlichen die Flure entlang. „So viele Lebewesen sind hier...“ sagte Abraxas leise. „Ich spüre überall Leben. Der gesamte Komplex ist voll davon.“

„Wir bekommen Besuch.“ Der Mann wand sich um und ging an der total verängstigten Kisame vorbei hinüber zu dem kleinen Podest aus Stein. Das Kind saß auf dem Boden, drängte sich an die Wand und in die Schatten, die sie spendete. Sie zitterte am ganzen Körper. Über dem Podest schwebte Nala, sie schlief und wirkte ruhig. „Jemand scheint sie zu suchen.“ Er wand sich an die Gestalt, die Nala betrachtet hatte. „Ihre Cousine vermutlich.“ grummelte Marik. Der Mann nickte. „Ich werde versuchen, sie zu begraben.“ Marik grinste. „Dann sind sie zumindest gut konserviert für die Nachwelt.“ Er lachte. Der Mann ging zur Wand hinüber. „Weg da.“ Kisame krabbelte sofort weg von ihm und drückte sich in die Ecke. Der Mann griff nach einem Hebel an der Wand.

Millenia hielt inne. „Was rumpelt da so?“ Sie sahen sich um, da riss die Decke auf und Sand stürzte in den Flur. Millenia starrte hinauf. „Ach du Scheiße!“ Innerhalb von Sekunden war der gesamte Flur gefüllt. Als sich der Staub legte, regte sich nichts mehr. Der Mann trat hinein und grinste. „Tja, das Problem sollte geklärt sein.“ Er sah sich um, wand sich ab... und hinter ihm explodierte etwas. Eine Sandfontäne stieg auf. Der Mann drehte sich erschrocken um. „Was...?“ Abraxas tauchte in der Wolke auf. Und er war sehr wütend. Mit dem Schwert in der Hand stürzte er vor und rammte es dem Mann in den Bauch. Der starrte Abraxas entsetzt an, dann griff er nach der Klinge und zog sie aus seinem Körper. Abraxas sah ihn an. 'Was zum Teufel....' Der Mann lachte, als er aus der Klinge trat, dann fuhr er die Fangzähne aus. „Damit tötest du mich nicht!“ Abraxas wich aus, als der Mann auf ihn zusprang, und stolperte zurück. 'Ein Vampir, so ein Mist. Wie viele von denen gibt’s denn hier?' Der Mann wand sich um, um zu einem neuen Angriff anzusetzten, aber hinter ihm richtete sich Millenia auf und schlug ihm den Kopf ab. „Sauber.“ kommentierte Orphen und buddelte seine Füße aus. „So ein...“
„Argh, immer ihr!“ Sie wanden sich um. „Marik.“
„Du schon wieder.“ knurrte Millenia. Marik sprang zurück und knallte die Tür zu. Millenia rannte hin und lehnte sich dagegen. „Junge Junge, was hat er davor... geschoben?“ stöhnte sie. „Tritt zurück!“ sagte Orphen und Millenia ließ von der Tür ab. Orphen hob die Hand. „Ware michibiku wa shi yobu mukudori!“ Die Steintür fiel in sich zusammen. Millenia sprang in den Raum. „Nala!“ Rasch ging sie hin und zog sie aus dem Kraftfeld, das sie in der Schwebe hielt. Sofort schlug Nala die Augen auf und holte tief Luft. Abraxas hatte Kisame in der Ecke erspürt und war zu ihr herüber gegangen. „Hay, Kisame. Ist alles ok?“ Sie nickte und krabbelte zu ihm, um sich von ihm auf die Beine helfen zu lassen. „Hast du dich auch nicht verletzt?“ Sie schüttelte den Kopf. Millenia musterte Nala. „Siehst ja eigentlich ganz gesund aus, nur schmutzig.“ Nala schüttelte den Kopf und Sand kam aus ihrem Haar. „Ich bin ja auch im Boden versunken.“ Orphen stand noch in der Tür. „Wo ist der Feigling hin?“ Marik trat hinter der Säule hervor und hob den Stab. Das entsetzliche Piepen erfüllte die Köpfe der Anwesenden, da half auch Ohren zuhalten nichts mehr. „Argh!“ Millenia verstärkte den Griff um Nalas Schultern. Jetzt würde sie nicht loslassen. Marik lachte. „Diesmal lasse ich euch nicht entkommen!“ Das Geräusch schien noch anzuschwellen. 'Gleich platzt mir der Kopf!' jammerte Nala. Plötzlich trat von der Tür her ein Lichtschein ein und das Piepen legte sich. Überrascht wand sich Nala zur Tür. Dort stand ihr Vater, das Puzzle um seinen Hals leuchtete. Marik wich zurück. „Was um alles in der Welt...?“
„Marik!“ sagte der Pharao und allein seine Stimme war voller Kraft. „Es reicht! Lange genug hast du uns das Leben schwer gemacht!“ Mit festen Schritten trat der Pharao ein und Marik wich zurück bis an die Wand. „Es wird Zeit, das dir das Handwerk gelegt wird. Verschwinde jetzt oder leg deine bösen Machenschaften nieder!“ Marik zitterte, hob dann aber den Stab. „Ich werde mir von dir nicht sagen lassen, was ich zu tun und zu lassen habe, Pharao. Ich und meine Familie haben dir lange genug gedient.“ Er hob den Stab, aber das Puzzle hielt dagegen und schließlich ließ Marik ihn los und sank in die Knie. „Nun geh zurück in die Schatten, aus denen du gekommen bist.“ sagte der Pharao. „Verschwinde!“ Und Marik verschwand, mit einem Aufschrei, in ein dunkles Loch, das sich bildete. Das schrumpfte und schon war er verschwunden.

Kisame war zu dem Toten gekrabbelt und sah ihn an. Nala bemerkte es. „Kisame?“ Sie sah nicht auf. „Papa...“ Alle sahen auf. „Was, er war dein... Vater?“ stammelte Millenia. Kisame nickte. „Immer gebrüllt.... immer... befohlen.... immer...... geschlagen.... Rana.... Rana!“ Sie schrie und sprang auf und rannte sofort über den Sand, der von der Decke gestürzt war zu einer Tür. Nur noch das obere Viertel war zu sehen. Sie legte die Hände daran. „Rana, Rana!“ Orphen trat zu ihr. „Wir müssen die Tür frei graben.“ Sie buddelten, bis sie das Schloß erreichen konnten, Soldaten halfen ihnen. Es dauerte mehrere Stunden. Orphen öffnete schließlich die Tür und Sand flutete in den Raum. Eine kleine Pritsche war an der Wand, mehr nicht. Das schwarzhaarige Mädchen schien noch nicht lange dort zu leben, sie war besser genährt als Kisame und sah direkt auf. Sie kletterte auf ihr Bett, als der Sand kam, sah und hörte dann Kisame und lächelte. „Kisame. Wir haben uns Sorgen gemacht.“ Sie stiegen aus der Grube und versorgten die Verletzten. Es war schon tiefe Nacht und deswegen blieben sie erstmal hier und ließen die Nacht vergehen, bevor sie sich auf den Rückweg machten. Sie gingen im gemütlichen Tempo, um in der Sonne nicht zu kollabieren. Kisame und Rana ritten auf einem der drei Kamele und oft hörte man sie lachen. Sie waren noch etwa 4 km von der Stadt entfernt, als ihnen eine junge Frau entgegenkam und nach ihnen rief. „Was ist denn? Ist etwas vorgefallen?“ fragte der Pharao, als sie vor ihm auf die Knie ging. „Oh, mein Pharao, euer Palast...“ Atemu verzog das Gesicht. „Was ist passiert?“ Sie zitterte und sah auf. „Jemand hat ihn... jemand ist eingedrungen und hat ihn in seiner Gewalt, den ganzen Palast. Eine Armee wandelnder Skelette und ein großer Mann mit einer Narbe im Gesicht.“

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Kapitel 9: The Siege

Beitrag  Cho Izanami am Di Apr 19, 2011 11:31 pm

Bakura saß breit in Atemus Thron und beobachtete die Diener, die die Halle reinigten. Er hatte ihnen gesagt, sie sollen so weit wie möglich ihre normalen Arbeiten verrichten. Ab und zu deutete er auf Einzelne und lies sie vor ihn treten, wo er sie frage, nach Name und Herkunft und Loyalität und so weiter. Amy interessierte das nicht, denn das tat sie sowieso. Sie machte sich mehr Sorgen um die Verletzten, denn es hatte Kämpfe gegeben... und Tote. Bakura war eher still und ruhig, aber hart. Wer sich wiedersetzte, der starb. Amy hielt allein wegen der Kinder still. Sie waren oben und Bakura hatte ihnen nichts getan, aber sie durften nicht raus. Subaru machte das nichts, aber Kamui machte Randale und trieb Bakura bald in den Wahnsinn. Amy fand das gut, aber sie konnte ihn nicht aufstacheln, sonst passierte doch noch etwas. Amy wischte und grinste dabei in sich hinein. „Hey, du da!“ Sie wand sich um. Mist, Bakura meinte sie. Sie legte den Lappen hin und trat vor das Podest des Throns, den Kopf geneigt. „Wie heißt du?“ Sie sah nicht auf, das gehörte sich nicht. „Amy.“ Er lehnte sich etwas vor. „Wie?“
„Amy.“ wiederholte sie. „Seltsamer Name.... woher kommst du? So helles Haar wie deins habe ich noch nie gesehen.“ Amy riss sich zusammen, um nicht zu lächeln. Das hatte sie schon oft gehört. „Ich komme vom Kontinent.“ Bakura hob die Augenbrauen. „Oha, da hat der Pharao aber einen langen Arm gehabt, was?“ Amy erwiederte nichts. Bakura grübelte. „Wem bist du loyal?“ fragte er. „Der Königsfamilie.“ Er sah sie an. „Der Krone?“ Amy sah auf. „Nein, der Prinzessin. Nicht der Krone, nicht dem Amt, sondern der Prinzessin.“ Bakura grinste. „Aha.“

Atemu ging auf und ab und dachte nach. „Wenn er den Palast samt aller Bewohner im Griff hat, wird es schwer, gegen ihn vorzugehen, ohne zu riskieren, jemanden zu verletzten.“ Er grübelte. Anjali sah ihm dabei zu. „Ich fürchte, ganz vermeiden lassen wird es sich nicht, das Leute dabei in Gefahr geraten, allen voran wir. Wir müssen wohl einfach eine Lösung finden, bei der das Risiko so gering wie möglich ist.“ sagte Orphen und der Pharao nickte. Millenia grummelte. „Wenn er meine Kinder angefasst hat, bringe ich ihn um.“ Orphen nickte. „Ich dachte, das tun wir sowieso.“ sagte Nala. „Ich für meinen Teil schon, wenn ich ihn in die Finger bekomme.“ antwortete Abraxas. Der Pharao nickte vor sich hin. „Wir können nicht einfach blindlings reinstürmen.“ Alle schüttelten den Kopf. „Fordern wir ihn heraus.“ schlug Orphen vor. „Angriff ist die beste Verteidigung. Er wird uns ja nicht alle auf einmal kleinhauen können.“
„Kann er, wenn er erweckt, was unter dem Palast schläft.“ sagte Atemu und Orphen fluchte. „Wir müssen schnell genug sein, damit er dazu keine Zeit hat.“
„Was schläft unter dem Palast, Vater?“ fragte Nala nervös. „Ein Monster der Götter.“ sagte Atemu.

„Wann kommt Mama heim?“ fragte Subaru, als Amy ihm beim Anziehen half. Seine Haare waren noch tropfnass. „Bald.“ sagte Amy aufmunternd. „Und dann haut sie dem Kerl da eine, das er zum Mond fliegt, ne?“ fragte Kamui voller Stolz. Amy nickte. „Aber natürlich.“ Er grinste. „Ich kanns auch kaum erwarten.“ Amy trat sofort vor die beiden Kinder. „Was willst du?“ Bakura schloß die Tür. „Na, das ist aber nicht besonders höflich. Dabei wollte ich doch nur sehen, wie es den kleinen Kindern geht.“ sagte er im tadelnden Ton. „Es geht ihnen Bestens, was interessiert dich das?“ gab Amy fest zurück. Bakura zog die Augenbrauen hoch. „Hast du gar keine Angst vor mir?“ fragte er im bedrohlichen Ton. Kamui funkelte ihn wütend an und Subaru sah nervös zu Amy auf. Und wie sie Angst hatte. „Angst haben bringt mir nichts.“ sagte sie. Bakura lachte. „Mutig, mutig. Aber ich brauche mal grade ein Mitglied der Königsfamilie und da sind im Moment leider nur zwei hier.“ Amy drängte die Kinder nach hinten. „Nein. Du fasst sie nicht an.“ Bakura zuckte die Schultern. „Gut.“ Dann schnellte er vor und nahm sie am Arm. Amy keuchte unter seinem festen Griff auf. „Dann fass ich halt dich an.“ Er marschierte Richtung Tür und zog Amy hinter sich her. „Ihr kommt jetzt allesamt mit, sonst gibt’s ein Massaker.“

Sie liefen schnell, aber nicht zu schnell, niemand durfte müde sein. Als der Pharao in die Stadt marschierte, sammelten sich Wachen und Patrouillen um ihn, die aus dem Palast hatten fliehen können, oder zu dem Zeitpunkt nicht darin gewesen waren, um ihn und brachten ihn auf den neusten Stand. Er nickte und grübelte und formierte sein Feld um. Schließlich standen sie vor den Toren des Palastes. „Mal sehen, ob der dreiste Untermieter zu Hause ist.“ grinste Orphen. Der Pharao hob die Stimme. „Bakura! Komm raus, du Feigling, und stell dich uns!“ Das Lachen des Diebes erklang und dann tauchten er und einige seiner Soldaten und ein paar Diener auf dem Dach des Palastes auf. „Willkommen Zuhause, oh Pharao!“ Er grinste. „Tja, weg gegangen, Platz vergangen. Findet ihr nicht auch, das der König der Diebe auch der König von Ägypten sein sollte?“ Er lachte wieder. „Jemand so gieriges wie du hat nicht mal den Thron der Schaben verdient!“ gab Millenia zurück. „Komm herunter, sonst kommen wir rein!“ rief Atemu. Bakura nickte vor sich hin. „Ah ja, das übliche also.... Und wie wärs mit: Ich steh hier grad so gut?“ Er grinste breit. Der Pharao wand sich zu seinen Fußtruppen um und befahl ihnen, das Tor einzurennen. Sofort marschierten sie los. Bakura sah ihnen dabei zu, bis sie nah genug heran waren. „Werft den toten Balast ab.“ sagte er zu seinen Skelett-Soldaten. Sofort warfen diese die Toten über die Mauern, Frauen und Männer der Wache und Dienerschaft, die sich Bakura widersetzt hatten. Die Soldaten blieben entsetzt stehen, die Moral war mit einem Schlag auf dem Tiefpunkt. Nala wand sich ab. Und auch der Pharao war betroffen. Bakura lachte. „Dann rennt das Tor ein, ich habe noch Munition hier oben.“
„Und jetzt?“ fragte Anjali. Der Pharao stieg von seinem Pferd. „Dann muss ich ihn bekämpfen.“ Anjali machte ein ängstliches Gesicht. „Sei vorsichtig.“ Er lächelte ihr zu, dann hob er wieder die Stimme. „Ergib dich, Bakura, oder ich werde die Bestie des Himmels anrufen, die dich vernichten wird!“ Wieder lachte Bakura. Und diesmal hielt er sich sogar den Bauch. „Komm und... aahahahaha..... versuch es, Pharao!“ Atemu grinste. Er hatte es ja nicht anders gewollt. „Tretet zurück.“ sagte er und alle wichen ein paar Meter weg von ihm. „Was hat Vater vor?“ fragte Nala. Anjali schüttelte den Kopf. „Halt dich ja gut fest.“ Das Puzzle begann zu leuchten und sandte dann einen Lichtstrahl in den Himmel. Sofort ballten sich dort große, schwarze Wolken, es wurde kühler, der Wind nahm zu. Die Wolkendecke breitete sich aus, ein roter, schlangengleicher Leib wand sich durch sie, bis über dem nördlichen Teil der Stadt Slifer, der Drache des Himmels, erschien. Amy starrte in den Himmel. „Wow...“ Bakura grinste. Dann erhob sich einen andere, freche Stimme. „Ha, was sagst du jetzt du doofer, hässlicher, stinkender, arroganter, dämlicher....“
'Junge, ist mein Sohn kreativ.' schoß es Millenia durch den Kopf. Bakura lief rot an. „Naaaaaaaaar, Halt den Mund!!“ Er drehte sich ruckartig um und funkelte den Jungen an, riss dabei Amy, die daneben gestanden hatte, mit und sie landete auf dem Hintern. „Aua, so ein Trampel.“ Subaru sah sie an. „Aua?“ Bakura drehte sich wieder um. „Was ich dazu sage? Ha! Meinst du im Ernst, ich hätte deinen Palast besetzt, um dein Stühlchen auszuprobieren? Nein, mein Freund.“ Er lachte wieder und Atemu verzog das Gesicht. „Mist. Er hat ihn gefunden.“ Bakura hob die Arme. „Dann sehen wir doch mal, was dein Drache gegen ihn aufzubringen hat!“ Jetzt ballte sich das schlechte Wetter auch über dem Palast. Es blitzte und donnerte und der Wind riss an Kleidung und Haaren. Aus den Wolken senkte sich etwas herab, das Nala zuerst für eine blasse Sonne hielt, ein goldenes Wesen, das jetzt seine Flügel ausbreitete und einen markerschütternden Schrei von sich gab. „Was ist das?“ fragte Nala. „Der geflügelte Drache des Rah.“ antwortete ihre Mutter. „Geht irgendwo in Deckung.“ sagte Atemu, als sich das Wesen auf Slifer stürzte. „Wir müssen in den Palast.“ sagte Abraxas leise. Sie nickten. „Sammelt euch um mich.“ sagte Orphen. Abraxas, Nala und Millenia traten zu ihm. Kisame sah ihnen nach. „Ich will, das ihr euch versteckt, Kisame, damit euch nichts passiert, ja?“ sagte Nala und das Kind nickte. Orphen hob die Hand. „Ware wa odoru, ten no roukaku!“ Die Vier verschwanden. Bakura lachte. Dann glühte sein Ring auf, während am Himmel noch die Monster miteinander rangen. „Willkommen im Reich der Schatten, meine Freunde!“ Er legte eine Art Spähre auf die Stadt, zog sie ins Reich der Schatten. Der Palast veränderte sich, die Stadt veränderte sich, Monster tauchten in den Straßen auf. Atemu zog das Schwert. „Versteckt euch!“ Anjali trat zu ihm. „Nein, ich bleibe bei dir.“
„Du musst die Kinder verteidigen, Anjali. Hier bist du in Gefahr. Geh!“
„Nein!“ sagte sie fest. „Einmal schon habe ich dich aus der Hand gegeben... Ich riskiere es nicht, dich ein zweites Mal zu verlieren.“
Bakura zog sich derweil ins Innere des Palastes zurück, Kamui und Subaru im Schlepptau. „Feigling! Blödmann! Idiot!“ rief Kamui die ganze Zeit. Immer wieder dachte er sich was Neues aus, um Bakura zu nerven. Jetzt hatte der Dieb genug, want sich um und griff den Jungen am Kragen und hob ihn hoch. Sofort trat Amy dazu und griff nach seinen Handgelenken, während Kamui auf seine Arme eintrommelte. „Lass ihn los!“
„Langsam reichts mir mit dir, du kleine Nervensäge. Wenn du von allein nicht den Mund hälst, dann sorg ich halt dafür.“ sagte er. Seine Finger glühten auf, mit einer Hand hielt er das Kind, die andere löste er und hob sie. Kamui erlahmte und er ließ ihn los, Amy hielt das Kind jetzt. „Kamui!“ Bakura trat zum Thron zurück. „Ich hasse Kinder...“ stellte er fest. Amy hatte Kamui sanft abgelegt, nachdem sie sicher gestellt hatte, das es ihm gut ging und er nur schlief. „Vergreif dich nicht an Kindern, du feiger Hund!“ Bakura wirbelte herum. „Pass ja auf, was du sagst, Dienerin! Moment, genau...“ Sein Gesicht klärte sich, er kam herüber, Amy wich zurück, aber er hielt sie fest und wieder leuchteten seine Hände auf. Von den Wänden her klapperten ein paar Skelette heran. „Bring sie wohin, wo sie mir nicht im Weg ist. Prinzessin Nala darf diesen Raum nicht zuerst erreichen.“ Als sich das knochige Monster knirschend entfernte, grinste Bakura. Der Palast war vollständig ins Reich der Schatten abgetaucht. 'Jetzt gehört ihr mir!'

Als Nala sich im Inneren des Palastes materialisierte, war sie allein: Bakuras Magie hatte sie von den Anderen getrennt. Das behagte ihr überhaupt nicht. 'Ich sollte die Anderen schnell wiederfinden.' Nala griff nach ihrer Macht, um sich zu verwandeln und richtete sich dann auf. Die Wände waren dunkel und es war kalt und still. Nala schauderte es. 'Als sei der Palast an sich tot...' Sie ging vorsichtig durch die leeren Gänge, in denen Nebel über den Boden waberte und spähte erst um Ecken, bevor sie sie passierte. Schließlich ließ sie das Knirschen von Knochen aufsehen. 'Skelette, auch das noch.' Sie verbarg sich hinter einer Statue und sah die klapprigen Gesellen kurz vor ihr in einen Seitengang abbiegen. 'Amy!' Nala verzog grimmig das Gesicht, trat aus ihrer Deckung heraus und fiel den Biestern mit ihrer Magie in den Rücken. „Sphere of Darkness!“ Die Biester fielen auseinander wie morsches Holz, Nala griff nach Amys Schultern, bevor ihr Kopf auf dem Boden aufschlug. „Amy! Ist alles in Ordnung?“

Orphen zog den Kopf ein, als der faulige Drachenschwanz auf ihn zu rauschte. „Bah, stinkt das Vieh.“ beschwerte er sich und gab eine Flammensäule ab. Sichtlich unbeeindruckt schlug der Zombiedrache mit seiner riesenhaften Klaue nach ihm. Abraxas drückte das Wesen von sich, das ihn angegriffen hatte. „Ja... das kostet uns hier... ne Menge Zeit.“ Der Erz Unterweltler setzte sofort zum nächsten Angriff an. „Allerdings, dabei brauchen die Damen sicher Rückendeckung gegen diesen.... Spinner.“ Orphen duckte sich weg, rollte ab. Bakuras Lachen erklang. „Töte ich euch, schwäche ich sie. Beide. Alle sterbt schon.“
„MISTKERL!!“ brüllte Orphen zurück. „Reg dich nicht auf, das hilft dir nichts...“ sagte Abraxas zu ihm. „Das lenkt dich ab, dann kannst du nicht gut..... kämpfen. Reiß dich zusammen.“

Millenia räumte noch ein Skelett aus dem Weg. Das Nächste kam schon den Gang hinunter. „Klapper dich weg da, Bohnenstange, sonst setzts was.“ Von ihrer Rede sichtlich unbeeindruckt kam das Ding weiter den Gang hinab. „Chaos Stroke!“ Dann schlugen ihre magischen Sinne Alarm. 'Meine Kinder sind hier in der Nähe!' Sie legte einen Zahn zu und stieß die Türen zum Thronsaal auf. Bakura breitete die Arme aus. „Willkommen, schöne Millenia, Prinzessin des Chaos, Königin der Drachen!“ Millenia knurrte. „Stirb, du Bastard!“ Sie hob die Hand. „Na, Na.“ Bakura zog die Augenbrauen hoch. „Ziel bitte gut.“ Neben dem Thron, ein Stück an zurück der Wand, saß Subaru, der seine Mutter ängstlich ansah, Kamui lag vor ihm auf dem Boden. Millenia wurde blaß. „Was hast du mit ihnen GEMACHT?“ Bakura hob die Hand. „Es war Notwehr. Der Kleine war so frech, das ich nicht anders konnte, als ihm einen Schlafzauber zu verpassen. Seit dem schlummert er in süßen Träumen.“ Millenia sah zu Subaru. „Hat er euch wehgetan?“ Subaru nickte und hob eine Hand, um die Amy ein weißes Tuch gewickelt hatte. „Er hat mich geschnitten...“
„Ach!“ Bakura winkte ab. „Nur um an Rah zu kommen, waren ja nur ein paar Tropfen.“ Millenia knurrte. „Na WARTE!!!“ Bakura grinste und hob die Hand. Ein magischer Ball bildete sich darin, aber er richtete ihn nicht auf Millenia, sondern auf die Kinder. „Momentchen.“ Millenia hielt inne. Egal, wie weit Bakura ging, was er wollte, was er tat.... Millenia konnte das Leben ihrer Kinder nicht riskieren. Sie senkte die Arme. „Was willst du?“ Bakura grinste. „Aha, ich sehe, wir verstehen uns. Ich schlage dir einen kleinen Deal vor. Ich lass den Pharao noch sitzen, wo er sitzt und die Kinder unversehrt, ich tue keinem mehr etwas und ziehe mich brav zurück.“ Millenias Körper war angespannt. „Und dafür?“
„Und dafür...“ holte Bakura aus, „.. wirst du mich begleiten.“
„Was?!“ Bakura lachte. „Ja, du hast mich schon verstanden. Immer schon wollte ich Ägypten, aber dann... dann sah ich dich. Was ist die Welt gegen dich?“ Er grinste. „Nichts. Begleite mich und keinem passiert was.“ Millenia sah zu ihren Kindern. „Ich werde meine Kinder nicht mitnehmen. Ich lasse sie nicht in deinen Fingern.“ Bakura nickte. „Das ist kein Problem, sie haben ja auch einen Daddy hier, der auf sie achtgibt.“ Millenia ging an Bakura vorbei, der sie beobachtete, zu den Jungs. Subaru schüttelte den Kopf. „Geh nicht weg, Mama, bitte! Lass uns doch nicht alleine!“ Millenia nahm ihn fest in die Arme und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. „Ich komme ja wieder und sehe nach euch. Keine Sorge.“ Subaru klammerte sich mit seinen kleinen Händchen an sie. „Aber, Mama...“ Millenia aber lächelte nur. „Sei brav und nett zu Tante Nala, ja? Und passt du ein bisschen auf Kisame und ihre Freundin auf?“ Subaru starrte sie mit Tränen in den Augen an. „Ja, machst du das? Du und Kamui?“ Subaru nickte. „Ja... Mama...“ Sie drückte ihn noch einmal. Dann ließ sie los und richtete sich auf. Sie konnte Subaru kaum anschauen, es tat ihr im Herzen weh. „Ich bin soweit.“ Bakura nickte und griff nach ihrem Arm. In dem Moment, in dem die Zwei verschwanden und der Palast sich wieder in die reale Welt verlagerte, trat Abraxas die Tür zum Thronsaal ein. „Mama!“ rief Subaru. „Millenia!“ brüllte Orphen, aber da war der nebelige Umriss schon verschwunden. Orphen stieß einen Wutschrei aus, sank in die Knie und schlug mit beiden Fäusten auf den Boden. „NEIN!“ Abraxas bliebt etwas außer Atem stehen, während eine sanfte Brise durch die Fenster kam und Orphens Klage in den Himmel über Alexandria warf.

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Kapitel 10: Interlude – Like leaves in Fall

Beitrag  Cho Izanami am Mi Apr 20, 2011 7:02 pm

Die Stimmung im Palast war sehr gedrückt. Atemu und Anjali suchten mit allem, was sie aufbringen konnten, nach Bakuras Unterschlupf. Auch die Berater des Pharao waren mit nichts anderem beschäftigt. Nala machte sich furchtbare Sorgen, sie schlief schlecht und war tagsüber unruhig, hatte wenig Appetit und war alles in allem schlecht gelaunt. Orphen war auch nicht besser drauf. Er war knurrig, kümmerte sich zwar liebevoll um seine Söhne, war ansonsten aber geladen und wollte eigentlich jederzeit nur los und Millenia suchen. Nur die Bitten der Anderen, seine Kinder nicht alleine zu lassen, hielt ihn noch in Alexandria. Die Zwillinge reagierten sehr unterschiedlich. Subaru war traurig, das seine Mutter fort war, er fragte immerzu nach ihr und weinte manchmal, wenn er Angst um sie bekam. Der kleine Kamui dagegen schmiedete fleissig Rachepläne an dem „Blödmann“. Abraxas war als einziger ruhig geblieben, denn den Kopf zu verlieren, das wusste er, würde mehr Schaden als Nützen. Er hatte selbst über etwas nachgedacht und schließlich einen Entschluss gefasst.
Nachdem Kamui und sie aus dem Schlafzauber erwacht waren, hatte Amy gleich wieder arbeiten wollen, aber sie war selbst emotional etwas mitgenommen und schließlich so müde gewesen, das Nala sie in ihr Bett verfrachtet und ihr verboten hatte, aufzustehen, bevor sie sich besser fühlte. Am nächsten Morgen weckte sie die aufgehende Sonne. Nala, die die Nacht über neben ihr geschlafen hatte, war schon nicht mehr da und so streckte sie sich und sah zum Fenster hinaus. Dann hörte sie die Tür aufgehen und wand sich um. „Caim. Guten Morgen.“ Caim lächelte scheu und kam zu ihr herüber. „Wie geht es dir?“ fragte er. Amy lächelte. „Hervorragend, danke. Wie geht es dir?“ Sie musterte ihn. „Du siehst bedrückt aus.“ Er nickte und setzte sich neben Amy auf die Matratze. „Ja, ich.... ich brauche einen Ratschlag.“ Amy zog die Beine an. „Leg los.“ Caim knete die Hände im Schoß. „Weißt du, ich habe in der letzten Zeit in der Bibliothek viel gelesen und bin dabei auf eine alte Überlieferung gestoßen. Sie besagt, das ein Wesen, das halb Mensch, halb Dämon von Geburt an ist, wesentlich... naja, es stand da 'stärker als Beides an für sich' ist. Ich glaube das nicht so ganz, aber erwiesen ist zumindest, das Abraxas Kraft steigen würde, wäre ich... ein... ein Teil von ihm, verstehst du?“ Amy nickte. Caim fuhr fort. „Wir haben daraufhin überlegt, ob es sinnvoll wäre, wenn ich und er nicht mehr zwei getrennte Wesen in einem Körper wären, sondern ein Wesen an sich. Mit nur einer Seele, die menschlich und dämonisch zugleich ist. Mit mehr Kraft könnten wir Nala besser beschützen und Millenia sicher retten, aber...“ Er brach ab. Amy gab ihm ein wenig Zeit, bevor sie nachhakte. „Aber?“
„Aber...“ setzte er wieder an. „Aber das würde bedeuten, das es mich, in dieser Form hier, nicht mehr geben wird.“ Es folgte eine Weile Stille. „Du würdest also... verschwinden?“ fragte Amy. Caim schluckte und nickte. Amy hatte es auf den Punkt gebracht, während er drum herum geredet hatte. Amy schwieg weiter mit leicht schief gelegtem Kopf und Caim spürte den starken Drang, sich zu rechtfertigen. „Weißt du... Abraxas ist mein Bruder und er hat... sehr sehr viel für mich getan. Vermutlich hätte Vater mich getötet wenn er nicht.... Naja, und.... und es ist das erste Mal, das er wirklich verliebt ist und auch glücklich ist und das freut mich. Das freut mich sehr. Er ist als Dämon der dominantere von uns und sein Charakter würde sicherlich fast vollständig erhalten bleiben. Und es würde ihm helfen, mit seinen Herzbeschwerden und so, das wäre er los, wenn ich und er.... wenn wir...“ Eine sanfte Brise erfasste den Stoff im Zimmer.* „Ich glaube, es macht gar keinen Unterschied mehr, was ich sage, Caim.“ sagte Amy ruhig. „Es ist aus tiefstem Herzen dein Wunsch, deinem Bruder zu helfen. Und du hast das Gefühl, das du ihm deine Hilfe schuldest. Es ist immer wichtig, auf das zu hören, was das Herz einem sagt. Du weißt, das du alles aufgibst, wenn du diesen Schritt tust und trotzdem schreckst du davor nicht zurück. Das ist sehr mutig, Caim. Und ich bewundere dich dafür.“ Er sah sie überrascht an. Aber Amy hatte den Blick in den Himmel gerichtet und in ihrem Gesicht lag eine seltsame Feierlichkeit. „Seit langer langer Zeit suche ich den Mut, den du jetzt gefasst hast. Du wirst mir fehlen, wirklich, das wirst du. Aber vielleicht hast du Recht. Und allein die Liebe... Love is worth a chance.“ Er nickte. Einen Moment herrschte wieder Stille dann wand er sich noch einmal an seine beste Freundin. „Amy, ich... ich möchte dich bitten, meine... Meine Magie zu nehmen.“ Amy sah ihn überrascht an. „Was?“ Er nickte fleissig. „Ja. Ich habe mir das wirklich gut überlegt und.... Hilf... hilf doch einfach den Anderen damit. Nala und Abraxas und Leni und den Kindern und... allen. Ich weiß nicht, ob sie.... die Verschmelzung übersteht und...“ Amy lächelte. „Ich verstehe, was du meinst. Wenn du sie mir so wirklich schenken möchtest...“ Sie hielt ihm die Hände hin. Caim sah sie einen Moment an, dann griff er danach und Amy schloß die Augen, um in ihrem Herzen eine kleine Tür zu öffnen. Caim leiuchtete auf, dann gab er die gesamte Magie an Amy ab. Amy wurde einen Moment schwindelig. Caim legte ihr zur Stabilisation die Hand auf die Schulter. „Tut... tut mir Leid, ich...“ Amy schüttelte den Kopf. „Schon ok. Ich gewöhne mich schon daran.“ Einen Moment herrschte wieder Stille, dann rutsche Caim nervös hin und her. „Also dann... gehe ich jetzt besser.“ Amys Lächeln wurde traurig. „Is gut...“ Er sah sie jetzt an, sah nicht mehr weg. Amy legte den Kopf schief „Worauf wartest du?“ Er schüttelte sich. „Das hier ist auch Abraxas Körper. Was ist, wenn er mir sauer wird? Oder... oder schlimmer, wenn Nala....“ Amy kicherte. „Nala ist meine beste Freundin und mit Abraxas komme ich doch auch gut zurecht. Außerdem ist es auch dein Körper, und du wirst jetzt alles alles für ihn aufgeben. Meinst du, irgendjemand wird dir sauer, wenn du mich damit einmal umarmst?“ Caim wurde rot. Amy kicherte wieder. Dann legte sie die Arme um ihn und drückte ihn. „So, siehst du, jetzt bist du auch nicht Schuld.“ Sie spürte, wie er sich anspannte. Er war verlegen. Amy ließ ihn los und rieb sich die Augen. Er sah ihr dabei zu und war immer noch verlegen. Aufmunternd, wie sie es immer tat. Legte er ihr noch einmal die Hand auf die Schulter und drückte sie leicht. Amy lächelte. „Entschuldige.“ sagte sie, aber Caim schüttelte nur den Kopf. Amy fasste sich und sah wieder zu ihm auf. Und da küsste er sie. Als er von ihr abließ, stand er sofort auf und ging zur Tür. Die Hand an der Klinke, hielt er inne, aber er drehte sich nicht noch einmal um. Amy wand ihm den Rücken zu. „Machs gut, Amy...“ Leise klappend fiel die Tür ins Schloss. Amy sah auf zum Himmel. „Leb wohl, Caim...“ Und diesmal gab sie sich nicht die Mühe, die Tränen zurückzuhalten. Jetzt würde er sie nicht mehr sehen. „Leb wohl...“

*Soundtrack: Roadside

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ACHTUNG ADULT!! Kapitel 11: Interlude - Taken!

Beitrag  Cho Izanami am So Apr 24, 2011 3:29 pm

„Mein Pharao.“ sagte Isis, als sie die Augen öffnete. „Wir haben ihn gefunden.“ Das war das Zeichen, auf das alle gewartet hatten. 3 Tage hatte es gedauert. Drei Tage hatten sie genutzt, um sich vorzubereiten. Sie hatten sich gesammelt, trainiert, gelesen und sich konzentriert. Nur 10 Minuten, nachdem diese Meldung gekommen war, waren Fuß- und berittene Soldaten, sowie Orphen, Abraxas und Nala bereit, um aufzubrechen. Um zu tun was ihnen in den Fingern brannte: Millenia retten.

Millenia erwachte langsam. Sie versuchte sich an das zu erinnern, was passiert war, aber es war so unerwartet gekommen... alles. Was sie alles befürchtet hatte, als er sie mitgenommen hatte. Und nichts davon war eingetreten. Er hatte sie nicht geschlagen, nicht gefoltert, nicht vergewaltigt, nicht eingesperrt. Er hatte ihr etwas zu essen gegeben und sie den Rest des Tages in Ruhe gelassen. Am nächsten Tag hatte sie ebenso still und einsam gefrühstückt und dann war sie in den Gängen seines Verstecks umher gewandert, um herauszufinden, wo sie war und wie sie wieder heimkam. Leider hatte sie kaum Anhaltspunkte gefunden und wusste jetzt immerhin, das sie sich im Reich der Schatten befinden musste. Den ganzen Morgen über hatte sie den Dieb nicht gesehen. Aber als sie jetzt seinen Unterschlupf auf den Kopf stellte, fand sie ihn in einem der kleineren Räume voller Regale und Tische, der mit Kram vollgestopft war, den Leni noch nie gesehen hatte. Er sah nur kurz auf, als sie die Tür geschlossen hatte und dann etwas nachgelesen. Millenia sah ihm eine Weile dabei zu, dann verschränkte sie die Arme vor der Brust. „Was willst du von mir?“ Er sah auf. „Ich sehe, du hast zumindest gut geschlafen und gefrühstückt.“ Er grinste. Millenia tat sein Gerede ab. „Was willst du von mir?“ wiederholte sie. Er stand auf und wand sich ihr vollkommen zu. „Was soll die Frage?“
„Du hast ja wohl nicht den ganzen Palast geentert, meine Kinder gefangen gehalten, den Pharao bekämpft und mich entführt, damit ich deine Bude putze. Immerhin habe ich seit ich hier bin keinen Putzlappen gesehen. Also, was willst du?“ Bisher hatte er Abstand gewahrt, jetzt grinste der Diebeskönig und kam ihr ziemlich nahe. Millenia war entschlossen, sich nicht einschüchtern zu lassen, konnte aber nicht verhindern, das sie ein wenig zurückwich. „So, das interessiert dich also... Nun, was ich will?“ Blitzschnell griff er nach ihr und zog sie an sich. Millenia keuchte überrascht auf. Seine Haut schien zu glühen, sie spürte die Hitze auf der Haut. Er senkte die Stimme und Millenia, eng an ihn gedrückt, spürte noch etwas anderes. „Ich will Dich. Nur deswegen habe ich den Aufwand betrieben.“ Mit einem Arm hinter ihrem Rücken drückte er sie fest an sich, die andere Hand wanderte an ihrer Seite entlang nach unten. Millenia überlief ein Schauer. Sie wollte sich wehren, aber sie konnte nicht. Nicht nur, weil sein Griff so fest war oder seine Haut so heiß. Ihre Arme gehorchten einfach nicht. In ihr war etwas, ein Gefühl, das es verhinderte, das sie auch nur einen wirklich klaren Gedanken an Gegenwehr fassen konnte. Bakura betrachtete ihr Gesicht, dann griff er sie an den Oberarmen und drängte sie zurück, bis Leni mit dem Rücken an die Wand stieß. 'Was hat er....?' Sein Körper drängte sie an ihren, aber die Hitze seiner Haut nahm sie auch so wahr, schon im Abstand von einigen Zentimetern. Eingeklemmt zwischen Wand und dem Dieb zitterten Millenia die Knie, aber nicht vor Angst. Bakura drückte seine Lippen auf ihre und Millenia durchzog ein Kribbeln. Es war so anders als bei Orphen. Auch Orphen legte Verlangen in seinen Kuss, aber er wartete irgendwo auf sie. Bakura nicht. Er raubte und plünderte wie der Dieb, der er war. Millenia brachte die Arme hoch, um ihn von sich zu schieben. Sie dachte an ihre Kinder. Bakura grinste, packte ihre Hände und drückte sie über ihrem Kopf mit einer Hand an ihren Handgelenken an die Wand. Er war fast eineinhalb Köpfe größer als sie. Millenia wand sich etwas. „Lass mich...los.“ Bakura grinste. „Wenn du dich wehrst...“ Er drückte sich fest an sie und bewegte die Hüfte, rieb sich an ihr, sie spürte seine Erregung am Bauch und erstarrte. „... dann machst du mich damit nur noch heißer.“ Er packte sie und hob sie ein Stück hoch, um seinen Penis zwischen ihren Beinen zu positionieren. Millenia spürte ihn durch ihre Kleidung und seine Hose und versteifte sich. Sie war sich nicht sicher, ob sie wirklich wollte, das er mit ihr schlief. Aber inzwischen war sie selbst erregt. Sie wollte sich abwenden, aber da küsste er sie erneut, ihre Beine auf seinen Hüftknochen, seine Hand wanderte von ihrem Hals zu ihrer Brust, umfasste sie und reizte sie. Millenia spannte sich an. „N...nein, warte... i... ich...“ Bakura leckte und küsste ihren Hals und Millenia wimmerte auf vor Erregung und auch ein wenig Scham. Orphen war der Vater ihrer Kinder. Das hier wäre fast schon Betrug. Jetzt packte Bakura mit der freien Hand den Stoff ihres Oberteils und zerriss es. Millenias Augen weiteten sich vor Schreck, aber sie warf den Kopf hin und her, als Bakura den Kopf auf ihre Brüste herabsenkte. „Ahh.... nein... ich.... Ahh... h.... hör auf..... damit.....“ Seine Hand sank von ihrem Bauchnabel nach unten ab, er griff ihr zwischen die Beine und legte den Finger auf ihren Kitzler. Er grinste sie an und sie schüttelte den Kopf. „Bitte....“ Er bewegte den Finger und Millenia biss sich auf die Lippe. Sein Finger rutschte langsam zwischen ihre Schamlippen ab, dann drang er in sie ein und Millenia stöhnte auf. Bakura bewegte den Finger, den Daumen auf ihrem Kitzler abgelegt und bewegend. Millenia wand sich. „Ahhh... Ahhh... Hör... auf....“
„Nein.“ sagte Bakura und stieß den Finger tief in sie. Millenias Wangen röteten sich. „Nein, du gehörst mir, mir ganz allein, niemandem sonst. Niemand wird dich mehr anfassen außer mir und du wirst niemanden mehr anfassen außer mich.“ Er bewegte die Hüfte und rieb seine Erregung an ihrem Hintern. Millenia verbiss es sich, aufzustöhnen. „So lang habe ich mich zusammengerissen.“ flüsterte er in ihr Ohr, sein Atem strich über ihren Hals. „Aus der Ferne musste ich dich beobachten und auch, als du endlich hier warst, musste ich mich gedulden.“ Seine Zunge huschte hervor und leckte über ihr Ohrläppchen, er zog die Hand zurück und riss ihr Höschen hinab. „Dabei habe ich mir die ganze Zeit vorgestellt, wie du dich wohl anfühlst, wenn ich in dir bin. Wie eng du wohl bist. Die Wärme.“ Ein Rascheln und eine warme Berührung sagten Leni, das auch er nun keine Hosen mehr trug, zumindest nicht mehr da, wo sie ihn gleich stören würden. „Und jetzt endlich, endlich, kann ich es herausfinden und das werde ich auch.“ Er stieß zu und drang ein, Millenia stieß einen leisen Schrei aus, auch aus Überraschung. Er war länger als erwartet und dicker. Einen Moment hielt er inne, dann bewegte er sich. Bei jedem Stoß entlockte er ihr ein Stöhnen. Er legte den Kopf wieder auf ihrer Brust ab, umfuhr die Brustwarzen mit der Zunge, saugte daran, schabte mit den Zähnen daran, biss zu. Millenia zuckte und stöhnte auf. „Wie nah Schmerz und Verlangen beieinander liegen, nicht wahr?“ sagte er, hielt aber nicht inne. Er hatte die freie Hand an ihrer Hüfte liegen, um sie hinabzudrücken, aber nach ein paar Minuten löste er sie und griff zwischen sie, um sie auch mit dem Finger zu bearbeiten. Millenia warf den Kopf zur Seite und stöhnte. Er war so viel größer, es gab so viel mehr Reibung als das letzte Mal. Und er nahm es sich einfach. Er wartete nicht auf sie und er fragte nicht. Seine Stöße wurden tiefer, schneller und intensiver, während sein Finger sanfte Akzente setzte. Millenia stöhnte jetzt doch laut, während seine Zunge um ihre Brust fuhr. Jetzt würde sie sich nicht mehr wehren. Bakura ließ ihre Hände los und umfasste ihre Hüften, drückt sie auf sich herab. Millenia überlief ein Zittern als er mit dem nächsten Stoß noch tiefer eindrang und schließlich kam. Sie hatte die Arme gesenkt und krallte sich jetzt in seine Schulter. Er ließ sie los und sie taumelte weg von ihm, zitterte und jappste. Sie stemmte die Hände auf die Tischplatte, war so erregt, so kurz davor. Bakura grinste, als er ihr nachsah. Millenia musste sich zusammenreißen, um nicht selbst Hand anzulegen. 'So weit.... so knapp...' Bakura trat an sie heran, legte die Hand in ihren Nacken und drückte ihren Oberkörper auf den Tisch. Millenia wollte sich auf die Hände stemmen, da spürte sie seine um ihre Hüfte. Eine Hand ließ er da, mit der anderen Hand strich er über ihren Po bis hin zu ihrer Weiblichkeit und spreizte mit den Fingern ihre Schamlippen. Millenia wimmerte. Er nahm seinen Penis in die andere Hand und rieb ihn an ihrem Eingang. „Ahhh...“ Er grinste. „Du willst ihn, habe ich Recht? Habe ich Recht?“ Millenia nickte wimmernd. Bakura lachte. „Dann bitte mich darum.“ Millenia zitterte. „Bitte.... bitte lass mich kommen, bitte....“ Er lachte und rieb mit dem Daumen über sie. Sie zuckte. „Nein.... nicht so, nicht...“
„Wie?“ unterbrach er sie. Millenia war es etwas peinlich, einen fremden Mann, einen Gegner ihrer Familie, anbetteln zu sollen, aber sie konnte nicht anders. „Bitte fick mich, bitte!“ Sofort spürte sie ihn und stöhnte. Er legte beide Hände an ihre Hüfte und hielt sie fest, seine Stöße ließen ihren ganzen Körper erbeben. Er brauchte nicht mehr lange, dann bäumte sich Millenia auf. Sie stemmte sich auf die Hände, den Kopf gesenkt, und zitterte. Bakura lachte und lehnte sich über ihren Rücken zu ihr. „Bist du jetzt zufrieden?“ Sie nickte zitternd. Bakura grinste. „Gut.“ Er trat weg von ihr und zerrte sie hoch, brachte sie zurück in das Zimmer, in dem sie geschlafen hatte. Dort beruhigte sie sich und zog sich schließlich um, ihre Kleidung war immerhin zerrissen.

Der Sand knirschte unter Orphens Stiefeln, als sie auf der Klippe halt machten. Inzwischen dunkelte es bereits. Mit Abraxas und Nala im Rücken starrte er auf den Palast, der da in die Felswände geschlagen war. „Das ist es also, hm?“ Nala nickte. „Ja, das ist Bakuras Versteck.“ Orphen knurrte. „Dann wollen wir ihm mal zeigen, das man uns nicht beklaut. Ich bringe ihn um und wenn er Leni etwas getan hat, dann zerre ich ihn persönlich aus der Hölle und bringe ihn nochmal um.“ Abraxas grinste. „Klingt nach einem guten Plan.“

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Kapitel 12 – The decision

Beitrag  Cho Izanami am Sa Mai 14, 2011 9:53 pm

Amy sah dem Zug der Menschen nach. Sie war ein wenig nervös. 'So muss sich eine Navy-Frau fühlen, wenn ihr Mann Richtung Kaserne zieht.' Der Schatten des Torbogens war bereits gewandert. Subaru sah zögernd zu ihr auf. „Wohin gehen sie, Amy?“ Die Zwillinge hatten in den letzten Tagen einen guten Schuss gemacht und reichten Amy jetzt bis zu den Ellebogen. Kamui sah seinem Vater grimmig hinterher. Er hatte ihn begleiten wollen, aber Orphen war strikt dagegen gewesen. „Wohin zieht Vater?“ fragte Subaru. „Will er Mutter retten?“ Amy nickte. „Bark the entrances, close the doors.“ murmelte sie und Subaru sah sie verwirrt an. „Seal the exits, 'cause this is war.“

Orphen trat die Tür ein und plagte sich nicht mit dem Zauber, dazu war er zu wütend. „MILLENIA!“ brüllte er. Schon stürzten sich die klapprigen Skelette auf ihn, aber Nala hob die Hand. „Wave of Darkness!“ Knochen rutschten über den Boden und zerbrachen unter ihren Sohlen, während sie den Gang hinunter stürmten, Orphen voran. „Er weiß sicher, das wir hier sind.“ sagte Abraxas. Nala nickte. „Er wird sein Haus schon unter Kontrolle haben.“ Orphen gab ein aggressives Knurren von sich. „Soll er kommen, der Arsch. Ich hau ihn in Stücke und werf ihn den Hunden zum Fraß vor.“ Vor ihnen tauchte die nächste Angriffswelle von Skeletten auf, aber die knochigen Gestalten hatten ihnen nicht viel entgegezusetzten. Sie wurde überrollt wie von einem großen Brecher. Sie folgten dem dunklen Gang weit in die Eingeweide des Berges hinein in eine große Halle. Ihre Höhe umfasste drei Stockwerke und sie maß mindestens zehn Meter an Länge und sechs an Breite. An der rückseitigen Wand gab es zwei Galerien, eine pro Stockwerk, und eine Säule, die ca. 2 Meter vor der Wand stand und bis an die erste Galerie heranreichte. Orphen, Abraxas und Nala erreichten die Halle durch eine Flügeltür auf der gegenüberliegenden Seite. „Wow, der Pharao und sein Hofstaat sind ja nicht schlecht im Auffinden von Personen, was? Ich habe später mit euch gerechnet.“ Bakura stand auf der Säule und grinste. Orphen knurrte und sein Griff um das Schwert wurde fester. „Bakura.“ stieß er zwischen den Zähnen hervor. „Wo ist sie?“ Bakura lachte. „Keine Angst, sie hat geschlafen, als ich gegangen bin.“
„Was hast du mit ihr gemacht?“ zischte der Magier. Bakura hob unschuldig die Hände. „Ich habe ihr nicht weggetan.“
„Und das glaub ich dir auch!“ Orphen hob die Hand und beschwor seine Feuersäule. Bakura sprang von der Säule, ein Aufblitzen, Orphen riss das Schwert hoch, das Klirren von Metall auf Metall drang durch die Luft. „Mach nicht so viel Lärm, sonst weckst du sie auf.“ sagte der Dieb. Orphen biss die Zähne zusammen. „Jetzt kriegst du, was du verdienst.“ Er erhöhte den Druck, bis Bakura von ihm abließ. Abraxas fiel dem Dieb in den Rücken, aber Bakura sprang einfach über ihn weg und landete elegant hinter ihm. Nala zielte bereits auf ihn und ließ jetzt den Pfeil los. Bakura duckte sich weg, parierte dann den heranstürmenden Orphen und wartete, bis Abraxas von der anderen Seite nah genug heran war. Er trat dem Dämon gegen die Klinge, schob ihn so von sich, hebelte Orphen aus und führte einen sauberen Stich. Nalas Klinge fuhr dazwischen. Bakura hob die Augenbrauen. „Sehr schnelle Reflexe, Prinzessin. Beeindruckend.“ Nala hielt so gut dagegen, wie sie konnte. Ihr Vater hatte sie gebeten, auch die Bestie der Sonne wieder zurückzuholen, wenn sie eine Chance bekam. Also musste sie Bakura dazu bringen, das Wesen zu beschwören. Sie schickte ihre Magie in die Klinge. Bakura riss sofort sein Schwert von ihrem weg. Nala hob die Hand. „Wave of Darkness!“ Bakura hielt mit einem Aufblitzen dunkler Magie dagegen. Abraxas griff ihn von der Seite an und sofort war alle Konzentration dahin. Nalas Angriff traf ihn frontal und Orphen legte eine Feuersäule nach. Der Magier warf einen Blick zur Treppe. „Sie muss oben sein!“ Abraxas erreichte die ersten Stufen, als Bakura sich aufrappelte. „Ihr werdet sie mir nicht wegnehmen...“ Die Treppe erstrahlte und Abraxas blieb wie angewurzelt stehen. Der Boden begann zu beben. Nala trat zu dem Dämonenprinz als aus dem Boden der Treppe ein goldener Schimmer hervorbrach. „Der Fluch, den ich auf die Treppe gelegt habe, lässt Rah erscheinen, wenn jemand anderes als ich sie betrete.“ lachte der Dieb. Abraxas und Nala wichen zurück und Orphen starrte auf das gigantische Wesen, das sich erhob und einen Schrei zum Himmel schickte, das Millenia im dritten Stock erschrocken aus dem Schlaf fuhr. „Was war das denn?“ Abraxas und Nala machten ein paar Schritte zurück und das Wesen folgte ihnen. Bakura richtete sich auf. „Töte den Dämon.“ sagte der Dieb. „Aber lass die Prinzessin am Leben. Wir wollen doch die Schatten nicht verlieren.“ Abraxas zog das Schwert. Der gewaltige Drache stieß auf die Beiden herab. Sie sprangen zur Seite weg. „Orphen, die Treppe ist frei!“ rief Nala. „Lauf, finde Leni, mach schon!“ Der Magier sprang auf und rannte die Treppe hoch. „Hier geblieben!“ rief Bakura und trat auf die untersten Stufe, aber Abraxas gab einen Energiestoß ab und die Treppe vor den Füßen des Diebes brach ein. Wütend schaute er hinüber, um grade noch rechtzeitig zu parieren, bevor er Abraxas Schwert zu fressen bekam. „Deine Gegner sind wir.“ Bakura wand sich um und jagte seinerseits einen Ball Magie nach oben. Orphen spürte, wie ihm die Treppe unter den Füßen wegbrach und er wand sich um und bekam noch den Rand der Stufen zu fassen. Abraxas wich dem Drachen aus, dann trat Nala vor ihn und zog unter ihrer Kleidung eine Kette hervor, an der eine dünne Platte aus Gold hing, etwa so groß wie eine Spielkarte. „Bestie der Götter!“ rief sie, das Gold erstrahlte und der Drache hielt inne. „Die du dich erhoben hast aus den Schatten, kehre zurück in die Finsternis. Komm künftig hervor beim Ruf von denen, die desselben Blutes sind, wie ich, die ich dich banne!“ Es war, als würde man inmitten eines Hurricanes ein Fenster öffnen und Abraxas stemmte sich gegen die Kraft des Windes, die den Drachen erfasste und ihn mit einer wahnsinnigen Kraft in Richtung von Nala zog, die, die Goldplatte erhoben, inmitten des Sturmes stand. Nala blieb stehen, stemmte sich gegen den Druck, als das Wesen mit einem letzten Aufschrei in die Platte gezogen wurde. Feine Linien erschienen auf der Platte, die das Wesen abbildeten. Fasziniert sah Nala zu, bis das sanfte Licht verblasste. Bakura schrie auf vor Wut, während sich Orphen auf die Überreste der Treppe zurück zog. „Beeindruckend.“ murmelte er. Bakura richtete sich auf, die blanke Wut im Gesicht. Orphen kam wieder herunter und schon standen sich die beiden Parteien wieder gegenüber. Abraxas und Orphen hoben die Schwerter, um Bakura begann die Luft zu vibrieren. Seine Magie entlud sich in einem großen Blitz, einem Schwall Energie, der aus ihm herausbrach und sich durch die Luft wälzte. Nala sprang vor, beide Hände erhoben, alle Konzentration aufbringend, die sie hatte. Ihre Hände schimmerten vor Magie, als sie einen Schild zog, der flackernd dem Aufprall des Ansturmes stand hielt. Nala spürte, wie die Kraft der Kollision sie zurückpresste. Abraxas legte ihr die Hände auf die Schultern und stabilisierte sie. „Ich werde nicht zulassen, das ihr mir kaputt macht, was ich mir aufbaue!“ Orphen blaffte zurück: „Du bist der, der alles zerstört! Diese Frau hat Kinder!“ Nala keuchte auf, die Anstrengung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Abraxas' Griff wurde fester, blieb aber sanft und unterstützend. Aber Bakuras Energie schwoll an, wurde stärker, Nala wusste nicht mehr, wie lange sie in noch würde abwehren können. „ES REICHT!“ Der Einschlag erinnerte ein einen kleinen Kometen, sofort rissen beide Magiearten ab, der Raum wurde ruhig, die Staubwolke, die wie bei einer Explosion emporgestiegen war, legte sich und Millenia richtete sich wieder auf. Nala gab einen erleichterten Aufschrei von sich und lief zu ihr, warf die Arme um sie und hielt sie fest. Orphen starrte sie nur an wie einen Geist. Bakura aber lächelte sanft. Millenia wirkte dagegen sehr wütend. „Hört endlich auf, euch gegenseitig zu bekriegen! Das hält man ja im Kopf nicht aus!“ Nala ließ von ihr ab. „Leni...“ Die Drachin funkelte beide Parteien wütend an. Sie hob den Finger und zeigte auf Bakura. „Der Tod der Familie ist es nicht, der die Frau in die Arme des Mörders treibt.“ Sie wand sich an Orphen. „Und rumschreien und angreifen, ohne zuzuhören, macht nur Ärger und das jedem!“ Beide zogen die Köpfe ein. Irgendwo im Palast gab es einen lauten Knall. Nala sah auf. „Vater...“ Bakura stieß einen Fluch aus und wich ein paar Schritte zurück. Millenia sah fragend von einem zum Anderen. „Der Pharao rückt an.“ erklärte Abraxas. „Meine Flpche und Wachen sind gebrochen und aus dem Verkehr gezogen.“ fügte Bakura wütend hinzu. „Du bekommst deine gerechte Strafe für die Entführung eines Mitgliedes der Pharaonenfamilie.“ sagte Orphen kalt. Als eines der hochliegenden Fenster zerbrach, rieselte Sand herein und Wind kam auf. „Was ist das?“ fragte Nala und Bakura lachte. „Das ist mein letzter Sicherheitszauber, der sich aktiviert, wenn dieser Raum angegriffen wird.“ Hinter Bakura riss ein dunkler Spalt auf, ein schwarzes Auge in der Luft, aus dem ein feuchter kalter Hauch drang. „Wir müssen hier weg.“ sagte Bakura und fixierte Millenia.

Nala trat von ihr zurück und Orphen machte einen Schritt auf sie zu. Der Wind schwoll an und es wurde immer schwerer, etwas zu erkennen. „Leni!“ rief Nala. „Leni, komm, lass uns gehen, bevor uns in diesem Sturm etwas passiert.“ Aber Millenia blieb stehen und sah verunsichert zu Bakura zurück. Abraxas schlug seinen Umhang um Nala, um ihr Gesicht vor dem Sand zu schützen. Orphen griff nach Millenias Hand. „Komm, lass uns nach Hause gehen, die Jungs warten schon auf uns.“ Millenia kniff die Lippen zusammen und wollte ihn nicht ansehen, während der Sturm anschwoll. Nala hustete, es war, als würden einem die Böen die Luft zum Atmen vor dem Gesicht entreißen. Orphen störte sich nicht an dem Wind oder an den Sandkörnern, die wie Hagel auf ihn einprasselten. „Millenia, was ist denn los?“ Nala saß jetzt auf dem Boden, die Hände auf die Steine gestemmt. Abraxas kniete neben ihr, ein Knie aufgestellt und bildete eine Art Zelt um sie. Millenia entwand sich Orphens Griff und trat von ihm zurück. Verwunderung flackerte in Orphens Augen auf. „Leni, was...?“ Sie wich noch einen Schritt zurück. „Ich kann nicht...“ Jetzt trat auch Angst in Orphens Gesicht. „Was ist passiert, was hat er gemacht?“ Millenia sah ihn nur fest an, etwas traurig, aber entschlossen. „Mir etwas gezeigt, was ich noch nicht kenne.“ Mit einem Aufheulen schwoll der Sturm noch weiter an, als würde er nur wütender werden, das er die Eindringlinge hier noch nicht vertrieben hatte. Bakura war schon in den Spalt verschwunden und Millenia stand jetzt davor. „Aber... die Kinder warten, komm. Leni, ganz egal, was es ist, was passiert ist, wir stehen da drüber.“ Aber Millenia lächelte nur sanft. „Ich kann nicht. Tut mir Leid, aber ich kann nicht.“
„Und die Kinder?“ rief Orphen. „Was ist mit den Jungs?“
„Ich werde da sein für sie, ich komme sie besuchen, ich kümmere mich darum, aber... Er ist... so viel mehr als ich geträumt habe. Und so viel mehr...“
„... als ich.“ Orphen klang so niedergeschlagen wie noch nie. Millenia nickte etwas bedrückt und lächelte dann traurig. „Es tut mir Leid, Orphen, wirklich, aber ich habe alles versucht und ich kann mich nicht dagegen wehren.“ Und damit wand sie sich ab und verschwand durch den Spalt, mit dessen Verschwinden sich auch der Sturm legte.

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Kapitel 13: Interlude – Like black sea

Beitrag  Cho Izanami am Mi Mai 18, 2011 10:38 pm

Niemand im Palast konnte sich daran erinnern, das es Orphen jemals so schlecht gegangen wäre. Er hatte sich die ersten Tage komplett zurückgezogen, er war blass und weigerte sich, etwas zu essen. So wurde er immer blasser und dünner... und schwächer. Er schlief nicht, hatte Augenringe, war traurig gelaunt und still. Kamui und Subaru war das aufgefallen und sie machten sich Sorgen um ihren Vater. „Wird er krank?“ fragte Subaru Amy nach dem Mittagessen. Amy sah auf. Subaru sah nach draußen. Orphen war nach einer Woche endlich mal wieder aus seinem Zimmer gekommen und hatte sich von dem Koch sogar eine dünne Suppe aufschwatzen lassen. „Nein, er ist nur traurig. Er hat das verloren, was ihm am wichtigsten war.“ Subaru starrte seinen Vater weiter durch das Fenster an. „Meinst du Mama?“ Die Zwillinge wie auch Kisame hatten wieder mal einen guten Schuss hingelegt. Nala war überrascht gewesen, das auch Kisame schnell wuchs und die hatte ihr mit hochrotem Kopf erklärt, das sie durch ihren Vater Halbvampir war. Nala machte das nichts aus und auch Kamui und Subaru fanden keinen Anstoß daran. Nur Orphen schien auf Vampire nicht gut zu sprechen zu sein. Aber auch er hatte nichts gesagt... er hatte generell kaum was gesagt in der letzten Woche und Amy konnte die paar Worte, die sie aus seinem Mund vernommen hatte, an einer Hand abzählen. „Ja, es geht um Millenia.“ Subaru sah wieder auf den Teller in seiner Hand, den er unbedingt selbst hatte waschen wollen. Er wollte damit Rana beeindrucken, die immer gesagt hatte, er wäre ein Prinz und könnte deswegen nicht arbeiten. Subaru wischte den Teller trocken. „Es ist traurig, das Papa so traurig ist.“ sagte er. Amy nickte nur. „Aber vielleicht heiterst du ihn ein wenig auf.“ Subaru runzelte die Stirn. „Wie denn?“ Amy zuckte die Schultern. „Ich weiß es nicht. Du bist sein Sohn, er hat dich lieb. Das wird ihm helfen.“ Subaru nickte nachdenklich. Er lief nach draußen, zu Kamui, Kisame und Rana, die im Garten waren. Auch Nala ging es nicht besonders gut, aber Abraxas legte sich ins Zeug, um sie aufzumuntern und er kümmerte sich rührend um Nala. Kisame war in diesen Tagen zumindest besonders nett zu ihrer Ziehmutter und das schien der Prinzessin sehr gut zu tun.
„Ja, es ist traurig anzusehen.“ nickte Rana und strich sich rasch die Haare wieder hinter die Ohren. Subaru sah ihr dabei zu, fasziniert davon, wie sanft ihre Finger mit ihrem Haar waren. Er schluckte. Rana war 4 Jahre älter als er und noch dazu ein normaler Mensch. Trotzdem ertappte er sich immer wieder dabei, wie er sie ansah. „Ich denke, wirklich reden kann man mit ihm aber grad nicht.“ sagte Kamui und verschränkte die Hände hinter dem Kopf. Er sah den Wolken beim Wandern zu. Kisame neben ihm nickte. „Aber wie muntern wir ihn dann auf?“ Subaru raufte sich die Haare. Natürlich vermisste auch er seine Mutter, aber im Gegensatz zu Orphen hatte er inzwischen akzeptiert, das seine Mutter einen Anderen liebte. Denn das tat sie offenbar, wenn sie lieber bei ihm blieb, als zurück in den Palast zu kommen. Er und Kamui waren keine geplanten Kinder gewesen, sondern eher ein Unfall. Aber jetzt waren sie alles, was dem Magier geblieben war. „Ich kümmere mich einfach um Mama.“ sagte Kisame und Subaru sah auf. „Ich habe sie lieb und ich muss jetzt für sie da sein. Zeig ihm doch einfach, das du ihn auch lieb hast. Er ist doch dein Papa.“ Subaru nickte und bemerkte erst dann, das Kamui längst etwas interessanteres als die Wolken entdeckt hatte. Er atmete durch. Offenbar war er nicht der Einzige, den es plötzlich faszinierte, wenn eine andere erson sich bewegte.
Die Nacht senkte sich bereits über Ägypten, als Subaru in den Garten kam und durchatmete. Er hatte inzwischen den Körper eines 13jährigen, aber er so nervös, das er nicht wusste, ob sein Körper nicht platzen würde. Orphen war noch immer draußen, saß auf einer der Bänke im Garten und starrte Löcher in die Luft. Subaru gab sich einen Ruck. „Papa?“ Orphen wirkte einen Moment total überrascht, wand dann den Blick zu seinem Sohn. „Ich... ähm... weißt du...“ Er riss sich zusammen. „Ich will dir was geben.“ Er ging zu Orphen herüber und gab ihm eine kleine Figur aus Holz, einen Wolf. „Er soll dir einfach Glück bringen und auf dich aufpassen, damit dir nichts passiert.“ Orphen sah das Tierchen an, das sein Sohn kunstvoll mit der Klinge aus dem Holz geformt hatte. Subaru sah ihn etwas ängstlich an. „Ich hoffe... er gefällt dir...“ Orphen schob die Figur ganz vorsichtig in seine Tasche, dann hob er seinen Sohn hoch und umarmte ihn fest. Subaru schlang die Arme um den Hals seines Vaters und krallte sich fest. „Bitte... sei nicht so traurig, Papa.... bitte lach doch wieder.... und sei fröhlich... und mach Blödsinn mit uns...“ sagte der Junge, Tränen in den geschlossenen Augen. Orphen strich ihm über den Kopf. „Danke, Subaru.... Danke dafür...“ Subaru öffnete überrascht die Augen. Orphens Stimme klang rauer als sonst, weil er sie so lang nicht benutzt hatte. „Es tut mir Leid, Subaru. Mich selbst zu bejammern war unfair euch gegenüber. Dabei seit ihr doch meine Kinder und ich liebe euch doch. Ich will doch nicht, das ihr einen Grund zum Traurig Sein habt.“ Subaru nickte und machte die Augen lieber wieder zu.

Amy, die ebenfalls in den Garten trat, hatte Orphens Stimme nur leise gehört und lächelte. Es tat gut, ihn wieder sprechen zu hören. Sie hatte von Subarus Plan gewusst, immerhin hatte sie die kleinen Schnitte in Subarus Fingern verarztet, als er mit dem Messer abgerutscht war. Amy war zwar eigentlich in den Garten getreten, weil sie nach Sternschnuppen suchen wollte, aber sie freute sich trotzdem. Jetzt drehte sie sich um, um wieder davonzuschleichen, sie wollte nicht stören. „Du brauchst nicht wegzugehen.“ Amy blieb stehen. „Entschuldige Orphen, ich wollte euch nicht stören.“ Der Magier schüttelte nur den Kopf und verlagerte Subaru auf seinem Arm ein bisschen, damit der Junge sich umsehen konnte. Orphen griff nach Subarus Hand und fuhr einen der kleinen Finger nach.. „Danke fürs Verarzten.“ Amy machte eine Verbeugung. „Gern geschehen.“ Subaru bekam rote Wangen. Es war ihm peinlich, das sein Vater die Verletzungen entdeckt hatte. „Tat auch gar nicht weh.“ beteuerte er. „Nein?“ fragte Orphen gespielt überrascht. Subaru nickte. „Nein, ich hab auch nicht geweint, ich bin ja schon groß.“ Orphen lachte und stupste den Sohn mit der Nase auf die Nase. „Ja, mein großer Junge bist du.“ Amy lächelte, als sie den Magier lachen hörte. Orphen sah sie an. „Alles ok?“ Amy riss sich los. „Ja, ich habe mich nur gefreut. Wir waren in Sorge, das du vielleicht aufgegeben hast.“ Orphen wurde ernst und Subaru sah von einem Sprecher zum Anderen. „Eine Zeitlang hatte ich das auch. Aber Subaru hat mich an einiges erinnert, was ich fast vergessen hätte. Das nichts, kein Verlust, kein Schmerz, keine Angst und keine Trauer, etwas daran ändern wird, das ich ein Vater bin und das ich meine Kinder liebe. Und das sie solange in Gefahr sind, wie ich Fayed nicht getötet habe.“ Amy und auch Subaru sahen ihn verständnislos an. „Fayed?“ Orphen spannte die Kiefermuskeln an. „Ja. Er hat ja schonmal zugeschlagen.“ Orphen strich Subaru über den Kopf. Amy erinnerte sich an die Nacht. „Er war nicht persönlich da, aber es ging von ihm aus, das war klar.“ Amy ging ein Licht auf. „Also wurde Millenia entführt und die Kinder verwandelt, weil...“
„Ja, weil wir noch eine Rechnung offen haben.“ Orphens Griff um seinen Sohn wurde fester. „Er entkommt regelmässig mir und ich ihm.“ Amy sah ihn überrascht an. „Bist du ein Vampirjäger?“ Orphen schüttelte den Kopf. „Ich jage nur diese Vampire. Sie haben meine Familie getötet.“ Amy sah betroffen zu Boden. „Das tut mir Leid.“ Subaru sah seinen Vater ebenfalls traurig an und kuschelte sich wieder an ihn. „Deswegen muss ich jetzt endlich aufwachen, ich habe lange genug um mich selbst gejammert und Glück gehabt, das niemand meine Schwäche ausgenutzt hat. Das passiert mir nicht noch einmal.“

Sanft griff der Wind nach Nalas Haar. Sie stand auf ihrem kleinen Balkon, die Unterarme ruhten auf dem Geländer. Sie war in letzter Zeit gerne abends hier oben, man konnte bis weit über den Palastgarten hinaus über die Dächer der Stadt bis in die Wüste sehen. Über all dies zog sich samten der Sternenhimmel und Nala fragte sich jeden Abend, ob auch Millenia diese Sterne sehen konnte. Wo sie jetzt war. Warum sie fortgegangen war. Heute aber hatte sie die Geschehnisse im Garten beobachtet und war froh, das Orphen sich wieder gefasst hatte. Auch sie schmerzte der Verlust, aber Millenia hatte sicher ihre Gründe, auch wenn sie keine genannt hatte. Und sicher hätte sich nicht gewollt, das Nala in Lithargie versank. Jemand trat neben sie und der Geruch und die Wärme sagten ihr, das es Abraxas war. „Es geht ihm also endlich besser.“ Nala nickte. „Ja. Das ist gut, nicht das uns noch jemand attackiert, während wir so verletzlich sind.“ Abraxas nickte. Nala starrte eine Weile einfach nur nach unten, dann hob sie den Kopf uns sah den Dämon neben sich an. „Seit Caim weg ist, habe ich das Gefühl, das sich Amy verändert.“ Abraxas lächelte. „Du dich doch auch.“ Nala wurde rot. Seit Caim nicht mehr da war, konnte sie unbeschwerter mit Abraxas umgehen. Früher hatte sie Rücksicht auf Caim genommen, das musste sie jetzt nicht mehr. Aber Nala war das peinlich und so wechselte sich rasch wieder. „Meinst du, sie vermisst ihn? Sie waren ja offenbar ganz gute Freunde.“ Abraxas sah nach unten. „Ja, das denke ich schon.“
„Und Caim?“ fragte sie. Abraxas sah sie an. „Caim ist weg, weißt du. Früher konnte ich mit ihm kommunizieren, aber jetzt nicht mehr.“ Nala sah nach unten. „Aber er hätte sie sicher vermisst, wo auch immer er ist.“ Abraxas nickte. „Sicher.“
„Meinst du, er...“ Nala hatte einen Verdacht, schon geraume Zeit, jetzt wollte sie Gewissheit. „Meinst du, er war in sie verliebt? Manchmal kam es mir so vor. Hat er dir da was gezeigt? Kannst du das sehen?“ Abraxas lachte. „Ich konnte nie in seinen Kopf gucken, Nala. Obwohl wir im gleichen Körper gesteckt haben, konnte er doch Geheimnisse vor mir bewahren. Ich konnte zwar Emotionen und Gefühle erahnen, aber mit Sicherheit sagen, was war und was nicht, kann ich nicht. Aber ja, er hat sie sicher geliebt.“ Nala sah ihn an. „Aber warum hat er dann aufgegeben? Warum hat er Amy dann aufgegeben?“ Abraxas schloß die Augen und schüttelte den Kopf. „Das ist schwer zu erklären, ich glaube... ich glaube das... das er, wie ich, angefangen hat, auch dich zu lieben.“ Nala starrte ihn an. „Er hat zwei Frauen geliebt?“ Abraxas zuckte die Schultern. „Ich weiß es nicht. Aber er wusste ja, was passieren würde. Vielleicht hat er auch... Bevor er... gestorben ist, hat er zu mir gesagt...“ Abraxas wand sich. Es war ihm peinlich. Aber wem sollte er es sonst sagen, als Nala, als dieser Frau, die er liebte? „Er sagte mir, das...“ und da veränderte sich seine Stimme und Nala erstarrte, denn sie hörte nicht mehr Abraxas sondern Caim. „Abraxas, deine Liebe zu Nala... ist so viel stärker als alles, was ich... jemals in meinem Leben überhaupt für irgendjemanden empfinden könnte.“ Abraxas sah sie an und es waren wieder seine Augen. Nala starrte ihn an und plötzlich hatte sie Tränen in den Augen. „Oh nein, bitte wein nicht.“ sagte Abraxas erschrocken und trat zu ihr, aber sie wich ans geländer zurück. „Das hat... noch nie.... jemand... zu mir gesagt...“ Abraxas hatte die Arme erhoben, als wolle er zeigen, das er unbewaffnet war. „Nala, ich wollte dich nicht traurig machen, ich...“ Er verstummte, als sie zu ihm stürzte und sich an ihn drückte. „Danke... Danke, Rax... Ich liebe dich... glaub mir, so sehr....“ Abraxas senkte die Arme, legte sie um Nala, hielt sie fest, so fest er konnte, ohne ihr weh zu tun. Er vergrub seine Nase in ihrem Haar. „Er hatte Recht, Nala.“ sagte er ganz leise. „Ich liebe dich.“

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Kapitel 14 – Blood, Fire, Tears

Beitrag  Cho Izanami am So Mai 29, 2011 4:55 pm

Rana erwachte mitten in der Nacht und wusste sofort, das etwas nicht stimmte. Der gestrige Tag war schön gewesen, der Vater von Subaru und Kamui hatte endlich wieder gelacht und sie zum Fluss mitgenommen und ihnen gezeigt, wie man angelte und Fische an flachen Stellen mit der Hand fing. Sie hatten sich die Gegend angesehen, Nala und Abraxas waren dabei gewesen und als sie im Sonnenuntergang zurück gekommen waren, hatten der Koch und die Diener ein leckeres Essen gekocht und sie waren zufrieden ins Bett gegangen. Millenia war schon fast 3 Wochen verschwunden, aber an diesem Tag war von der Trauer kaum etwas zu spüren gewesen, für die Kinder gar nichts, so sehr hatte ihnen der Ausflug Spaß gemacht. Die vier hatten nicht geahnt, das genau das Orphens Ziel gewesen war. Aber jetzt war etwas ganz und gar nicht in Ordnung. Rana setzte sich auf und strengte die Ohren an. Was hatte sie geweckt? Sie wurde doch nicht einfach so wach! Dann hörte sie es wieder: Etwas zerbrach mit lautem Getöse und plötzlich flackerten vor dem Fenster die zuckenden Lichter von Feuer auf. Rana stieß einen kleinen Schrei aus, dann hörte sie das Klirren von Metall auf Metall und Schreie. Panisch riss sie die Decke von ihren Beinen, rannte in den Flur und prallte gegen jemanden. Sanfte Hände hielten sie fest, damit sie nicht fiel. „Langsam.“ Es war Nalas Freundin mit den hellen Haaren. Auf dem Flur waren viele Menschen, aber alle liefen weg von dem Krach. Auch Orphen stand im Flur, seine Silhouette zeichnete sich vor dem Feuer ab. „Was ist los?“ fragte Nalas Freundin ihn. Rana hatte wenig mit ihr zu tun und erinnerte sich nicht an ihren Namen. Der war sowieso seltsam und schwer zu sprechen. „Es ist Fayed.“ sagte Orphen grimmig und das Mädchen sah erschrocken aus. „Verbarrikadiert euch irgendwo, dann lässt er euch sicher in Ruhe. Hast du ein Auge auf Kamui und Subaru, Amy?“ Sie nickte. „Aber sicher.“ Sie wand sich an Rana. „Komm, wir müssen uns verstecken.“ Rana nickte eifrig. „Wir müssen Kisame finden.“
„Und Nala.“ Zusammen eilten sie den Gang hinab. Orphen zog sein Schwert. Als er aus dem Augenwinkel sah, das die beiden weg waren. „Gut. Jetzt wird’s hässlich, Fayed.“

Orphen machte sich auf den Weg nach unten, um dem Obervampir persönlich entgegenzutreten, bevor noch jemand zu Schaden kam. Einfach war das nicht, denn inzwischen wuselten Vampire durch den Palast wie Ameisen durch einen Haufen. Und Orphen kam sich vor, als habe er hineingestochen, denn alles wand sich zu ihm um, um ihm den Hals umzudrehen, sobald er sich näherte. Orphen parierte, duckte sich weg, sprang zur Seite und bemühte seine Magie, aber es kamen immer wieder welche nach. Er knurrte, denn das passte ihm gar nicht. Unter diesem Dauerfeuer würden ihnen bald die Kräfte ausgehen. „Passt bloß auf, das ihr ihn nicht umlegt.“ Orphen lauschte auf. „Ich riech ihn. Schnappt ihn euch!“ Der Erste bog um die Ecke und Orphen schlug direkt zu. Drei oder vier schaffte er, dann hörte er die Schritte hinter sich... und wusste sofort, er hörte sie zu spät. Orphen drehte sich um, da spürte er schon den Schlag auf den Kopf. Schmerz stach wie eine Lanze in seine Schläfen und dann wurde alles schwarz.

Kisame biss die Zähne zusammen. Als die Gestalten den Gang hinunter gekommen waren, war sie davongelaufen und war gegen ein Statue gestoßen. Der Schmerz betäubte ihr Bein, nun saß sie auf dem Fußboden und drückte mit der Hand auf die blutende Wunde. Sie hörte leise Schritte, hielt den Atem an, kroch rückwärts, aber der Vampir hatte sie längst gesehen und gerochen. Das wusste er, deswegen grinste er, als er sich um die Ecke schlängelte. „Hallo, meine Süße, ich sehe dich da in deiner schattigen Ecke.“ Er kicherte und Kisame drückte sich gegen die Wand. „Na komm, keine Angst, es tut auch nicht weh, aber ich habe ja so einen Hunger und du riechst ja so gut.“ Kisame schlug nach ihm, als er sie am Kragen packte und ein Stück zu sich nach oben zerrte. „Lass mich los!“ Der Vampir senkte den Kopf, da tauchte eine silbrige Spitze in seiner Brust auf, die er ebenso überrascht anstarrte wie Kisame das tat. Dann ließ er das Mädchen fallen und bäumte sich auf. Er legte die Hand an die Spitze und drückte sie aus seinem Körper, wand sich um und mit einem hässlichen Geräusch trennte sich sein Kopf von seinem Körper und rollte in die Ecke. Kisame starrte von dem zurück zu seinem Körper, der zusammensackte. Kamui wischte sich die Blutstropfen vom Gesicht, als der Tote zu Asche zerfiel. „Bah, was ne blutige Angelegenheit.“ grummelte er. Kisame richtete sich soweit auf, wie sie konnte. Kamui steckte das Schwert ein und zog sie an den Händen hoch. „Alles ok?“ Kisame nickte, aber sie zitterte, als sie das verletzte Bein belastete. „Das geht gleich wieder... sowas heilt schnell.“ Kamui nickte. „ja, gut das wir als Halbvampire deren Regenerationsfähigkeit haben.“ Ein leises Geräusch von einem fallenden Körper und Asche verrieten, das Kamui nicht ganz allein gekommen war. Subaru schüttelte Asche aus seinem Haar. „Brrr, wie blöde.“ Kamui grinste. „Na kommt, schauen wir mal, das wir den Rest finden und uns verbarrikadieren. So sind wir ja Freiwild.“

Nala wich bis an die Rückwand ihres Zimmers zurück. Sie hatte ihre Tür versperrt, aber sie rappelte bedrohlich. Jetzt griff Nala nach ihrer Magie und verwandelte sich. Sie hatte die Tür genau im Blick, aber zuckende Schatten veranlassten sie dazu, aus dem Augenwinkel einen Blick aus dem Fenster zu werfen. Vor dem Palasttor brannte ein gewaltiges Feuer. „Was zum...?“ Sofort hob sie den Kopf, als die Tür gegen ihren Rahmen krachte. Wer auch immer rein wollte, er verlor die Geduld. Nala bereitete sich vor. Mit einem Knall riss es die Tür aus den Angeln. „Ach, nur eine Göre.“ sagte der große Mann im Rahmen. „Wie bitte?“ knurrte Nala. So eine Unverschämtheit. Jetzt musterte er sie. „Aber eine hübsche Göre ist das. Lecker Lecker, Fayed hat ja gesagt, wir dürfen essen, was wir finden.“ Nala wich zurück. Der Kerl durchquerte den Raum und stand schon vor ihr. Vampire waren verdammt schnell. Nala hob die Hand und lud Energie auf. Der Rückstoß beförderte sie aus dem Fenster. Plötzlich war der Himmel unten und er Boden kam auf sie zu. Nala schrie auf vor Schreck, spürte dann einen festen Griff und die Welt kippte wieder ins Lot. Ein paar Sprünge und der Palast befand sich jetzt unter ihr. Nala krallte sie an Abraxas Schulter fest. „Rax...“ Er sah sie an und lächelte, als sie im Garten landeten. Seine Sprungkraft als Dämon war wirklich unglaublich. „Alles ok?“ Nala nickte. Ihr Herz schlug wild gegen ihre Rippen vor Angst. Der Adrenalinschub ließ ihre Muskeln flattern. Rax lächelte. „Du machst aber auch Sachen.“ Er hob den Kopf. Aus den Schatten schlichen sie sich an, Nala sah drei, vier, fünf, es wurden immer mehr. „Oh nein...“ Rax ließ sie nicht runter, aber seine Augen liefen jetzt rot an. Nala sah ihn erschrocken an, klammerte sich dann fest, als um seine Füße ein leuchtender Kreis erschien. Die Luft schien zu knistern. „Demon Aura.“ Die gesammelte Magie entwich blitzartig in alle Richtungen. Nala hielt sich fest, als sie an ihr vorbeiraste. Es blieben nur Aschehaufen. Nala strich dich die Haare aus dem Gesicht. „Wahnsinn....“

Amy drückte den Rücken gegen die Tür und stemmte die Füße in den Boden. Ihre Hände waren vor Anstrengung weiß. Rana saß an der Wand und zitterte. Sie waren vor drei oder vier der Männer und Frauen weggerannt und hatten sich gut versteckt, aber die Meute hatte sie gefunden, vermutlich durch die gute Nase. Rana sah sich in der Rumpelkammer um, aber sie glaubte nicht, das sie die Vampire mit einem Besen würde aufhalten können. Im Thronsaal waren der Pharao, seine Frau und ein paar Bedienstete. Wenn sie es bis dahin geschafft hätten, wären sie jetzt sicher. Aber das hatten sie nicht, die Viecher waren wirklich überall gewesen. Jetzt schlugen sie gegen die Tür. Sie waren so viel stärker als Menschen! Amy hatte ein paar Stangen gegen die Tür gelehnt und am Boden verkeilt, aber die splitterten jetzt einer nach dem Anderen. Die kräftigen Schläge warfen sie nach vorn, aber sie stemmte sich mit all ihrem Gewicht gegen die Angreifer. Leider war Amy nicht stark genug, bei weitem nicht. Ein gewaltiger Krach, die Tür flog aus den Angeln und Amy landete auf dem Fußboden. Ein paar Gesichter lugten durch die Tür. „Sag ich doch, da ist ein Kind. Wenn die nicht noch Jungfrau ist, dann weiß ich auch nicht.“ sagte eine Frau, ihr dunkles Haar umschloß ihr Gesicht fast wie eine Wolke. Der Mann neben ihr nickte. „Joa, damit sin wir auf jeden Fall aufer sicheren Seite.“ Er trat durch die Tür. Amy rappelte sich hoch. „Verschwindet!“ Die Frau lachte, die anderen Vampire vor der Tür feixten. „Richtiger Mama-Reflex, aber du bist dafür viel zu jung. Reg dich also nicht auf. Los, schnappt sie euch, dann können wir weitermachen. Fayed wartet nicht ewig.“ Der Kerl trat durch den Raum und griff Rana an den Armen. Rana schrie auf und Amy griff sich eine Holzstange aus der Ecke und schlug auf den Mann ein. „Lass deine Finger von ihr!“ Ein zweiter Kerl trat in den Raum und bewegte den Arm so schnell, das er verschwamm. Amy landete wieder auf dem Fußboden, während sich der Größere Rana unter den Arm klemmte und aus der Kammer trat. „Lass mich sofort runter! Hilfe! Hilfe!!!“ Rana schlug mit den Fäusten auf ihn ein. Benommen richtete sich Amy auf Hände und Knie auf. „Rana...“ Der Mann über ihr betrachtete sie. „Seltsame Haarfarbe, die du da hast. Du bist generell so blaß, du bist doch wohl nicht krank? Sonst steck ich mich noch an.“ Amy sah ihn an und bewegte sich langsam weg von ihm. „Na na, nich abhauen.“ Der Mann sank auf ein Knie und streckte die Arme nach ihr aus. Amy zuckte zusammen. 'Oh Gott, nein!!!' Zwischen ihm und ihr blitze es auf und der Vampir zuckte zuerst zurück, dann fiel er rücklings zu Boden und verwandelte sich in Asche. Amy sah auf, durch die Tür fiel Licht und Staub und Asche tanzten in der Luft. Trotzdem war die Gestalt im Licht irgendwo zu klar, um ein Hirngespinst zu sein. Ein Mensch, eine Klinge in der ausgestreckten Hand, das kurze Haar ebenholzschwarz, der Stand vollkommen ausbalanciert und fest. Was störte, waren die zwei gewaltigen Schwingen am Rücken, die sanften Federn, die herabschwebten, aber nicht auf dem Boden liegen blieben, irgendwo auf dem Weg zwischen Flügel und Boden verschwanden. Die gesamte Gestalt war durchscheinend wie Nebel und Amy war sich auch im Nachhinein nicht sicher, ob sie sie wirklich gesehen hatte, obwohl sie sich jetzt so klar von der Wand, die man durch den Rücken sah, abzuzeichnen schien. Amy spürte ihre Sinne schwinden, als sie in das ihr abgewandte Gesicht aufschaute. „C.... Caim?“ Für eine Sekunde war es ihr, als hob er den Kopf und wand sich zu ihr um, aber ihre Augen versagten, bevor sie sein Gesicht sehen konnte. Amy sank zu Boden und blieb bewusstlos und vollkommen allein in der Kammer zurück, während der auffrischende Wind zum Fenster hereingriff und die Asche hinforttrug.

Alles war dumpf, aber der furchtbare Schmerz sagte Orphen, das er wohl noch Leben musste. Er riss sich zusammen, um seine fünf Sinne zusammen zu bekommen, weil er Stimmen hörte. Langsam erschienen helle und dunkle Flecken in seinem Sichtfeld auf, Orphen schüttelte den Kopf und endlich wurde die Umgebung klar. Vor ihm flackerte ein Feuer, ein großes Feuer. Einige Schatten standen drum herum. Als er sich bewegte, zuckte ein Schmerz in seinen Armen auf. Sie waren hinter seinem Rücken zusammengebunden. Orphen fluchte durch die Zähne. Jemand, der neben ihm gestanden haben musste, verpasste ihm einen Schlag auf den Kopf. „Sei leise, Mann.“ Orphen hatte Mühe, nicht vorüber in den Sand zu plumsen. Fayed stand nicht weit von ihm entfernt am Feuer und sah jetzt auf. „Aha, unser spezieller Gast ist aufgewacht. Gut, wenn mir jetzt endlich einer eine verdammte Jungfrau hier anschleppt, dann können wir auch endlich loslegen.“ Orphens Kopf raste, um einen Weg aus diesem Schlamassel zu finden, jetzt sah er auf. 'Ein Feuer und eine Jungfrau? Das klingt nach einem Ritual und das schmeckt mir gar nicht.' Fayed dehnte die Arme, die Beine, den Nacken. „Was meinst du, Orphen? Wenn ich der ultimative Vampir werde, wachse ich dann? Reißt meine Kleidung?“ Orphen grinste verschlagen. „Wenn ja, dann habe ich hier einen Logenplatz für einen schönen Ausblick auf deinen Arsch.“ Fayed knurrte wütend, aber niemand machte Anstalten, Orphen dafür das Genick zu brechen. Nanu, was soll denn das?' Geschrei lenkte beide ab. Aus dem Palast kam ein Mann gestiefelt, unter dem Arm eine junge Frau. Sie schrie und schlug um sich und Orphen gefror das Blut in den Adern. „Rana...“
„Was bringst du mir denn da mit, Abdu? Ist die nicht ein bisschen zu kurz, um dich satt zu kriegen?“ fragte Fayed. Der Mann grinste. „Na, dies nich zum Essen, Boss. Das is'n Kind und die riecht noch voll nach Jungfrau.“ Rana schlug ihm die Faust in den Rücken. „Das geht dich nichts an.“ Der Mann stellte das Mädchen vor Fayed auf dem Boden ab. Der musterte sie eingehend und schnüffelte an ihr. „Hm, ja, eignet sich gut. Sie ist eingestellt.“ Orphen zerrte an den Stricken, Schmerzen hin oder her. „Lass sie in Ruhe, Fayed, sie hat dir nichts getan!“ Fayed lachte. „Sie ist Bestandteil des Rituals, da kannst du betteln wie du willst. Oh, da fällt mir was ein. Du ja auch. Schaff ihn her!“ Der Mann neben ihm zerrte Orphen hoch und schleifte ihn zu Feuer hin. Orphen stemmte die Füße in den Boden, aber das brachte nichts. Fayed grinste. Mit einem leisen schleifenden Geräusch zog er einen Dolch aus der Scheide am Gürtel. Orphens Rückenmuskeln versteiften sich. Eine Klinge so nah an einem Kind gefiel ihm gar nicht. „So, dann wollen wir mal. Wir brauchen: Ein Feuer. Tja, das haben wir wohl. Gut, dann als nächstes...“ Fayed wirbelte herum, der Schmerz durchstach Orphens Seite, bevor er realisierte, was passiert war. Rana schrie auf, als Blut ins Feuer spritze. Die Fesseln lösten sich, Orphen umklammerte das Heft der Waffe und sank auf die Knie. „Das Blut deines Feindes.“ Rana lief zu ihm, aber Fayed hielt sie am Arm fest. Das Mädchen starrte mit Tränen in den Augen auf das Blut. Fayed zerrte sie näher an die Flammen und drückte ihren Kopf so nah, das Rana die Hitze im Gesicht vorkam, als würde sie verbrennen. „Und jetzt noch....“ Rana schrie wieder auf, warf den Kopf hin und her. „Nein, bitte! Es ist so heiß!“ Ein leises Zischen und er riss sie fort. Rana landete auf dem Boden. „Die Tränen einer Jungfrau!“ Der Vampir hob den Arm und biss sich selbst. Den Arm streckte er nun ebenfalls über das Feuer. „Und jetzt noch ich und... es ist perfekt!“ Entsetzt sah Rana zu, wie eine Stichflamme den Vampir einhüllte, er schrie und lachte wie ein Irrer. In dem Moment ertönten auch hinter ihr Rufe, Schreie, Asche wirbelte heran. Rana wand sich um, da spürte sie schon warme Hände auf ihrer Schulter. „Rana! Alles in Ordnung?“ Rana sah in Subarus grüne Augen und schüttelte langsam den Kopf. Subaru schloß sie sanft in die Arme. Neben ihm ging Kamui auf die Knie. „Vater! Hey, Alles Ok?“ Orphen biss die Zähne zusammen und nickte. Ein reißendes Geräusch und Kisame erschien mit einem Stück Stoff in der Hand. „Hol die Klinge da raus.“ Kamui nickte und zog den Dolch mit einem Ruck aus der Seite seines Vaters. Orphen stöhnte schmerzerfüllt auf. Sofort legte Kisame das Tuch um ihn und zog zu. Das tat zwar weh, stoppte aber die Blutung. „Wir müssen das behandeln.“
„Nicht jetzt...“ zischte Orphen. Das Feuer brannte herunter und Fayed stand noch immer mitten drin, obwohl Feuer Vampire zu Asche zerfallen ließ. Seine Haut war fahl, fast grau. Er war nur minimal gewachsen, vielleicht 10 cm. Seine Augen waren blutrot und seine Fänge waren fast so lang wie Orphens Zeigefinger. Kamui stand auf und sah ihn genau an. „Ugh, wie hässlich.“ Orphen griff nach seinem Schwert. „Pass bloß auf, so hässlich er ist, so stark ist er auch.“ Kamui nickte. Fayed wand sich um und grinste. Eine Armbewegung reichte ihm und Kamui segelte gute fünf Meter durch die Luft. Kisame eilte zu ihm. „Kamui! Alles ok?“
„Jetzt brauche ich euch nicht mehr. Also genehmige ich mir jetzt ein gutes Abendessen.“ Subaru schob Rana vorsichtig hinter sich. Fayed grinste, trat auf sie zu, hielt dann inne. Über dem Palast zog sich der Himmel zu, dunkle Wolken ballten sich. Dunkelheit verdichtete sich, bis eine Art Körper entstand. Hinter dem Schleiher der Schatten erkannte Orphen den Pharao und seine Tochter, das Puzzle glühte sanft. Vor ihm materialisierte sich ein riesiges Bein. „Los, Obelisk, vernichte die Eindrinlinge!“ befahl der Pharao und das gigantische Wesen stürzte sich auf die Vampire, zertrampelte das Feuer und schlug aus. Orphen zog den Kopf ein, griff nach Subarus Schulter und zog. „Komm, wir sollten aus seiner Reichweite verschwinden.“ Subaru nickte und half Rana. In geduckter Haltung huschten die Drei davon. Kamui rappelte sich auf und auch er und Kisame eilten zurück zum Palasttor. Nala kam ihnen entgegen. „Kisame! Ist alles in Ordnung?“ Kisame nickte. Orphen sah zurück, aber gegen Obelisk würde Fayed keine Chance haben. Orphen hatte kein Problem damit, das Atemu den Vampir vernichtete. Gegen diesen Ritual-Vampir hatte Orphen selbst keine Chance. Mit lautem Gebrüll griff das Göttermonster nach Fayed, aber Orphen packte trotzdem das Schwert und lief zurück. „Vater?“ wunderte sich Kamui. „Ich muss nur nachsehen, ob ich Recht habe.“ Orphen lief zum Feuer, während Obelisk Fayed in zwei Teile riss. Der Vampir fiel zu Boden, wuchs zusammen, richtete sich wieder auf. „Was um alles in der Welt...?“ Fayed lachte. „Ihr könnt mich nicht besiegen, ich bin unsterblich. Au!“ Orphen hatte ihm das Schwert in den Rücken gerammt. Fayed machte einen Schritt nach vorne und grinste über die Schulter. „Hörst du eigentlich nicht zu?“ Orphen trat zurück. „Doch, klar. Deine Kraft kommt von einem Ritual. Die meisten Rituale löst man, indem man sie umkehrt.“ Atemu zog die Augenbrauen zusammen. „Umkehrt?“ Fayed lachte. „So ein Blödsinn!“ Dann stockte er und hustete. Orphen war zurückgetreten und Fayeds Blut tropfte von Orphens Schwert in das noch schwehlende Feuer. „Das Blut des Feindes, als das Blut eines Freundes...“ Orphen deutete auf einen der von Obelisk verwundeten Vampire, dessen Blut langsam in die Glut sickerte. „Das Blut von dir...“ Orphen deutete auf das Schwert. „Und das Lachen eines Sünders. Deines!“ Fayed schrie auf und griff sich an die Brust. Mit einem lauten Wumms schlug Obelisk den Vampir mit der Faust unangespitzt in den Boden. Orphen betrachtete den Leichnam, während sich alle Vampire, die noch in der Nähe waren, schleunigst davon machten. Orphen atmete durch. „Das wäre geschafft...“

Der Morgen war noch jung, es war noch kühl, die Luft frisch, der Himmel noch nicht ganz hell. Nala spazierte am Nil entlang. Sie liebte es, morgens ein wenig am Wasser entlang zu schlendern. So hatte sie Zeit für sich, zum Nachdenken. Sie fühlte sich gut, es war ihr, als sei eine Last von ihren Schultern genommen. Vielleicht, weil Abraxas ihr endlich ins Gesicht gesagt hatte, das er sie liebte. Und sie sich endlich darüber klar geworden war, das sie es auch tat. Oder vielleicht, weil die Bedrohung, die über Orphens Familie und damit irgendwo auch über Kisame geschwebt hatte, endlich gebannt war. Trotzdem nagte die Sorge um ihre Cousine unaufhörlich an ihr. Das sie einfach verschwinden würde, noch dazu mit einem Feind! Nala hatte Angst, das Millenia unter Manipulation gestanden haben könnte. Sie ließ immerhin Orphen und die Kinder zurück. Und auch ihre Familie. Ihre Tante, ihren Onkel, ihre Cousine. Der Gedanke, das Millenia vielleicht nie wieder zurückkommen würde, tat weh. Mehr als einen Monat war sie nun schon fort und sie hatten nichts von ihr gehört. Aber seit sie Fayed vor zwei Wochen getötet hatten, war es zu keinerlei Zwischenfällen mehr gekommen. Nala hegte noch immer die Hoffnung, das alles Böse irgendwann einmal von ihr ablassen würde. 'Aber im Moment mache ich mir andere Gedanken. Der Verdacht, Millenia könnte unter Manipulation stehen, hat mir meine größte Angst aufgezeigt... Was würde ich machen, wenn meine Freunde plötzlich zu meinen Feinden werden würden? Könnte ich gegen sie kämpfen, um die Welt zu beschützen? Ich weiß es nicht, ich glaube... ich glaube nicht.' Nala sah übers Wasser. Sie glaubte nicht, das sie jemals gegen Millenia würde kämpfen müssen, trotzdem zitterten allein bei dem Gedanken daran ihre Hände. Dann stutze sie. 'Das ich mir wirklich mehr Gedanken darüber mache, das mir meine eigene Cousine in den Rücken fallen könnte, als das ich mit dem Prinz der Dämonen aneinander gerate.' Sie schüttelte den Kopf. Es überraschte sich nicht wirklich, aber sie wunderte sich schon darüber, wie sehr sie Abaraxas inzwischen vertraute. Aber sie liebte ihn. Liebe kam ohne Vertrauen nicht aus. Freundschaft ebenso wenig.
„Prinzessin der Schatten?“ Nala hörte die Schritte und wollte sich umdrehen, aber dazu kam sie schon gar nicht mehr. Die Magie traf sie in den Rücken, so schnell und plötzlich, das sie nicht mal die Zeit hatte, aufzuschreien. Es fühlte sich an, als würde einem mit einem starken Gebläse ein Schauer Rasierklingen in die Haut gejagt. Nalas Kopf sank ab, Magie kräuselte sich auf ihrem Bauch: Der Strahl hatte ihren Körper durchschlagen. Als die Kraft verebbte, fiel Nala zu Boden. Blut sammelte sich um sie, ihre Kleidung saugte sich voll. Ein Rinnsaal lief zwischen ihren leicht geöffneten Lippen hervor und ihre Augen, nur halb geöffnet, blickten zum Fluss hin ohne etwas zu sehen.

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ACHTUNG ADULT: Kapitel 15 : Interlude – In my Time of Dieing

Beitrag  Cho Izanami am So Jun 12, 2011 11:40 pm

Millenia öffnete die Augen, gähnte und streckte sich. Bakura nutze die Chance, um den Arm unter ihren Körper zu schieben, ihre Taille zu umschlingen und sie an sich zu ziehen. Millenia lächelte. Sie hatte Bakura so viel besser kennengelernt und jetzt war sie bis über beide Ohren in ihn verliebt. Ab und zu fragte sie sich aber auch, ob das jetzt an Bakuras tollem Charakter lag oder an dem tollen Sex, den sie zusammen hatten. Der Gedanke kam ihr wieder, als Bakura sanft über ihren Oberschenkel strich, ihn sanft umrundete, dann zugriff und ihn sanft anhob. Millenia drückte das Kreuz durch und mit einer schnellen Bewegung war er in ihr. Millenia war das gewohnt. An einigen Tagen war er Lustlos wie ein Gartenschlauch und vergrub sich in Büchern, an anderen hatte sie das Gefühl, ein ganzer Harem hätte ihm nicht gereicht. Und ganz besonders morgens überkam es ihn immer wieder. Jetzt bewegte er sich nur sanft, war nicht ganz eingedrungen und reizte so die ersten empfindlichsten Zentimeter in ihr, dann legte er eine Hand auf ihre rechte Brust und rieb mit dem Daumen darüber. Immer wieder. Millenia keuchte auf und drängte ihr Hinterteil näher an ihn. Er drang tiefer ein und seine Stöße wurden fester. „Mehr...“ murmelte Millenia. Eine Gänsehaut kroch über ihren Rücken, als sie Bakuras Lippen in ihrem Nacken spürte. Seine Fingerspitzen fuhren über ihren Bauch, glitten dann zwischen ihre Beine und Millenia stöhnte auf, als sie ihren Weg zu ihrer Kiltoris fanden. „Willst du mehr?“ flüsterte er in ihr Ohr. „Ja... Mehr. Tiefer. Härter.“ Bakura folgte ihren Anweisungen und Millenia kam mit einem Zittern ihrer Muskeln mit ihm gemeinsam. Millenia blieb einen Moment an ihn gedrängt liegen und atmete durch, wartete, bis die Kälte verebbt war, dann löste sie sich von ihm und stand auf. „Hunger?“ fragte er. Millenia nickte. „Auch. Und ein anderes menschliches Bedürfnis.“ Bakura lachte. „Das Bedürfnis hat alles, was lebt.“ Millenia lächelte und trat zur Tür, hielt aber dann inne und legte die Hand auf ihr Brustbein. Zitternd atmete sie ein. Ein leichtes Stechen war in ihrer Brust aufgekommen und ließ jetzt langsam nach. Bakura stand auf. „Alles in Ordnung?“ Millenia schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht. Irgendwas.... irgendwas stimmt nicht.“

„AMY!!“ Abraxas Stimme brach sich an den Steinwänden des Palastes und es schwang so viel Panik darin mit, das nicht nur Amy, sondern auch einige Wachen verwirrt angelaufen kamen. Amy wurde sofort weiß wie Papier. Abraxas war voller Blut, seine Brust, es war seinen Körper hinab bis in seine Schuhe gelaufen. Er drückte Nala fest an sich. „Was ist passiert?!“ Amy trat nah an ihn heran und sah auf Nala hinab. „Ich weiß es nicht, ich habe sie so gefunden!“ Amy trat auf den Thronsaal zu. „Komm mit!“ Sie riss die Flügeltüren auf, ohne Anzuklopfen, und der Pharao, seine Frau und seine Berater sahen erschrocken auf. „Was um alles in der Welt...?“ setzte der Pharao an, aber Anjali erhob sich und schrie auf. „Nala!“ Atemu eilte vor und räumte mit einer Armbewegung einen der sauberen Tische frei, Tongefässe zerbarsten auf dem Boden. „Hier her mit ihr!“ Die Berater verließen den Raum. Abraxas legte Nala auf dem Tisch ab und Amy legte ihre Finger an Nalas Hals. Sie biss sich auf die Lippe und schob Abraxas mit dem Arm weg. „Alle weg.“ Sie legte beide Hände auf Nalas Brustkorb, lud Magie auf, konzentrierte sich mit geschlossenen Augen, während Anjali wimmerte und Atemu ihr die Hände auf die Schultern legte, um sie ein bisschen zurückzuhalten. Amy jagte Caims Heilmagie wie einen elektrischen Schock durch Nalas Körper, legte ihr Gesicht über Nalas, horchte, wiederholte den Magieschock und hielt der Prinzessin die Nase zu, um sie zu beatmen. Abraxas sah ihr entgeistert dabei zu. „Ist sie etwa.... tot?“ krächzte er. Amy hob den Kopf und legte die Hände über Nalas blutbeflecktes Dekoltée. „Ich weiß es nicht, aber ich habe keinen Puls mehr!“ Sie sah nur kurz über die Schulter zu dem Dämon hin und sie weinte dabei. Sie wiederholte die Prozedur drei Mal, aber es wollte nicht helfen. „Nein, Nala, bitte verlass mich nicht... bitte...“ murmelte sie. „Bleib doch bei uns, bitte....“ Atemu trat vor. „Warte, wir müssen das anders machen.“ Er griff nach Abraxas Hand und legte die von Nala hinein. Abraxas fragte nicht wieso, er hielt Nala fest, während das Milleniumspuzzle aufglühte. Die verbundenen Hände leuchteten auf. „Ich habe Nala an Abraxas Energiefluss gekoppelt. Seine Energie wird sie an diese Welt binden, aber ich weiß nicht, wie lange er das durchhalten wird. Wir müssen etwas tun, ganz dringend. Amy, du bleib hier und tu, was du kannst, ich schicke Wachen aus, die dir Unterstützung bringen.“ Atemu eilte in den Truppenraum. Amy nahm die Anweisung mit einem Nicken zur Kenntnis und schloß die Augen, ein leichter Strom grünlicher Magie hüllte sie ein und ging auf Nala über. Anjali war in ihrem wunderschönen Kleid zusammengesunken, hatte die Hände auf ihr Herz gedrückt, die Augen geschlossen. Ihre Lippen bewegten sich unaufhörlich und Abraxas verstand, das sie betete.

Nala spürte keine Schmerzen, keine Angst, nur ein bisschen Unsicherheit. 'Was ist passiert?' Sie erinnerte sich an den Spaziergang und ihre Gedanken und dann an den Angriff, das Gefühl, das sie getroffen worden war. Nala sah sich um, aber viel sehen konnte sie nicht. „Bin ich tot?“
Das bist du. Nala sah auf. „Wer ist da? Wo bin ich hier?“
Dies ist die Schwelle. Viele Menschen sind zu schwach, um zu verstehen, das sie noch die Wahl haben, wenn sie hier stehen. Nur ganz wenige sind vom Schicksal auserkoren, jetzt ins Licht zu gehen. Nala erkannte das gemeinte Licht in der Ferne. „Was ist mit mir? Habe ich eine Wahl?“ Einen Moment blieb es ruhig. Nein. Nala ballte die Fäuste. „Und wenn ich nicht gehe? Werde ich dann ein Geist?“ Es blieb still. „Ich nehme jeden Ausweg, den ich kriegen kann!“ Es kam wieder keine Antwort und Nala senkte den Kopf. „Bitte, ich.... ich will nicht weg.... von....“ Ein Bild blitze vor ihren Augen auf, sie selbst, wie sie in ihrem Bett lag, blaß und ohne Bewegung. Abraxas hielt noch immer ihre Hand. Auf dem Boden daneben saß Amy, einen Arm und den Kopf auf der Matratze, und schlief. Die Tür ging vorsichtig auf und Orphen kam herein. Er breitete am Fuß des Bettes eine Decke aus, während er sich mit Abraxas unterhielt, dann hob er Amy vom Boden auf und legte sie auf die weichere Unterlage. Das Bild verblasste. Wegen ihm? Nala nickte. Es folgte wieder Stille, die nur Nalas laut schlagendes Herz durchbrach. Es ist dein Schicksal, mir zu begegnen, denn unsere Seelen sind verbunden. Nala verstand nicht wirklich, aber dann erschien vor ihr eine zarte Gestalt, eine Frau, so umwerfend schön, das es Nala die Sprache verschlug. Ich wallendes schwarzes Haar schimmerte violett im Licht, ihre Gestalt war zart und vornehm blaß, ihre Augen waren strahlend blau und erinnerten Nala an den Himmel an einem wolkenlosen Tag. „Wer bist du?“ fragte Nala erneut. „Ich bin du.“ sagte die Frau. „Was?“ Nala sah an sich herunter. Viel Ähnlichkeit bestand nicht. Aber die Frau lächelte. „Du warst ich und ich werde du.“ Bei Nala fiel der Groschen. „Ich bin deine Reinkarnation?“ Die Frau lächelte. „Wer bist du?“ fragte Nala zum dritten Mal. „Ich bin Rani.“ sagte die Frau. Nala starrte sie an. 'Sie ist die Göttin Rani.' Ranis Gesichtsausdruck veränderte sich. „Bist du mit der christlichen Gottesgeschichte vertraut, Nala Matour?“ Nala wunderte sich stark über diese Frage. „Gott erschuf die Welt in sieben Tagen.“
„Nein, nicht die Schöpfungsgeschichte, sondern alles drum herum. Den himmlischen Streit.“ Nala runzelte die Stirn. „Meinst du den Krieg mit dem Teufel?“ Rani schloß die Augen. „Gott hat laut dieser Sage die Engel erschaffen, seine Kinder, die ihm dienten und ihm halfen und sie alle waren schön und voll Tugend, doch der jüngste von ihnen wurde ob er seiner Schönheit schnell eitel und hochmütig und schließlich begehrte er auf und wurde von seinem Vater niedergeschlagen und in die Tiefen der Welt verbannt, wo er den Sünden verfiel, die sein Vater anprangerte. Dieser Mann war es, der dich angegriffen hat.“ Nala lachte. Das konnte sie nicht glauben. Aber Rani sah sie so ernst an, das Nala das Lachen verging. „Er wird die Welt ins Chaos stürzten, wenn er die Chance dazu bekommt. Ich schicke dich zurück, um das zu verhindern.“ Nala nickte. Wenn die Welt unterging... nein, das würde sie nicht zulassen. Rani trat zu ihr und legte ihr die Hand auf das Herz. Die Stelle, an der sie sich berührten, leuchtete auf, das Licht wurde heller, bis Nala die Augen schließen musste, weil es schmerzte.

Nala erwachte langsam, aber all ihre Sinne waren sofort da. Sie lag in ihrem Bett und die Sonne ging grade erst auf. Ihr Rücken pochte dumpf und sie hatte das Gefühl, schon zu lange nichts gegessen zu haben. Sanft richtete sie sich auf, aber sofort durchzog sie ein Schmerz von ihrem Rücken aus und sie sank zurück ins Kissen. „Aua...“ Die Schmerzen waren aber nicht so schlimm wie sie befürchtet hatte. Nala sah zum Fenster, sah den blau-grauen Himmel, dann hörte sie das Schleifen der Tür über den Boden und sah hinüber. Abraxas war schneller ums Bett herumgekommen, als Nala ihm mit den Augen folgen konnte, war neben ihr auf das Bett geglitten und nahm sie so fest in den Arm, wie er sich traute. Die Wärme und der vertraute Geruch beruhigten Nala sofort. „Oh, Gott sei Dank, du bist wieder wach.“ murmelte er. Er klang seltsam. Nala versuchte, ihn anzusehen, aber er hielt sie noch zu fest. „Weinst du etwa?“ fragte sie verwirrt. „Wir hatten so Angst, das du stirbst. ICH hatte Angst, das du stirbst.“ Er zitterte beim Sprechen. Nala rieb ihm mit der Hand über den Rücken. „Rax... ich...“
„Ich wäre persönlich ins Reich der Toten hinabgestiegen, um dich zurückzuholen. Ich hatte auch schon ein paar Vorbereitungen getroffen.“ Nala überlief ein Schauer. „Was? Aber...“ Jetzt ließ er los und sah sie an, seine Hände noch auf ihren Schultern. Er hatte tatsächlich nasse Augen. „Was auch immer ich tun müsste, um dich zu retten, ich würde es tun. Ich würde nicht eher aufgeben, nicht eher sterben, bis du nicht in Sicherheit und bei guter Gesundheit bist.“ Nala zitterte. „Würdest du sterben, wenn ich es tue?“ fragte sie leise. Abraxas schüttelte den Kopf. „Nein, denn dann würde ich mir einen Weg finden, dich ins Leben zurückzuholen. Ich will mit dir Leben, Nala, ewig an deiner Seite. Wenn wir tot sind, nützt mir das nicht viel.“ Nala drängte sich jetzt an ihn, so nah sie konnte. Erst als sie beinahe gestorben wäre, hatte sie realisiert, wie viel sie noch hatte tun wollen. „Ich hatte Angst, Rax...“ flüsterte sie jetzt, daran zurückdenkend, was passiert war. Sie hatte ja nicht mal gesehen, was über sie gekommen war. Abraxas legte wieder sanft die Arme um sie, wie um sie abzuschirmen. „Es ist ja alles gut ausgegangen, Nala.“ Sie hob den Kopf um ihn anzusehen. „Ja, Gott sei Dank ist es das.“ Sie streckte den Kopf und obwohl sie nicht damit gerechnet hatte, verstand er den Wink und senkte sich zu ihr herab, bis sie ihn küssen konnte. Anal ließ ihre Hand seinen Arm hinabgleiten, um ihre Hand auf seine zu legen. Er ließ ab und sie sah ihn an. „Ich hatte Angst, das ich dich nie wieder sehe.“ Sie legte die Arme um seinen Nacken und zog ihn mit sich, als sie sich wieder hinlegte, denn das Sitzen tat nach einer Zeit doch noch im Rücken weh. Er küsste sie wieder und Nala spürte eine Wärme in ihren Körper sickern, die sie so nicht gekannt hatte bis zu diesem Augenblick. Obwohl sie ihn mit umgerissen hatte, hatte Abraxas sich abgestützt, um nicht auf sie zu fallen. Sie war immerhin verletzt und er war generell vorsichtiger im Moment. Er wollte ihr ja nicht wehtun. Nala genoß jedenfalls die Wärme, die von ihm ausging und die sie auch hier erreichte. Deswegen kuschelte sie sich so eng sie konnte an seine Brust. „Du bist schön warm....“ sagte sie und Abraxas schaute etwas dumm aus der Wäsche. „Dabei hast du doch im Fieber gelegen.“ Nala lächelte. „Aber du bist trotzdem so schön warm.“ Eine Weile blieb sie so liegen, auf seiner Schulter, und schlief auch wieder ein. Abraxas blieb liegen, er hatte nichts zu tun, keine Verpflichtungen, die anderen schliefen noch und er wollte Nala nicht wecken. Also blieb er liegen, so still er konnte, und dachte darüber nach, was passiert sein konnte. Inzwischen ging jeder davon aus, das Nala attackiert worden war, aber sie wollten noch nicht darüber reden. Deswegen fragte er auch jetzt nicht nach, als Nala nach einer knappen halben Stunde wieder aufwachte. „Alles ok?“ fragte er. Nala nickte. „Ja, keine Sorge.“ Ein Moment Stille folgte, dann sah Nala wieder auf. „Sag Rax, ich weiß so wenig über dich und eine Leute. Essen Dämonen denn das selbe wie Menschen? Müsst ihr auch viel trinken und regelmässig schlafen? Wie bekommt ihr eure Kinder? Habt ihr auch so Sex wie wir Menschen?“ Abraxas lachte leise. „Oje, so viele Fragen noch. Wir Dämonen essen auch, was uns schmeckt, obwohl wir natürlich einen anderen Lebensraum haben. Und wir müssen auch trinken und schlafen, wenn auch nicht so viel wie ihr. Und ein Dämon bekommt normalerweise genauso Kinder wie ihr.“ Nala sah ihn an. „Hattest du schonmal Sex?“ Abraxas starrte verdutzt zurück. „Wieso fragst du?“ Nala schien erst jetzt zu begreifen, was sie eigentlich gefragt hatte und sie wurde sofort Rot. „Nur so, vergiss bitte, das ich gefragt habe.“ Abraxas lachte. „Ist doch nicht so schlimm.“ Nala wich seinem Blick eine Weile aus, dann begann sie, mit den Fingern seiner Hand zu spielen, denn er hatte den Arm um sie gelegt. „Weißt du, ich war fast tot und da fällt einem viel ein. Dinge, die man sagen und tun wollte und die man nicht mehr tun kann, wenn man jetzt stirbt.Und da ist mir auch eingefallen, das ich dich liebe, wirklich liebe, aber das ich dich noch gar nicht geküsst hatte.“ Abraxas lächelte sanft. „Hast du ja jetzt.“ Nala nickte. „Ich muss anders leben, glaube ich. Ich muss tun, wenn ich etwas tun möchte, nicht mehr so viel verschieben mit dem Gedanken, das ich dazu später auch noch Zeit haben werde. Ich will ja nichts bereuen müssen, wenn ich denn dann wirklich mal sterbe.“ Abraxas wurde ernst. „Solange ich bei dir bin wird das nicht passieren.“
„Aber ich werde ja auch älter und wenn ich zu alt werde, dann sterbe ich auch.“ erwiederte Nala. So war das nunmal. Nala kuschelte sich wieder enger an den Dämonen. „Magst du mir dabei helfen, etwas freier zu leben?“ Abraxas lächelte. „Aber natürlich, Nala.“

„Geht es?“ fragte er. Nala nickte und hielt sich an seinen Händen fest. Sie war noch ganz wuschig im Kopf. Sie hatten noch lang nebeneinander gelegen, bis sie sich getraut hatte, ihn wirklich auszuziehen. Jetzt aber, wo sie sich getraut hatte, obwohl er sie nicht hatte aufstehen lassen, musste sie mit ihm reden. Nala hatte Angst davor, aber zuerst wollte sie aufstehen. Sie wollte laufen. Sie hatte es satt, zu liegen. Rax half ihr, aufzustehen und einen Moment stand Nala ziemlich wackelig da, dann ging es. Aber sie klammerte sich an Abraxas Arm fest beim Laufen. „Du bist wacklig unterwegs, bleib doch liegen.“ Nala schüttelte trotzig den Kopf. „Nur ein bisschen, bitte.“ Im Flur blieb Nala perplex stehen. Neue Läufer lagen aus, alles wirkte geputzt. „Wie lang hab ich geschlafen?“ fragte sie sofort. „Wie lang war ich weg?“ Abraxas kratze sich im Nacken. „Ähm, ca... 5 Tage. Aber ich glaube, du hast nur zwei davon geschlafen.“ Nala starrte ihn mit offenem Mund an. „Was? Davon hab ich gar nichts mitbekommen!“ Abraxas zuckte die Schultern. „Wie auch, du hast geschlafen.“ Nala starrte um sich. „Kein Wunder, das ich so einen Hunger habe.“ Abraxas brachte sie langsam Richtung Küche, die Treppen trug er sie ganz vorsichtig hinunter. Er öffnete ihr die Tür zur Küche und sofort wandten sich die Personen darin zu ihr um. Ein kleiner lilaner Blitz schoß auf sie zu und Nala keuchte auf, als sie einen Kopf in die Magengrube bekam. „Mama!“ Orphen war vor Überraschung aufgestanden und hatte seinen Stuhl umgeworfen. „Prinzessin!“ Amy kam aus der Ecke angeflitzt und legte die Hände an ihren Arm. „Aber Nala, du solltest noch nicht aufstehen!“ Sie hatte Tränen in den Augen. Nala hatte zwar die Hand auf Kisames Kopf abgelegt, um sie zu trösten, aber ihre Aufmerksamkeit galt einzig und allein der Person, die Orphen am Tisch gegenüber saß. Und im ersten Moment dachte Nala, das sie träumte, das sie noch schliefe und Dinge sah, die sie sich wünschte. Aber als die Person lächelte, ihren Namen sagte und dann aufstand, da ließ Nala erstmal los und tappste zu ihr hin, um sich umarmen zu lassen. „Leni!“ Millenia tätschelte ihr den Kopf und reagierte überrascht auf die Tränen. „Aber Nala, nicht doch. Es ist doch alles in Ordnung. Zumindest jetzt.“ Sie setzte Nala an den Tisch und Amy organisierte ein paar Sachen, die einfach zu essen waren. Nala wischte sich die Augen. „Warum... seit wann bist du hier?“ Abraxas setzte sich ihr gegenüber und jetzt sah Nala auch die Zwillinge, die neben ihrer Mutter auf der Bank gesessen hatten. Kisame setzte sich jetzt zu ihrer Mutter und Kamui machte ihr Platz. Die Kinder waren mal wieder gewachsen. „Das ist eine lange Geschichte, Nala.“ sagte Millenia. Orphen nickte fleissig. „Es ist einiges passiert, während du geschlafen hast. Wir wissen jetzt auch, wer dich angegriffen hat.“

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Kapitel 16: Jealous Angel

Beitrag  Cho Izanami am So Jun 17, 2012 3:58 pm

Nala lag bereits seit zwei Tagen im Koma und Orphen wurde immer nervöser. Um sich abzulenken meldete er sich heute freiwillig, um ein paar Besorgungen zu machen. Kamui sprang direkt auf und lief voran. Der Tag war sehr heiß und Orphen holte seinen Sohn kurz vor dem Marktplatz wieder ein. Kamui trat Sand. „Man, dieses hilflose Rumsitzen macht mich nochganz wahnsinnig.“ Orphen lächelte. „Nicht aufregen, Kamui. Bald kannst du uns ja helfen.“ Kamui knurrte. „Bis dahin ist hier alles gelaufen.“ Orphen seufzte. „Das wäre schön, Kamui...“ Orphen kaufte Medizin und Obst. Kamui zappelte mies gelaunt herum. Sie machten sich auf den Rückweg durch das Gedränge. Orphen wich allen Leuten so gut es ging aus, aber vor einem Stand mit Fleisch prallte er schließlich mit jemandem zusammen. „Tut mir Leid.“ Der Mann wand sich um und Orphen hatte sofort ein mieses Gefühl: Der Fremde wirkte gefährlich und nicht nur wegen der Augenklappe. „Nicht so schlimm. Passiert in diesem Gedränge. Macht Euch keine Gedanken, Magier. Denn ich fürchte, davon habt Ihr bereits genug.“ Orphen knirschte mit den Zähnen. „Was soll das denn heißen?“ Der Mann lächelte, aber es wirkte nicht offen oder fröhlich. Es erreichte seine Augen nicht. „Die Prinzessin liegt im Sterben, des Pharaos Frau verzweifelt und ihr Liebhaber und die Heilerin sind total erschöpft. Und dann noch die Kinder, die ohne Mutter aufwachsen.“ Er wand seinen Blick zu Kamui, der wütend zurückstarrte. So reagierte er immer. Der Fremde grinste. „Arme Kinder. Vielleicht sollte ihnen jemand diese schwere Bürde abnehmen.“ Und damit schnellte er vor. Orphen ließ die Einkäufe fallen und stand schneller zwischen dem Angreifer und seinem Sohn, als der Junge die Arme zum Schutz hatte hochreißen können. „Papa!“ Orphens Stiefel gruben sich in den Boden und die Leute wichen panisch von den gezogenen Waffen zurück. „Such dir gefälligst jemanden in deiner Größe.“ knurrte Orphen ihn an. „Und lass die Finger von meinem Sohn!“ Er stieß den Mann von sich und setzte zu einem Schlag an, aber der Fremde hob nur den Finger und jagte einen Blitz durchs Orphens Körper, der ihm die Luft nahm. Er rappelte sich aber schnell wieder auf, als die Augen des Mannes wieder zu Kamui schwangen. „Hey, Arschloch. Dein Gegner bin ich!“ Damit ging er wieder auf ihn los. Der Mann wich rasch nach hinten aus, dann gab er eine Welle Magie ab und beförderte Orphen auf seine vier Buchstaben. Er knurrte. „Du willst dich mit Magie prügeln? Gern, da hast du!“ Orphen hüllte ihn in eine Feuersäule und sprang auf. Aber der Mann trat aus den Flammen, als wäre nie was gewesen. „Was zum...?“
„Gut. Dann bin ich jetzt dran.“ Er jagte Orphen eine Druckwelle Magie entgegen, die ihn an die nächste Hauswand beförderte. Ihm wurde schwarz vor Augen, aber er blieb zumindest bei Bewusstsein, denn er spürte, wie er zu Boden sackte. „Papa!“ Mühsam rappelte sich Orphen auf Hände und Knie auf. Es staubte. „Du bist wirklich ganz schön fix, was?“ Der Mann lud wieder Magie auf, aber Kamui saß am Boden, war gestürzt, als er dem ersten Schuss ausgewichen war. „Kamui!“ Der Strahl ging frontal, aber es folgte eine Explosion, die Orphen die Sicht raubte. Er rappelte sich hoch, Angst schnürte ihm die Brust zu. 'Nein.. nein...nein...' Der Staub legte sich und ein magisches Schimmern tauchte zwischen den Schliehren auf. Und etwas, das Orphen nicht glauben konnte: Schwarzes Haar. „Finger weg von meinem Sohn!“ Der Schild verschwand. Kamui ließ die Arme sinken. „M-Mama...“
„Leni...“ Sie richtete sich zu ihrer vollen Größe auf und grinste. „Komm nur her, du Stinker.“ Er betrachtete sie. „Ah, Millenia, Königin der Drachen. Welche Ehre, dir endlich mal gegenüberstehen zu können.“ Millenia riss ihre Waffe hervor. „Spar dir den Smalltalk und zieh Leine, wer auch immer du bist.“ Er blieb unbeeindruckt. „Ich bin Lucifer.“
„Meinetwegen auch Heinz. Hau ab!“ Er dachte nicht daran. Er ging auf sie los. Orphen spranga uf und jagte ihm Magie in den Rücken. Millenia sprang vor und schlug nach ihm, ihr Schwert fuhr in seine Schulter. Er stöhnte auf, dann aber lachte er. „Was...?“ Millenia zerrte an ihrem Schwert. „Was ist das denn? Es steckt fest!“ Er hob den Blick zu ihr. „Ich freue mich auf den Tag, an dem ich euch alle ausgereift in meinem Haus begrüßen kann. Die Prinzessin in der Schatten wird bald soweit sein. Dafür habe ich gesorgt.“ Millenia presste ihr Schwert weiter hinab. „Also warst du es, der Nala angegriffen hat?“ fauchte Orphen und Millenia knurrte. „Was hat er ihr angetan?“ Er lachte. „Keine Sorge. Bald werdet ihr alle soweit sein.“ Dann verschwand er mit einer Stichflamme und dem strengen Geruch nach Schwefel.

Millenia steckte das Schwert weg und half Kamui hoch. „Ist alles ok?“ Er nickte. Dann fiel ihr auf, das Orphen sie anstarrte. „Was ist denn?“ Er schüttelte sich. „Nichts nur... du bist plötzlich wieder... da.“ Sie lächelte und zerzauste ihrem Sohn das Haar. „Ja, das bin ich.“ Er sah sie immer noch an. „Träum ich auch nicht?“ Sie lachte. „Nein, Orphen, du träumst nicht.“ Sie hielt ihm den Arm hin. „Oder soll ich dich zwicken?“ Er griff danach, dann zog er sie in eine unerwartete Umarmung. „Orphen?“
„Danke.“ sagte er nur. „Danke, das du Kamui gerettet hast.“

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